Wenn am Samstag um 16.45 Uhr am Neudorfer Kammerberg der Abpfiff ertönt, geht auch eine Ära zu Ende. Nach 53 Jahren hat der alte Ascheplatz, auf dem die Turaner seit 1953 ihre Heimspiele bestreiten, endgültig ausgediehnt. Statt auf harter Asche kämpfen die Roten Teufel ab Mitte November dann auf einem neu verlegten Kunstrasenplatz um Punkte.

Landesliga 3 NR: 8. Spieltag, Vorschau & Expertentipp

Abschiedsspiel am Kammerberg

Moritz Rieckhoff
28. September 2006, 16:14 Uhr

Wenn am Samstag um 16.45 Uhr am Neudorfer Kammerberg der Abpfiff ertönt, geht auch eine Ära zu Ende. Nach 53 Jahren hat der alte Ascheplatz, auf dem die Turaner seit 1953 ihre Heimspiele bestreiten, endgültig ausgediehnt. Statt auf harter Asche kämpfen die Roten Teufel ab Mitte November dann auf einem neu verlegten Kunstrasenplatz um Punkte.

Ein ganz besonderer Tag wird der Samstag auch für Karl Freitag, seit 2001 Geschäftsführer bei den Duisburgern: "Natürlich kommt da auch ein wenig Wehmut auf", so der 44-Jährige. "Dennoch bin ich keinesfalls traurig, sondern freue mich das wir dieses große Projekt jetzt endlich realisieren können." Die Beweggründe liegen klar auf der Hand. Obwohl der Platz 1993 komplett mit frischer Schlacke überzogen wurde und die zweite Mannschaft des Klubs, sowie die A-, B- und C-Jugendlichen im letzten Jahr auf die ehemalige Platzanlage von Adler Duisburg ausgewichen sind, ist der Verfall des Geläufs nicht mehr aufzuhalten. Die Mehrfachnutzung - noch immer spielen 12 Jugend- und Seniorenmannschaften auf dem Platz - hat das Feld hart und schlecht bespielbar werden lassen. Für Platzwart Hans-Joachim Weinkauf bedeutet dies mehr Arbeit als ein Einzelner schaffen kann. Freitag, der gebürtiger Duisburger ist und bereits seit 1957 in verschiedenen Positionen die Geschicke des Duisburger Traditionsvereins mitbestimmt, kennt die Problematik nur zu genau und merkt an: "Wir haben hier für eine Fülle von Mannschaften nur diesen einen Platz. Bedenkt man, dass es circa drei Stunden dauert, bis der Platz vernünftig abgezogen ist, muss doch jedem einleuchten, dass das auf die Dauer ein untragbarer Zustand ist."

Aber auch die sportlichen Ziele des Vereins scheinen durch die eigene Heimstätte gefährdet zu sein. Freitag: "Jeder weiß doch , dass wir hier bei Tura Großes vorhaben. Schon in der letzten Saison wollten wir ganz oben mitspielen. Wenn man bedenkt, dass wir da nur ganze drei Mal auf unserem Platz gewonnen haben, ist doch klar wo das Problem liegt."

Dass neben dem Kunstrasenplatz für die Senioren noch ein zweiter, kleinerer Kunstrasenplatz entsteht, freut vor allem die zehn Jugendmannschaften des Vereins. Bereits am Montag nach dem Spiel beginnen die Umbauarbeiten. Acht Wochen wird es dauern, bis der, von einer Firma aus den Niederlanden, verlegte Rasen bespielbar sein wird. Bis dahin wird auch die "Erste" der Neudorfer auf der alten Platzanlage der Adler Duisburg um Punkte spielen müssen.

Vor dem Spatenstich, der am Samstag erfolgen wird, hat der Spielplan jedoch noch das Meisterschaftsspiel gegen Adler Osterfeld gesetzt. Obwohl die Roten Teufel am letzten Spieltag in Walbeck nur 0:0-Unentschieden spielten, ist Geschäftsführer Freitag überzeugt: "Gegen Osterfeld wollen wir das Spiel auf jeden Fall gewinnen. Die Jungs sind heiß und möchten sich hier mit einem Sieg von unserem alten Platz verabschieden."

Das Spitzenspiel des achten Spieltages der Landesliga Niederrhein 3 findet in Moers statt. Dort erwartet der heimische GSV Moers den überraschend starken Aufsteiger vom SV Glückauf Möllen. Mit einem Sieg könnte der Gast von Tabellenplatz sechs auf den zweiten Platz vorstoßen und wäre dann punktgleich mit dem Drittplazierten aus der Grafenstadt.

Den 8. Spieltag tippt Karl Freitag (Geschäftsführer Tura 88 Duisburg)

Autor: Moritz Rieckhoff

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