Obwohl die TSG Sprockhövel in der Regionalliga bereits vier Spieltage vor Schluss als Absteiger feststeht, sind die Verantwortlichen des Vereins eigentlich mit der Saison zufrieden.

TSG Sprockhövel

Das Abenteuer Regionalliga geht zu Ende

Heiner Wilms
25. April 2017, 08:37 Uhr
Foto: Udo Kreikenbom

Foto: Udo Kreikenbom

Obwohl die TSG Sprockhövel in der Regionalliga bereits vier Spieltage vor Schluss als Absteiger feststeht, sind die Verantwortlichen des Vereins eigentlich mit der Saison zufrieden.

Wir sprachen mit Fußball-Abteilungsleiter Ulrich Meister.

Bei der TSG kann man schon jetzt Bilanz ziehen. Wie fällt denn Ihre aus?
Der Abstieg kam nicht überraschend. Es war ja klar, dass es für uns sehr schwierig werden würde. Aber man muss auch sehen, dass wir nicht unbedingt vom Glück verfolgt worden sind.

Damit sprechen Sie die zahlreichen Verletzungen an?
Nicht nur. Obwohl wir ja wirklich großes Verletzungspech gehabt haben. Raoul Meister ist sicher einer unserer wichtigsten Spieler. Dass er einen Großteil der Spiele nicht mitmachen konnte, war natürlich extrem bitter. Aber auch Max Claus, der ja eigentlich ein torgefährlicher Spieler ist, hatte mit vielen Verletzungen zu kämpfen uns ist lange ausgefallen. Aber es war nicht nur das. Ich denke, dass wir in vielen Spielen unter Wert geschlagen wurden. Zum Beispiel in Mönchengladbach, Oberhausen und Essen. In Essen haben sich die Verantwortlichen nach dem Spiel fast schon entschuldigt, dass sie gegen uns gewonnen haben. Hoffnungslos unterlegen waren wie dagegen nur selten. Im Hinspiel gegen die U 23 von Borussia Dortmund war das allerdings der Fall. Da hatten wir von Anfang an nicht den Hauch einer Chance.

Eine Saison in der Regionalliga ist für einen kleinen Verein wie die TSG ein Abenteuer. Würden Sie sich auf ein solches Abenteuer noch einmal einlassen?
Wir haben diese Saison genossen. Das ist doch ganz klar. Wenn ich an das Hinspiel in Aachen denke, dann staune ich immer noch. Das Drumherum war so, als würde Alemannia Aachen gegen die Profis von Borussia Dortmund spielen. Und dann schaut man von oben auf den Spielertunnel, und dann kommt da plötzlich unsere Mannschaft heraus. Dass so etwas einmal passiert, hätten wir vor ein paar Jahren nicht für möglich gehalten. Es war also eine tolle Saison. Allerdings auch eine Saison, die viel Kraft gekostet hat.

Viele Vereine in der Regionalliga haben große finanzielle Probleme, wie kommt denn die TSG aus dieser Saison heraus?
Unbeschadet. Da muss man sich gar keine Sorgen machen. Und wenn wir uns sportlich qualifiziert hätten, dann hätten wir auch noch ein weiteres Jahr in der Regionalliga gespielt. Das wäre zwar anstrengend geworden, doch wir hätten das hinbekommen. Man wächst ja mit seinen Aufgaben.

Viele Vereine in der Regionalliga sehen sich auch im Nachteil gegenüber den zweiten Mannschaften der Bundesligisten. Wie sehen Sie das?
Natürlich ist das so. Mit diesen Mannschaften kann man, wenn es darauf ankommt, nicht mithalten. Diese Mannschaften gehören im Prinzip in eine ganz eigene Liga. Aber wir sind ja auch gegenüber fast allen anderen Konkurrenten ein Dorfverein. Wenn ich erzähle, dass wir erst ab 19.30 Uhr trainieren können, weil vorher unsere Jugendmannschaften den Platz belegen, dann werde ich ausgelacht. Das war aber schon zu Oberliga-Zeiten so.

Für die Oberliga muss jetzt auch wieder geplant werden. Mit welchen Ambitionen geht die TSG in die nächste Saison?
Wir haben ein gutes Fundament. Das hat man auch im Pokalspiel gegen Paderborn gesehen. Da hatten wir hinten eine Viererkette mit Oberdorf, Heiserholt, Budde und Gremme. Diese Jungs haben ein sensationelles Spiel abgeliefert. Und nicht nur diese vier. Auf solche Spieler müssen wir setzen. Und dann müssen wir natürlich ganz genau schauen, wen wir dazu holen. Denn unser Anspruch ist es schon, in der Oberliga wieder oben mitzuspielen.

Autor: Heiner Wilms

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