Der heutige Sonntag steht beim VfB Speldorf im Zeichen des Abschieds. Denn nach mehr als fünf Jahren wird Yasar Kurt zum letzten Mal das Trikot der Mülheimer überstreifen.

VFB Speldorf: Kurts Abschiedsspiel, Klauß' Pläne

"Brauchen einen Routinier"

tr
27. Oktober 2007, 21:00 Uhr

Der heutige Sonntag steht beim VfB Speldorf im Zeichen des Abschieds. Denn nach mehr als fünf Jahren wird Yasar Kurt zum letzten Mal das Trikot der Mülheimer überstreifen. "Ich gehe davon aus, dass es Yasars letztes Match für uns ist", überlegt Michael Klauß. Der Sportliche Leiter des VfB hat den Auflösungsvertrag zwar noch nicht unterzeichnet, doch das ist nur noch eine Formsache.

Ob Kurt in seinem finalen Match in der Startelf stehen wird, entscheidet Coach Stefan Janßen. "Die Besten werden spielen", will sich Klauß nicht in Janßens Angelegenheiten einmischen, gibt auch zu verstehen, dass "wenn Yasar nicht von Beginn an auflaufen sollte, es nicht böse gemeint ist. Natürlich hat er seine Knochen für den VfB hingehalten, aber so ist nun einmal das Geschäft." Verzichten muss Janßen derweil auch auf den gerade erst wiedergenesenen Marco Ferreira, der sich einen Knorpelschaden im Knie zuzog. "Marco muss wahrscheinlich operiert werden", zuckt Klauß mit den Schultern.

An den Spekulationen, dass durch den Abgang Kurts neue finanzielle Mittel am "Blötter Weg" frei werden und der Verein sofort personell nachrüsten wird, beteiligt sich der ehemalige Profi nicht: "Momentan werden wir niemanden verpflichten, sondern frühestens in der Winterpause reagieren. Das sind alles Enten", verweist Klauß alle Spekulationen um eine mögliche Verpflichtung von Sascha Wolf ins Reich der Fabeln.

Derweil ist der Ex-Bochumer mit den jüngsten Auftritten seiner Elf einverstanden: "Unsere Jungs zeigen eine aufsteigende Tendenz. Spielerisch, wie auch in allen Mannschaftsteilen, sind deutliche Fortschritte zu erkennen. Auch wenn wir in Duisburg verloren haben, war es ein Schritt nach vorne." Dennoch fehlen die nötigen Punkte. Ein Zustand, der Klauß besonders sauer aufstößt. Der Marketing-Chef beim Telefonbau-Unternehmen Telba erklärt: "Uns fehlt einfach die Cleverness oder Abgezockheit." Aber wie kriegt man das in eine Truppe herein?

"Nur mit Geld", macht Klauß deutlich. "Wir brauchen einen echten Routinier. Aber so ein Mann ist sehr teuer. Und da scheiden sich bei uns die Geister. Wir liegen vom Etat her im unteren Bereich der Liga und müssen schauen, ob wir das stemmen können." Und Klauß hat für seine Sicht auch ein passendes Beispiel parat: "Wir haben Leute wie Richard Zander, Michael Blum, Arne Janßen oder auch Andreas Mansfeld, die alle noch sehr jung sind. Sie müssen lernen, dass ein Typ wie Duisburgs Sascha Mölders im richtigen Moment einfach mal fällt und so die Entscheidung herbeiführt. Und dieses Quäntchen fehlt uns einfach noch."

Dennoch werden die Speldorfer den Quali-Platz elf nicht aus den Augen verlieren. "Mit Sicherheit nicht", winkt Klauß ab. "Es gibt auch mal Rückschläge, bei denen wir eine Chance haben. Aber von zwölf absolvierten Partien waren wir zehn Mal zumindest gleichwertig. Das gibt uns Hoffnung."

Die heute gegen die kleine Fortuna weiter wachsen soll. "Unser Vorteil ist, dass die auch eine junge Truppe haben, die nach vorne spielen will", richtet sich Klauß auf einen offenen Schlagabtausch ein. "Jedes Match bringt uns weiter. Ich bin von unserer Truppe absolut überzeugt. Wir müssen jetzt nur auch den Sprung schaffen. Hoffentlich gelingt es uns gegen die Fortuna."

Autor: tr

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