Solche Geschichten schreibt wohl nur der Amateurfußball. Der Essener A-Kreisligist Al-Arz Libanon muss einen neuen Trainer suchen. Wolfgang Gräfen reagierte auf eine Spieler-Revolte.

Zu kalt

Al-Arz-Spieler verweigern Training - Gräfen weg!

Martin Herms
19. Januar 2017, 20:46 Uhr
Foto: Michael Gohl

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Solche Geschichten schreibt wohl nur der Amateurfußball. Der Essener A-Kreisligist Al-Arz Libanon muss einen neuen Trainer suchen. Wolfgang Gräfen reagierte auf eine Spieler-Revolte.

Der Wettergott meint es nicht gut in diesem Jahr. Seit Anfang Januar ist der Winter äußerst grimmig. Die Temperaturen liegen hartnäckig um den Gefrierpunkt. Fußballspielen bereitet aktuell unter dem Hallendach deutlich mehr Freude. Das haben sich wohl auch die Fußballer des Essener A-Kreisligisten Al-Arz Libanon gedacht, als ihr Trainer Wolfgang Gräfen am Mittwoch zur ersten Trainingseinheit auf dem Kunstrasen-Platz an der Altenessener Bäuminghausstraße bat.

Trainer zieht persönliche Konsequenzen

Der Trainer wartete vergeblich auf seine Mannschaft. Kurz vor dem Trainingsbeginn erhielt Gräfen einen Anruf von seinem Kapitän, der ihn zur Weißglut trieb: "Mein Spielführer hat mir am Telefon gesagt, dass die Spieler eine Halle gemietet haben und lieber dort spielen, weil es zu kalt sei", schildert Gräfen den bizarren Vorfall. "Der Kapitän hat sich bei mir entschuldigt. Aber der Entschluss des Teams habe festgestanden."

Gräfen, der den Verein vor genau einem Jahr übernommen hatte und die erste Mannschaft aus der Abstiegszone in das gesicherte Mittelfeld führte, zog kurzerhand seine persönlichen Konsequenzen und trat von seinem Amt zurück. "Ich habe schon vieles in meiner Laufbahn erlebt, aber so etwas ganz sicher nicht", seufzt der langjährige Trainer des Bezirksligisten SuS Haarzopf. Al-Arz muss sich nach diesem Alleingang des Teams einen neuen Linienchef suchen. "Ich fühle mich nach dieser Aktion nicht mehr wohl und von der Mannschaft nicht akzeptiert. Deshalb habe ich dem Team und dem Vorstand am Donnerstag mitgeteilt, dass ich als Trainer nicht mehr zur Verfügung stehe."

Autor: Martin Herms

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