Schalke 04 steht nach einer desolaten Leistung im Viertelfinal-Hinspiel bei Ajax Amsterdam (0:2) vor dem Aus. Ein Kommentar.

Kommentar

Dieses Schalke bringt keine Eurofighter hervor

Thomas Tartemann
14. April 2017, 09:40 Uhr
Foto: Firo

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Schalke 04 steht nach einer desolaten Leistung im Viertelfinal-Hinspiel bei Ajax Amsterdam (0:2) vor dem Aus. Ein Kommentar.

Die Bewertung der Saison 2016/2017 hängt beim FC Schalke 04 von zwei Faktoren ab. Reicht es nach einer schwachen Bundesliga-Hinrunde noch für den Vorstoß auf die internationalen Plätze? Und kann die aktuell wankelmütige Mannschaft in die Fußstapfen der legendären Eurofighter treten, die 1997 den UEFA-Cup gegen Inter Mailand holten? In der Bundesliga ist tatsächlich noch die Reparatur des Schadens aus der ersten Saisonhälfte möglich.

Im Kampf um europäische Ehren sieht die Sache anders aus. Nach der ernüchternden Vorstellung beim holländischen Traditionsklub Ajax Amsterdam ist klar: Dieser FC Schalke bringt keine neuen Eurofighter hervor. Es sei denn, in den nächsten Tagen passiert eine wundersame Wandlung. Marc Wilmots & Co. hätten sich vor 20 Jahren nicht so abfrühstücken lassen, wie am Donnerstagabend Nabil Bentaleb und seine Teamkollegen. Keine brodelnde Leidenschaft, langsames, behäbiges Aufbauen, Fehlerquellen, teilweise Hilflosigkeit gegen die permanent anrennenden Ajax-Ballstreichler.

Mit dem 0:2 waren die Königsblauen, bei denen Torwart Ralf Fährmann überragend agierte und Kapitän Benedikt Höwedes zumindest kämpferisch alles probierte, um größeren Schaden abzuwenden, gut bedient. Nach dem starken Wolfsburg-Spiel enttäuschte Max Meyer jetzt wieder im Mittelfeld. Nabil Bentaleb agierte ohne Biss, eskortierte seine Gegner häufig nur.

Alessandro Schöpf und der junge Thilo Kehrer stießen defensiv an ihre Grenzen. Und Dennis Aogo, der für den ausgefallenen Sead Kolasinac einen Kaltstart hinlegen musste, blieb nahezu alles schuldig, was einen ehemaligen Nationalspieler ausmacht. Guido Burgstaller ging vorne komplett durch. Bezeichnend: Schalkes Torchancen ließen sich mit Wohlwollen auf zwei Möglichkeiten addieren. Dass die Anweisungen von Trainer Markus Weinzierl, der sein Personal in der Spiel-Vorbereitung exakt auf sämtliche Ajax-Stärken hingewiesen hatte, wieder nicht umgesetzt wurden, sollte zu denken geben. Eigentlich hatte Schalke das Kontingent für sämtliche Tief- und Rückschläge für diese Spielzeit aufgebraucht. Aber irgendwie schafft es die Mannschaft immer wieder, in negativer Hinsicht noch eins draufzusetzen.

Autor: Thomas Tartemann

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