Die SGS Essen hat den Anschluss an die oberen Tabellenregionen der Frauenfußball-Bundesliga wiederhergestellt - Kirsten Nesse sei Dank.

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SGS Essen gewinnt Verfolgerduell beim SC Sand

Benedikt Burgmer
23. April 2017, 23:57 Uhr
Foto: Michael Gohl

Foto: Michael Gohl

Die SGS Essen hat den Anschluss an die oberen Tabellenregionen der Frauenfußball-Bundesliga wiederhergestellt - Kirsten Nesse sei Dank.

Schon nach 13 Minuten schloss sie einen sehenswerten Spielzug der Essenerinnen eiskalt ab und markierte den so wichtigen 1:0-Siegtreffer gegen den Verfolger SC Sand. Nach einem mäßigen Rückrundenstart ist die SGS mit sieben Punkten aus den zurückliegenden drei Partien wieder auf Kurs. Zu Platz fünf fehlt nur noch ein Zähler.

„Es war ein sehr intensives Spiel“, musste SGS-Trainer Daniel Kraus erst einmal durchatmen. Und ein ausgeglichenes noch dazu: „Angesichts der Chancenverteilung wäre ein Unentschieden gerecht gewesen. Aber vielleicht haben wir uns die drei Punkte auch verdient, weil wir uns mit aller Leidenschaft gegen den Ausgleich gestemmt haben.“ Sicher auch ein Verdienst von Torfrau Lisa Weiß, die in der zweiten Hälfte zwei Mal bei Versuchen aus kürzester Distanz glänzend reagierte.

Gäste machen von Beginn an Tempo

Die Partie begann wieder einmal typisch für die SGS: Die Essenerinnen waren von der ersten Minute an hellwach und drückten gleich aufs Tempo. Und diesmal belohnte sich die Mannschaft für die Startoffensive: Über außen trieben die Gäste den Ball nach vorn, in der Mitte chippte ihn Charline Hartmann in die Schnittstelle der gegnerischen Viererkette und die aufgerückte Kirsten Nesse vollstreckte aus 13 Metern. „Ein wunderbares Tor“, schwärmte Kraus.

Doch der Jubel war schnell verflogen. Stattdessen zeigten sich Sorgenfalten im Gesicht des Trainers. Ausgerechnet Torschützin Nesse war bei einem Foulspiel umgeknickt und hielt sich das Sprunggelenk. Für sie war die Partie nach einer halben Stunde beendet. Vom Platz ging es direkt ins Krankenhaus. Irini Ioannidou lässt grüßen. Gegen Potsdam nahm sie den gleichen Weg. Für sie ist die Saison wegen eines Schlüsselbeinbruchs bereits beendet, Nesse wartet noch auf die genaue Diagnose.

„Danach haben wir etwas den Faden verloren“, erklärte Kraus. Denn die Personalsorgen schienen noch größer zu werden. Isabel Hochstein aber biss trotz Rückenschmerzen auf die Zähne. Bei Lena Ostermeier war es die Schulter. Auch sie hielt zumindest bis kurz vor Schluss durch. Auf der Bank der SGS hatten ohnehin nur drei Feldspielerinnen Platz genommen. Doch die, die auf dem Platz standen, zeigten viel Moral. Den Vorsprung verteidigten die Gäste mit aller Macht.

Und das machte die SGS auch mit Geschick. Denn trotz optischer Überlegenheit erspielten sich die Gastgeberinnen nur wenige klare Torchancen. 9:1-Ecken waren es im zweiten Durchgang zwar für Sand, doch der Ertrag war gleich null. Dafür sorgte in letzter Distanz Essens Torfrau Weiß. Und auf der Gegenseite hatte Linda Dallmann vier Minuten vor Schluss sogar das 2:0 auf dem Fuß. Doch das wäre dann auch für Essens Trainer Kraus etwas zu viel des Guten gewesen.

Am Sonntag kann die SGS in Freiburg unter die Top fünf der Eliteliga vorstoßen. Bis dahin gilt es, die erlittenen Wunden zu lecken.

Autor: Benedikt Burgmer

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