Dienstag war anne Castroper für die Stammspieler Ruhetag.

VfL

Gyamerah mit Schlüsselrolle beim zweiten Auswärtssieg

02. März 2017, 05:07 Uhr
Foto: firo

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Dienstag war anne Castroper für die Stammspieler Ruhetag.

Seit einiger Zeit gehört zu diesen Akteuren auch Bochums Jan Gyamerah, der die monatelange Verletzung von Stefano Celozzi (seit Oktober) nutzte, um mit 21 Jahren fast Woche für Woche wichtige Zweitligaerfahrung zu sammeln.

Das war nicht immer selbstverständlich, denn fast drei Jahre war der hochtalentierte Rechtsverteidiger aufgrund zahlreicher, hartnäckiger Verletzungen quasi weg vom Fenster. Was Sportvorstand Christian Hochstätter jedoch nicht daran hinderte, ihn im Mai 2016 den Vertrag um ein weiteres Jahr zu verlängern. Die Begründung des Sportvorstandes damals: „Nach langer Leidenszeit hat er sich Stück für Stück herangearbeitet. Wir sind davon überzeugt, dass er den Sprung in den Profifußball schafft.“

Fünf Tage Krankenhaus

Inzwischen gibt es daran kaum noch Zweifel. Und dass er beim Rückrundenstart in Berlin als quasi gesetzter Backup des weiterhin verletzten Celozzi nicht zur Verfügung stand, ist im Nachhinein plausibel zu erklären: „Kurz vor der Abreise nach Berlin erwischte mich ein hartnäckiger Magen-Darm-Virus. Ich musste sogar fünf Tage im Dortmunder Knappschaftskrankenhaus liegen und habe das Spiel bei Union nur im Fernsehen gesehen.“ Zwar stand er gegen Karlsruhe schon wieder in der Anfangsformation, weil der VfL arge Personalprobleme hatte, doch fortan war für den Rechtsverteidiger meist nach einer Stunde das Spiel beendet. Gyamerah: „Während meiner Krankheit habe ich drei Kilo verloren. Deshalb hat mich der Trainer in den letzten Spielen behutsam an meine völlige Fitness herangebracht. In Nürnberg waren es ja dann schon 73 Minuten.“

Und wenn auswärts beim VfL ein Dreier steht, dann scheint es, hat Gyamerah an den Dreiern meist den größten Anteil. So erzielte er in Aue – damals verletzte sich Celozzi schwer – 15 Minuten nach seiner Einwechslung mit einem Treffer in der Manier von Bayern-Profi Arjen Robben das vorentscheidende 3:2. Gyamerah: „Auch wenn das Tor vielleicht wie eine Kopie aussah, von einem solchen weltklasse Spieler bin ich noch Lichtjahre entfernt.“Beim Spiel in Nürnberg leitete sein Lauf aus der eigenen Hälfte nach kurzem Doppelpass mit Selim Gündüz das Siegtor ein, als seine Flanke Nils Quaschner unter die Latte nagelte. Gyamerah: „In meinem ersten richtigen Profijahr läuft es sehr gut. Ich bekomme mehr Einsatzminuten, als ich gedacht habe und hoffe, dass es so weitergeht.“

Einen Grund, warum es bei dem Eigengewächs so gut läuft – er erhält verbale Unterstützung von seinem Rechtsverteidigerkollegen Celozzi. Gyamerah gerät regelrecht ins Schwärmen über seinen Mitspieler: „Er hat mit in den letzten Monaten unheimlich geholfen. Immer wieder hat er mir zwischen den Spielen, im Training und in der Kabine viele Tipps gegeben. Er hat mich aufgebaut, das hat richtig gut getan.“ Erst einmal in dieser Saison übrigens standen beide gemeinsam auf dem Feld. Am 2. Spieltag in Karlsruhe fiel Tom Weilandt kurzfristig aus und Gyamerah stürmte rechts vor Celozzi. Kurios: Nach neun Jahren Profifußball erzielte Celozzi im Wildpark sein erstes Profitor.

Gyamerah hat dieses Erfolgserlebnis schon in seinem ersten gesunden Jahr in seine Vita schreiben können. Gyamerah „Es war ein überragendes Gefühl, endlich einmal zwei Spiele hintereinander zu gewinnen. Jetzt wollen wir mehr.“ Ob bald wieder mit einem Tor des 21-Jährigen, der Rechtsverteidiger, der nur einen Steinwurf vom Vonovia Ruhrstadion entfernt wohnt, schmunzelt: „Meine erste Aufgabe ist es, Gegentore zu verhindern, aber ich werde es schon mal wieder versuchen.“

Dagegen hätte bestimmt niemand etwas einzuwenden. Vielleicht gelingt ja sogar am Freitag gegen Fortuna Düsseldorf ein erneuter Treffer a la Robben.

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