Am Samstag spielt Borussia Dortmund gegen den FC Bayern. Das Topspiel der Bundesliga. Doch wer gewinnt die Partie in Dortmund? Ein Pro & Contra.

Pro und Contra

Gewinnt der BVB das Spitzenspiel gegen Bayern?

Marian Laske, Andreas Berten
18. November 2016, 15:11 Uhr
Foto: firo

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Am Samstag spielt Borussia Dortmund gegen den FC Bayern. Das Topspiel der Bundesliga. Doch wer gewinnt die Partie in Dortmund? Ein Pro & Contra.

PRO (von Marian Laske)
Die Bundesliga wird wieder spannend: Der BVB gewinnt
Es ist Zeit. Zeit für mehr Dramatik in der Bundesliga. Zeit für ein enges Meisterschaftsrennen. Zeit für einen großen BVB-Sieg. Am Samstag wird Borussia Dortmund den FC Bayern München nach langer Zeit wieder in einem wichtigen Spiel schlagen. Die Schwarz-Gelben werden auf drei Punkte an den Rekordmeister heranrücken und ein deutliches Zeichen senden: Der Kampf um die Meisterschale ist wieder spannend.

Warum? Antwort: Beim BVB kehren die zahlreiche Verletzten wieder zurück. Thomas Tuchel kann seine beste Startelf aufbieten.Der FC Bayern wiederum hat unter dem neuen Trainer Carlos Ancelotti nicht mehr die Dominanz und taktische Klasse wie unter Pep Guardiola.

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Natürlich haben die Münchner noch den stärksten Kader der Bundesliga. Da kann auch Borussia Dortmund nicht mithalten. Aber unter Ancelotti hat sich der Rekordmeister von einer pressenden Ballbesitz-Maschine, die ihre Gegner in der eigenen Hälfte erdrückt, zu einer gewöhnlichen Spitzenmannschaft entwickelt. Der FC Bayern verlässt sich wieder mehr auf die individuelle Klasse seiner Topspieler, die selbstständig Lösungen finden sollen. Was aber auch bedeutet, dass eben nicht jeder Kicker genau weiß, wo er hinlaufen muss - und Xabi Alonso in der Zentrale manchmal vergeblich nach Anspielstationen sucht. Hinzukommen Defensivprobleme. Die Ancelotti-Elf ist anfällig bei Kontern.

Genau diese Schwäche wird der BVB ausnutzen. Die Hochgeschwindigkeitsspieler wie Aubameyang, Schürrle, Pulisic kann der FC Bayern nicht aufhalten. Zumal in der Münchner Innenverteidigung nun ein Spieler steht, der nicht zu den schnellsten seines Fachs gehört: Mats Hummels.

Und dann wäre da noch Mario Götze. Noch hat der Rückkehrer kein Bundesliga-Tor für die Schwarz-Gelben geschossen. Noch. Gegen seinen alten Verein wird der Weltmeister treffen.

CONTRA (von Andreas Berten)

Sie sind die erfolgreichsten Klubs der vergangenen Jahre. Sind wirtschaftlich die Großmächte der Fußballbundesliga. Sie haben die meisten Nationalspieler. Ihre Stars beziehen die größten Gehälter der Branche. Das Fußballbusiness ist ja nie verlegen um Superlative, weshalb man an dieser Stelle sicherlich noch weiter große Töne anschlagen könnte. Auch wenn sie in der Tabelle aktuell einige Punkte und einige Plätze trennen, stellen der FC Bayern München und Borussia Dortmund das Beste dar, was die Bundesliga zu bieten hat. Am Samstagabend wird sich jedoch im Gipfeltreffen bestätigen, dass zwischen Schwarz-Gelb und den Roten noch eine große Lücke klafft.

Abseits der Unternehmenszahlen: Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke betont ja immer wieder nur zu gerne, dass es selbst für seinen Verein nicht möglich ist, dem Rekordmeister über eine gesamte Saison Paroli zu bieten. Er bezeichnet zwar das Highlight der gesamten Bundesligahinrunde als Fifty-fifty-Spiel, doch derzeit erweckt die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel nicht den Eindruck, dass sie den Meister der vergangenen vier Spielzeiten auch nur über 90 Minuten bezwingen könnte. Ein Unentschieden, wie es das in Dortmund in der vergangenen Saison gegeben hat nach der bittereren 1:5-Klatsche zuvor in München, wäre daher derzeit schon als großer Erfolg zu werten.

Sicher, der Borussia kommt derzeit zugute, dass die nach dem Trainerwechsel von Pep Guardiola zu Carlo Ancelotti nicht endgültig gefestigten Münchner erstaunlicherweise jedem Kontrahenten den Eindruck vermitteln, gegen sie Tore erzielen und für eine Überraschung sorgen zu können. Was letztlich abgesehen von vereinzelten Punkteteilungen in der Liga aber noch keinem Gegner richtig gelungen ist. So dürfte es auch am Samstag sein, denn: Beim BVB hängt aktuell in der Offensive, so war jedenfalls der Eindruck vor der Länderspielpause, zu viel von Pierre-Emerick Aubameyang ab.

Das Potenzial ist angesichts Spielern wie Götze, Schürrle, Dembélé, Castro, Guerreiro und Reus, der sich zumindest wieder spielbereit gemeldet hat, zwar enorm, Tuchel hat aber für die laufende Saison noch kein Rezept gefunden, wie in unterschiedlichen personellen Konstellationen miteinander harmonieren. Es ist allerdings davon auszugehen, dass Lahm, Hummels, Boateng und Alaba, sicher eine der besten Abwehrreihen Europas, am Samstag anders als zuletzt mit aller Konzentration dem BVB entgegentreten werden. Diese Wertschätzung des vielen anderen Bundesligisten einteilten FC Bayern wird für die Borussia aber nur ein schwacher Trost für entgangene Punkte sein.

Autor: Marian Laske, Andreas Berten

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