Spätestens um 21.58 Uhr durfte das Experiment als gelungen bezeichnet werden:

BVB-Heimspiel

Götzes Startelf-Comeback nach 1248 Tagen

Sebastian Weßling
24. September 2016, 09:41 Uhr
Foto: firo

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Spätestens um 21.58 Uhr durfte das Experiment als gelungen bezeichnet werden:

Am Spielfeldrand hob der Vierte Offizielle die Tafel mit der Nummer 10 in die Höhe. Mario Götze trabte zur Seitenlinie, zur Auswechslung – und die Mehrheit der Fans von Borussia Dortmund erhob sich von ihren Sitzen, übertönte mit ihrem Applaus die wenigen Pfiffe, die es auf der Südtribüne gab.

„Ich bin sehr erleichtert und glücklich“, freute sich der 24-Jährige, als das Bundesligaspiel gegen den SC Freiburg mit 3:1 gewonnen war. Denn das war ja das große Thema im Vorfeld dieser Partie gewesen: Wie würde der BVB-Anhang reagieren, wenn Götze erstmals im Dortmunder Stadion auflaufen würde, 1248 Tage nachdem er hier zuletzt ein schwarz-gelbes Trikot getragen hatte?

Aus dem befürchteten Sturm der Entrüstung der BVB-Fans wurde ein laues Lüftchen

In den vergangenen drei Jahren war dem Angreifer stets massive Ablehnung entgegengeschlagen, wenn er vor der Südtribüne aufgelaufen war. Denn er kam im falschen Trikot, in dem des FC Bayern. Mit dem Wechsel zum großen Rivalen hatte Götze viele BVB-Fans enttäuscht, ja verärgert – und die ließen ihn das stets deutlich spüren. Der, den sie vorher gefeiert hatten, wurde nun stets ausgepfiffen, angepöbelt, beleidigt.

Nun, da er wieder im Dortmunder Trikot auflief, wurde aus dem befürchteten Sturm der Entrüstung ein laues Lüftchen. Einige Pfiffe waren zu hören, als sich der Rückkehrer aufwärmte, einige Schmähungen, während das Spiel lief – mehr nicht. „Die absolute Mehrheit hat ihre Solidarität bekundet, um die Pfiffe zu übertönen“, sagte Trainer Thomas Tuchel, „um zu zeigen, dass er die volle Unterstützung genießt.“

Er habe sich natürlich vorher seine Gedanken gemacht, wie es laufen könnte, verriet Götze später. „Aber mit den drei Punkten, der Auswechslung, dem Applaus und allem drum und dran bin ich sehr glücklich, wie es gelaufen ist.“ Und Tuchel glaubt, dass die Angelegenheit damit erledigt sein dürfte: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das ein Dauerthema ist“, sagte er zu den Reaktionen auf seinen Spieler. „Dazu war die Übermacht der Beifallsbekundungen viel zu groß.“

Autor: Sebastian Weßling

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