Das Council des Weltverbandes FIFA hat die Mega-WM beschlossen. Ab der Endrunde 2026 wird mit 48 statt 32 Teilnehmern gespielt.  Ein Kommentar.

Kommentar

Mammut-WM - schöner, kranker Fußball

Ulrich Homann
11. Januar 2017, 18:23 Uhr
Foto: firo

Foto: firo

Das Council des Weltverbandes FIFA hat die Mega-WM beschlossen. Ab der Endrunde 2026 wird mit 48 statt 32 Teilnehmern gespielt. Ein Kommentar.

Der FIFA gehören derzeit 211 Nationen an. In den letzten zwanzig Jahren schafften 59 von ihnen mindestens einmal die Qualifikation zu einem WM-Endturnier. Das ist keine so schlechte Quote, wenn man es denn Kalibern wie Gibraltar, Osttimor oder den Komoren zumutet, eine Fußballweltmeisterschaft vermutlich für ewig als unerreichbaren Traum betrachten zu müssen. Wobei natürlich alle über die endlosen Qualifikations-Runden die theoretische Chance haben, dabei zu sein. Es ist also beileibe nicht so, als handele es sich beim WM-Endturnier in der derzeitigen Form um eine geschlossene Gesellschaft. Zumal der Teilnehmerkreis ja bereits verdoppelt wurde und peinlich genau darauf geachtet wird, dass alle Kontinente auch vertreten sind.

Aber eine solche Argumentation wäre ja überhaupt nur dann nicht für die Katz‘, wenn die FIFA aufrichtig danach fahnden würde, wie auch kleinere Länder mit einer Teilnahme zu beglücken wären. Damit ein Herz und ein Signal zu zeigen für die Kleinen des Sports. Doch, mit Verlaub - das ist lächerlich!

Mit der reineweg unzumutbaren Aufblähung der WM verfolgt der Weltverband kein anderes Ziel als eine weitere gigantische Vermehrung des Profits, der dann nach altbekanntem Muster in den Taschen weniger verschwinden dürfte. Wenn irgendwo der Fisch am Kopf zu stinken beginnt, dann ist es beim Fußball.

Zu hoffen, dass System Blatter würde sich nach Abtritt des Patriarchen quasi von selbst erledigt haben, war ein frommer Wunsch. Streng genommen ist der gesamte Fußballsport zu einem riesigen mafiösen, weltumspannenden Geschäft geworden, bei dem sich Typen die Taschen vollmachen, die man eher bei Prostitution und Waffenhandel verortet. Eine üble Welt alter Giersäcke, denen jede Scham abhanden gekommen ist.

Und so scheint mit dem Turnier in knapp 18 Monaten in Russland (!) wohl die letzte ansehenswerte Welt-Fußball-Fete anzustehen. Wir sollten sie genießen. 2022 wird alles in der Wüste nur noch zur Farce. Und vier Jahre später mit bescheuerten 16 Dreier-Gruppen mit Elfmeterschießen und Losen („präsentiert von“) endgültig der Bedeutungslosigkeit preisgegeben. Schöner, kranker Fußball – was haben sie aus dir gemacht?!

Autor: Ulrich Homann

Kommentieren