Hand aufs Herz: Wer hätte zur Winterpause noch geglaubt, dass Rot Weiss Ahlen drei Spieltage vor Schluss realistische Chancen auch den Regionalliga-Klassenerhalt besitzen würde?

Rot Weiss Ahlen

Mit Erhan Albayrak kam die Wende

Krystian Wozniak
04. Mai 2017, 15:59 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

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Hand aufs Herz: Wer hätte zur Winterpause noch geglaubt, dass Rot Weiss Ahlen drei Spieltage vor Schluss realistische Chancen auch den Regionalliga-Klassenerhalt besitzen würde?

Sehr wenige Experten! Nach zwei Start-Siegen zum Saisonbeginn wurde es richtig bitter für die Münsterländer: Es folgten satte elf (!) Niederlagen in Serie. Eine verheerende Bilanz, die letztendlich auch Trainer Mircea Onisemiuc den Trainerjob kostete. Zu diesem Zeitpunkt war Ahlen mit nur sechs Punkten aus 13 Spielen eigentlich schon für viele so gut wie abgestiegen. Doch es kam anders.

Auf Onisemiuc folgte am 25. Oktober Erhan Albayrak. Der Ex-Profi impfte den Ahlenern neues Leben ein. Mit taktischen Raffinessen und allen voran emotionalen Ansprachen, die den einen oder anderen Spieler auch an der Ehre packten, schaffte es der 40-Jährige, die Ahlener wieder sportlich konkurrenzfähig in der Regionalliga zu machen. Unter Albayrak holte Ahlen fünf Siege, sieben Remis und sechs Niederlagen. Vergleicht man das mit Onisemiucs Bilanz (zwei Siege, elf Niederlagen), dann muss man von einer klaren Steigerung sprechen. Bleibt die Frage, ob die Wende mit Albayrak vielleicht nicht zu spät kam?

Denn Ahlen bleiben zwar noch drei Spiele, aber Schalke II, das eine Partie in der Hinterhand hat und einen Zähler vor RWA rangiert, sowie Fortuna Düsseldorf (sechs Punkte vor Ahlen) haben die besseren Karten. "Aktuell schaue ich überhaupt nicht auf die anderen und mögliche Szenarien. Wir wollen die drei Spiele gegen den 1. FC Köln II, Sportfreunde Siegen und SG Wattenscheid 09 gewinnen. Dann bin ich mir sicher, dass wir drinbleiben", betont Albayrak und fügt hinzu: "Als ich hier herkam, hatten wir das Ziel am Ende der Saison drei Mannschaften hinter uns zu lassen und dann zu schauen, was passiert. Wir liegen jetzt drei Spieltage vor Schluss nur einen Punkt hinter diesem Ziel zurück. Wir sind da, wo wir sein wollten, jetzt werden wir nicht nachlassen und weiter Vollgas geben. Die Jungs wissen, dass sie Großes leisten können, wenn Ahlen die Klasse hält. Das wäre für jeden Einzelnen eine tolle Bewerbung für die Zukunft - sei es in Ahlen oder einem anderen Klub."

Und auch Albayrak hat sich durchaus für weitere Aufgaben empfohlen. Die Ahlener wollen mit dem A-Lizenzinhaber unbedingt verlängern. Der gebürtige Hamburger wartet aber noch ab: "Das ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für solche Dinge. Wir wollen diese drei Spiele erfolgreich bestreiten und dann werden wir weiter sehen."

Autor: Krystian Wozniak

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