Vier von sechs Klubs, die vor der Saison hoch gehandelt wurden, stehen in der Regionalliga West auch oben.

Aachen

Das Erfolgsgeheimnis der Alemannia

Krystian Wozniak
12. Oktober 2016, 09:26 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

Foto: Thorsten Tillmann

Vier von sechs Klubs, die vor der Saison hoch gehandelt wurden, stehen in der Regionalliga West auch oben.

Mönchengladbach II, Viktoria Köln, Alemannia Aachen und Dortmund II führen das Tableau an. Einzig Rot-Weiß Oberhausen und Rot-Weiss Essen fehlen von den "Großen der Liga" im oberen Drittel.

Dass die Alemannia nach zwölf Spielen auf Platz drei liegt, hätte man nicht so erwarten können. Die Aachener verloren vor der Saison mit Pierre Kleinheider (Chemnitzer FC), Maximilian Rossmann (FSV Mainz 05 II), Fabian Graudenz (FSV Frankfurt) und Daniel Engelbrecht (TSV Steinbach) vier Eckpfeiler. Die Sommer-Zugänge haben die Fans nicht vom Hocker gerissen. Doch Trainer Fuat Kilic verstand es eine echte Mannschaft zu formen, die mit Herz und Leidenschaft die Fans wieder auf ihre Seite gezogen hat. im RS-Interview verrät Kilic das Erfolgsgeheimnis der Alemannia.

Fuat Kilic, wie fällt Ihr Saison-Zwischenfazit nach zwölf Spieltagen aus?
Ich glaube, dass wir zufrieden sein können. Wir haben den Umbruch erfolgreich gestaltet. Die Mannschaft ist schnell zu einer Einheit geworden und hat vor allem eines verstanden: Wenn wir kein Tor schießen, müssen wir es hinbekommen, dass der Gegner auch keinen Treffer erzielt. Der Gegner darf nie ein Tor mehr als wir erzielen - das ist unserer Prämisse. In zehn von zwölf Spielen haben wir unser Ziel erreichen können. Das ist eine gute Ausbeute.

Auffällig ist, dass die Alemannia bislang nur 14 Tore geschossen, aber auch nur acht Treffer kassiert hat. Ist der Angriff die Schwäche und die Abwehr die Stärke?
Nein, so würde ich das nicht umschreiben. Gegen uns ist es sehr schwer ein Tor zu erzielen. Und das ist auch gut so. Wir agieren im Verbund nach hinten und machen es so dem Gegner nicht gerade einfach. Das ist eine mannschaftliche Leistung. Wir treten geschlossen auf, deshalb sind wir defensiv auch gut drauf. Im Angriff haben wir kleine Probleme, aber daran arbeiten wir. Hier geht es vor allem um Effektivität. Wir haben unsere Chancen, lassen aber noch zu viel liegen. Vielleicht fehlt uns ein echter Knipser. Wir haben mit einem Mann wie Philipp Gödde einen guten Stürmer, der viel macht und enorm arbeitet. Er muss aber auch noch einiges lernen. Insgesamt muss ich aber sagen, dass es mit Sicherheit schlechtere Torverhältnisse als 14:8 gibt.

Welches Ziel verfolgen Sie in dieser Saison?
Wir wollen besser abschneiden als im Vorjahr und da sind wir auf Kurs. Alles andere muss man sehen. Borussia Mönchengladbach II hat wohl bislang viele überrascht. Das ist wirklich eine gute Mannschaft, die die Abgänge sehr gut aufgefangen hat. Mal schauen, wie lange die Konstanz noch anhält.

Apropos Konstanz: Auf dem Tivoli lässt die Alemannia diese vermissen. Warum?
Ja, unsere Heimbilanz müsste besser aussehen. Wir wollen unseren Fans gute Spiele und vor allem Siege liefern. Doch das ist nicht so einfach. Die Mannschaften, die zum Tivoli oder der Essener Hafenstraße reisen, reden sich so klein, dass sie an diesen Orten nichts zu verlieren haben und sprechen von Bonusspielen oder Highlights des Jahres. Das sind für die Gegner wie Pokalspiele, weil sie in solchen Stadien sonst nicht spielen. Darauf müssen wir uns noch besser einstellen. Wir sind Alemannia Aachen und das müssen wir vor allem auch auf dem Tivoli zeigen.

Werden Sie im Winter personell noch einmal nachlegen?
Dafür haben wir nach aktuellem Stand keine Ressourcen. Ich hoffe, dass wir im Winter ein Trainingslager im warmen Süden realisieren können. Das wäre sehr wichtig. In der vergangenen Saison hat es hier fast nur geschüttet und wir mussten auf etwaige Kunstrasenplätze in Holland umziehen. Das ist nicht optimal. Ich habe die Hoffnung, dass uns ein Sponsor unter die Arme greift und ein Winter-Trainingslager spendiert.

Autor: Krystian Wozniak

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