8:4 gegen Legia Warschau– im torreichsten Spiel in der Geschichte der Champions League hat Borussia Dortmund seinen Zuschauern ein wahres Spektakel geboten.

BVB-Noten

Traum-Comeback für Marco Reus

23. November 2016, 08:31 Uhr
Foto: firo

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8:4 gegen Legia Warschau– im torreichsten Spiel in der Geschichte der Champions League hat Borussia Dortmund seinen Zuschauern ein wahres Spektakel geboten.

Roman Weidenfeller (4): In der 31. Minute gab es Szenenapplaus für den routinierten Torhüter. Dabei spielte eine große Portion Selbstironie mit, denn zuvor hatte Weidenfeller versucht, einen Abpraller von der Latte artistisch aus der Gefahrenzone zu schießen, statt ihn sicher in die Hand zu nehmen. Bei dem Spielverlauf war das allerdings zu verschmerzen. Die ersten drei Gegentreffer hätte er nicht verhindern können.

Sebastian Rode (4): Der Rechtsverteidiger war vornehmlich in der Offensive unterwegs. Dort jedoch ohne erfrischende Ideen. Trug eine Mitschuld am dritten Treffer der Polen, als er seinen Gegenspieler über das ganze Feld laufen ließ. Wechselte nach einer Stunde von der Außen- in die Innenverteidigung. Dort ließ er sich von Nikolic tunneln – daraus resultierte das vierte Tor der Polen.

Matthias Ginter (4-): Als Odjidja dank des Bartra-Patzers in die Mitte passen konnte, stand der Weltmeister von 2014 zu weit weg von Gegenspieler Prijovic und trug damit eine große Mitschuld am Warschauer Führungstreffer. Die gleiche Fehlerkette gab es bei Prijovics zweitem Tor (24.). Insgesamt aber sicherer als sein Kollege im Abwehrzentrum. Sah kurz vor Schluss noch die Gelbe Karte.

Marc Bartra (5): Ihm unterlief vor Prijovics Treffer ein dicker Fehler im Zweikampf gegen Odjidja (10.). Und auch beim zweiten Treffer griff er gegen Bereszynski nicht ein (24.). In der 35. Minute ließ er Radovic laufen – dafür gab es vereinzelte Pfiffe der BVB-Fans.

Felix Passlack (3): Erzielte sein erstes Tor in der Königsklasse. Dem Linksverteidiger unterliefen jedoch in der Anfangsphase ein paar Fehler. Vor dem dritten Legia-Tor ließ er den Torschützen Kucharczyk aus den Augen. Rückte nach der Auswechslung von Bartra auf die rechte Seite. Dort mit mehr Zug zum Tor. Wurde in der 71. Minute von Legia-Torhüter Cierzniak am Einschuss gehindert.

Nuri Sahin (2): Was muss es für ein Gefühl zu sein, als ihn die Südtribüne nach seinem Treffer (20.) mit Sprechchören feierte? Ein guter Auftritt des zuletzt kaum berücksichtigten Mittelfeldspielers. Vor allem seine Vorlage auf Kagawa, dessen Vorbereitung für Reus fast schon keine große Mühe mehr war. Stehende Ovationen bei seiner Auswechslung.

Christian Pulisic (3-): Von dem US-Amerikaner war erst nicht viel zu sehen. Vielleicht lag es daran, dass er beeindruckt war von dem, was seine Kollegen in der Offensive zu Beginn des Spiels zauberten. Zehn Minuten vor dem Abpfiff aber bereitete er den Treffer von Felix Passlack mustergültig vor. Cierzniak verhinderte in der 90. Minute einen Treffer des jungen Borussen.

Shinji Kagawa (1-): Drehte mit seinem Doppelschlag (17. und 18.) das Spiel, legte dann für Rückkehrer Marco Reus auf (32.). Der Japaner war ein ständiger Unruheherd. Im zweiten Durchgang war er zwar weiterhin enorm viel unterwegs, strahlte aber nicht mehr so viel Gefahr aus.

Gonzalo Castro (3-): Sein Fehlpass leitete den dritten Warschauer Treffer ein. Er war jedoch nicht der einzige Borusse, der Probleme mit den Zuspielen hatte. Einige Ballgewinne im Mittelfeld, insgesamt eine solide Leistung mit einigen Abstrichen.

Ousmane Dembélé (1-): Ließ seine ganze fußballerische Klasse zum ersten Mal aufblitzen, als er Kagawa im Toten Winkel sah und ihn mit einem herrlichen Schlenzer bediente (17.). Und auch den zweiten Treffer des Japaners bereitete er mit viel Übersicht vor (18.). Das 4:2 schoss er selbst, beim 5:2 war er wieder Vorbereiter. Für ihn kam Schürrle nach 70 Minuten.

Marco Reus (1): Spielentscheidend war sein Tor in der 32. Minute nicht, aber der Jubel im Dortmunder Stadion klang so, als hätte der Kapitän in letzter Sekunde einen BVB-Sieg gerettet. So sehr hatten alle schwarz-gelben Fans mit dem Rückkehrer gefiebert. Sein Comeback nach 185 Tagen war wohl die schönste Geschichte des Abends. Zumal: Er ließ noch zwei weitere Treffer folgen.

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