Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandschef des FC Bayern München, hat die Transferpolitik von Vereinen aus der englischen Premier League im Jugendbereich kritisiert. Ein Kommentar.

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Rummenigge sollte nicht den Moralapostel spielen

Martin Herms
22. Oktober 2016, 14:46 Uhr
Foto: Firo

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Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandschef des FC Bayern München, hat die Transferpolitik von Vereinen aus der englischen Premier League im Jugendbereich kritisiert. Ein Kommentar.

Gerade mal 13 Jahre war Pierre Antonio Larrauri Corroy alt, als er 2007 aus seiner Heimat Peru zum FC Bayern München wechselte. Das Experiment scheiterte. Nur ein Jahr später war das „Wunderkind“ wieder weg. Heimweh war der Grund.

Karl-Heinz Rummenigge war schon damals Vorstandsvorsitzender des FC Bayern und segnete den Transfer des Jungen ab. Heute legt er den Finger in die Wunde – jedoch bei englischen Vereinen. Als „Kidnapping“ bezeichnet er die zahlreichen Transfers minderjähriger Fußballer.

Nicht nur das Problem des englischen Fußballs

In der Sache hat Rummenigge freilich recht. Das Gebaren einiger internationaler Top-Vereine ist höchst unmoralisch. Es ist nicht nur das Problem des englischen Fußballs. Die spanischen Spitzenvereine Barcelona, Real und Atlético Madrid wurden wegen Verstößen gegen die Transferbestimmungen bei minderjährigen Spielern von der Fifa hart bestraft.

Dass sich ausgerechnet Rummenigge zum Moralapostel aufschwingt, hat einen faden Beigeschmack. Vor zwei Jahren bemühte sich der FC Bayern intensiv um den damals 15-jährigen Norweger Martin Ödegaard. Ein künftiger Weltfußballer, hieß es. Das Rennen machte Real Madrid.

Durchsetzen konnte sich das hochgelobte Wunderkind bei den Königlichen noch nicht. Ödegaard spielt nun in der dritten spanischen Liga. Die Vorschusslorbeeren waren doch zu groß. Rummenigge behauptet, dass 14 Jahre ein gutes Alter sei, um zum FC Bayern zu kommen. Ödegaard ist weiteres Beispiel, das gegen Transfers von Kindern spricht. Am wohlsten fühlen sie sich in der Regel in ihrer Heimat. Fragen Sie mal bei Pierre Antonio Larrauri Corroy nach.

Autor: Martin Herms

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