Nach dem Schwalben-Eklat um Leipzig-Profi Timo Werner wird überall im Fußball Fair Play gefordert. In der Oberliga Niederrhein wurde das am Sonntag auch zelebriert.

Fair-Play in Bocholt

"Einen Werner gibt es nicht am Hünting“

Christian Brausch
12. Dezember 2016, 15:59 Uhr
Foto: Ketzer

Foto: Ketzer

Nach dem Schwalben-Eklat um Leipzig-Profi Timo Werner wird überall im Fußball Fair Play gefordert. In der Oberliga Niederrhein wurde das am Sonntag auch zelebriert.

Und zwar beim Gastspiel der SF Baumberg beim 1. FC Bocholt. Kosi Saka brachte die Gäste in Führung, ein Eigentor von Tim Winking bedeutete schon früh das 2:0 für den Aufsteiger aus Baumberg.

Dann die Möglichkeit für die Hausherren zum Anschluss: Schiedsrichter Marcel Donath pfiff nach einem vermeintlichen Foulspiel an Antonio Munoz Elfmeter für Bocholt. Während sich Baumberg noch fürchterlich über den Pfiff aufregte, ging der ehemalige Essener zum Unparteiischen und betonte, dass es kein Foul gewesen sei.

Donath nahm seine Entscheidung zurück und es ging beim Stand von 0:2 weiter. Am Ende auch entscheidend, denn die Bocholter konnten das Spiel nicht mehr drehen und verloren mit 1:3. Ein herber Rückschlag an der Spitze, bei einem Erfolg wäre Bocholt nur sechs Zähler hinter dem Spitzenreiter aus Schonnebeck gewesen. Umso bemerkenswerter ist diese Aktion, an der sich zum Beispiel Leipzigs Timo Werner ein Beispiel nehmen kann. Der hatte vor einer Woche im Heimspiel von RB Leipzig gegen Schalke 04 mit einer astreinen Schwalbe nach wenigen Minuten einen Elfmeter geschunden, im Anschluss kassierte er einen Shitstorm im Internet für diese Aktion. Einen Tag später folgte die Entschuldigung, die aber auch nichts daran ändern wird, dass er in den nächsten Wochen ständig als Vergleich herhalten muss, wenn es eine solche Fair-Play-Aktion gibt wie die in Bocholt.

Zurück zur Oberliga. Da wurde es am Ende richtig bitter für Bocholt. Denn nicht nur das Spiel wurde verloren, auch die beiden Spieler Maik Welling und Marc Beckert flogen vom Platz und müssen nun in den kommenden Wochen zuschauen.

Aber im Vordergrund stand natürlich die Aktion des Tages von Munoz. Auch die beiden Trainer waren nach dem Abpfiff begeistert von der Ehrlichkeit des Spielers: "Riesenrespekt! Da kann ich nur den Hut davor ziehen, dass er das in dieser Phase des Spiels so macht. Das gibt es selten“, sagte Gästetrainer Salah El Halimi, während Bocholts Trainer Manuel Jara meinte: „So sind die Jungs erzogen. Einen Timo Werner gibt es nicht am Hünting.“

Klar ist auch: Trotz der Pleite wird dieses letzte Heimspiel im Jahr 2016 am Hünting niemand vergessen. Und für Munoz hab es als Belohnung für seine faire Aktion einen Knutscher von Baumbergs Muhammet Ucar.

Autor: Christian Brausch

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren