Eines können sie bei Borussia Dortmund in der aktuellen Lage überhaupt nicht gebrauchen:

BVB

Klub verurteilt Fans mit Sturmhauben und Pyrotechnik

Sebastian Weßling
12. Februar 2017, 16:40 Uhr
Foto: firo

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Eines können sie bei Borussia Dortmund in der aktuellen Lage überhaupt nicht gebrauchen:

dass die eigenen Fans negativ auffallen. Der Klub steht ohnehin unter Beobachtung, weil einige Anhänger vor dem Bundesligaspiel gegen RB Leipzig Gästefans attackierten und dabei zehn Menschen verletzten, und später im Stadion beleidigende und gewaltverherrlichende Plakate gezeigt wurden.

Deswegen herrschte im Klub vor allem Fassungslosigkeit, als kurz vor dem Spiel in Dortmund bekannt wurde, was sich nahe Gießen ereignet hatte: Die hessische Polizei hatte zwei Busse mit 90 Dortmunder Fans kontrolliert und dabei unter anderem Pyrotechnik, Kampfsporthandschuhe, Sturmhauben und Drogen sichergestellt – alles Gegenstände, die man nicht braucht, um ein Fußballspiel friedlich zu verfolgen. „Wer mit Sturmhauben, Pyrotechnik und Kampfausrüstung im Namen von Borussia Dortmund unterwegs ist, missbraucht die Farben und Werte unseres Vereins und seiner rund zehn Millionen Freunde und Fans in ganz Deutschland“, teilte der BVB am Sonntag mit. „Gemeinsam mit ihnen stehen wir für eine offene und friedliche Fankultur, die wir auch weiterhin Woche für Woche in und außerhalb der Stadien erleben möchten. Jeder, der diese Werte uneingeschränkt mit uns teilt, ist weiterhin herzlich willkommen.“

Der Vorfall kommt zur Unzeit, am Montag will der Klub bekanntgeben, ob er den Strafantrag des DFB-Kontrollausschusses annimmt. Der hatte nach dem Leipzigspiel eine Gelstrafe von 100 000 Euro gefordert – und eine Sperrung der Südtribüne für ein Heimspiel. Noch gibt man sich in Dortmund zugeknöpft: „Die Entscheidung reift. Aber hier geht es auch um ein bisschen Genauigkeit. Das ist ein sehr umfangreicher Strafantrag“, sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke am Samstag dem Bezahlsender Sky.

Im Klub hatte man mit einer harten Strafe gerechnet, die Sperrung der gesamten Südtribüne aber ist ihnen dann doch zu drastisch: weil so 25 000 Zuschauer für etwas büßen, was vielleicht 500 begangen haben. Und weil der DFB als Begründung auch lange zurückliegende Vorfälle wie ein beleidigendes Plakat beim Spiel in Leipzig im September 2016 anführte. Der BVB muss nun entscheiden, ob er den Antrag annimmt und Fans verprellt – oder Widerspruch einlegt und damit möglicherweise den Eindruck erweckt, Gewalttäter zu verteidigen.

Autor: Sebastian Weßling

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