Regionalligist Rot-Weiss Essen hat in der Winterpause Sparmaßnahmen vollzogen. Trainer Sven Demandt stehen nur noch 18 Feldspieler und drei Torhüter zur Verfügung.

RWE

So gehen Demandt und Lucas mit dem Sparkurs um

Martin Herms
01. Februar 2017, 19:18 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

Foto: Thorsten Tillmann

Regionalligist Rot-Weiss Essen hat in der Winterpause Sparmaßnahmen vollzogen. Trainer Sven Demandt stehen nur noch 18 Feldspieler und drei Torhüter zur Verfügung.

Auf dem Trainingsplatz von Rot-Weiss Essen wird es in der Rückrunde übersichtlich zugehen. Sechs Spieler hat der Verein in der Winterpause ziehen lassen, neue Spieler wurden nicht geholt. RWE war nach dem "Innogy"-Rückzug zu Sparmaßnahmen gezwungen. Trainer Sven Demandt und der Sportliche Leiter Jürgen Lucas nahmen den gewünschten Kurs an. Glücklich sind sie mit dem Resultat freilich nicht. "Der Kader ist nun mit 18 Feldspielern und drei Torhütern sehr überschaubar. Das muss man so sagen", räumt Lucas ein.

Der Essener Sportchef bekräftigt, dass er den einen oder anderen Spieler gerne verpflichtet hätte. Am liebsten jemanden, der die Mannschaft über die Saison hinaus verstärkt hätte. Zwei potenzielle Neuzugänge standen auf dem Zettel. In beiden Fällen hätte RWE eine Ablösesumme bezahlen müssen. Das ließ der neue Sparkurs nicht zu: "Aufgrund der vorgegebenen Rahmenbedingungen war es zum jetzigen Zeitpunkt schwer, so einen Spieler zu finden", sagt Lucas.

Von Probespieler Konstantin Möllering waren die Verantwortlichen offenbar nicht restlos überzeugt. Der Stürmer sollte zunächst einen Vertrag für ein halbes Jahr erhalten. Möllering entschied sich deshalb für das Angebot des Ligarivalen SV Rödinghausen. "In den finalen Gesprächen sind wir nicht zueinander gekommen. Das lag an der Vertragslaufzeit", unterstreicht Lucas.

Die erhoffte Verstärkung der Kaderbreite blieb somit aus. Gerade Trainer Sven Demandt weiß, dass seine Mannschaft in dieser Konstellation vom Verletzungspech verschont bleiben muss. Mehrere Ausfälle sind nur noch schwer aufzufangen. "Natürlich darf nicht viel passieren. Wenn einer im Training hinfällt, sind die Sorgen schon etwas größer. Andererseits ist es mit weniger Leuten auch eine Chance. Jeder spielt jetzt eine Rolle", sagt der ehemalige Linienchef der Gladbacher U23.

In der laufenden Vorbereitung muss er derzeit lediglich auf Jeffrey Obst (Muskelfaserriss) verzichten. Der Außenverteidiger soll in der nächsten Woche wieder ins Lauftraining einsteigen. Um die Bedingungen im Training zu verbessern, mischen seit einigen Wochen drei A-Jugendliche mit. Ismail Remmo, Boris Tomiak und Emre Keskin stehen nun auch auf der Spielberechtigungsliste und könnten auch künftig in der Meisterschaft eine Option sein. "Das darf allerdings nicht auf Kosten der U19 passieren. Die Mannschaft soll in der Bundesliga bleiben", betont Lucas. "Nichtsdestotrotz passt das in unser langfristiges Konzept. Wir wollen unseren Nachwuchs verstärkt einbinden."

Auch wenn die Rot-Weissen sechs Spieler verloren haben, befürchtet die sportliche Führung keinen Qualitätsverlust. Lediglich Andreas Ivan spielte in der Hinrunde eine größere Rolle. Für Demandt besteht demnach kein Grund, in Panik zu verfallen: "Auf den ersten Blick sind sechs Spieler viel. Vorsichtig formuliert hat nicht jeder eine große Rolle gespielt. Tom Gubini habe ich letztes Jahr zweimal in Zivil gesehen. Kai Druschky stand in einem Jahr dreimal auf dem Platz. Das muss man relativieren."

Die ernüchternde Transferperiode wird laut Demandt keine Auswirkungen auf die Zielsetzung der Essener haben. Der Tabellenvierte der Regionalliga West wird den Blick nicht nach unten richten. Demandt gibt eine ambitionierte Richtung vor: "Wir wollen den Abstand zum Spitzentrio verringern und den Pokal gewinnen. Das war letztes Jahr ein tolles Ereignis."

Autor: Martin Herms

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren