Die wenigen Kiebitze auf der Anlage des Fußball-Landesligisten FSV Duisburg an der Warbruckstraße staunten am Donnerstagabend nicht schlecht.

FSV Duisburg

Mo Idrissou im Visier

Dirk Retzlaff
02. September 2016, 14:41 Uhr
Foto: Tillmann

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Die wenigen Kiebitze auf der Anlage des Fußball-Landesligisten FSV Duisburg an der Warbruckstraße staunten am Donnerstagabend nicht schlecht.

Sie erspähten einen Mann, der für viele Dinge bekannt ist – unter anderem dafür, Tore schießen zu können. Ex-Profi Mohamadou Idrissou (36) soll die Torflaute des letztjährigen Fastaufsteigers beheben. Der Kameruner traf sich offenbar mit den Verantwortlichen des FSV. Vom Verein lieg zu dieser Personalie bislang keine Stellungnahme vor. Fakt ist: Oberligist KFC Uerdingen, für den der ehemalige Bundesliga-Spieler – unter anderem Hannover 96, MSV Duisburg und Borussia Mönchengladbach – in der vergangenen Saison spielte, stellte den Kicker Anfang Juli frei.

Der neue KFC-Coach André Pawlak begründete diese Entscheidung so: „Mit der Art und Weise, wie Mo Idrissou in der letzten Saison bei uns Fußball gespielt hat, hilft er der Mannschaft nicht weiter.“ Idrissou, der 39 Länderspiele für Kamerun bestritt, erzielte für die Krefelder in 22 Spielen neun Tore. Seit seinem Rausschmiss steht der Afrikaner mit dem KFC in einem Rechtsstreit – an diesem Punkt könnte eine Verpflichtung scheitern. Für den FSV Duisburg wäre Idrissou ein Hoffnungsträger. Der Tabellendritte der vergangenen Saison, der am letzten Spieltag den Aufstieg verspielte, legte zur neuen Spielzeit einen Fehlstart hin. Mit nur einem Punkt aus vier Spielen belegt der FSV den vorletzten Platz. Vor allem im Sturm hapert es: Das Team erspielte sich in allen Partien viele Chancen, traf aber nur zweimal ins Tor. FSV-Boss Erol Ayar hatte am Montag gegenüber dieser Zeitung erklärt, noch einen Stürmer verpflichten zu wollen.

Mo Idrissou, der im vergangenen Monat in den Schlagzeilen stand, weil er mit einer vermeintlichen Ex-Partnerin vor Gericht einen Rosenkrieg austrug, ärgerte sich über seinen Abgang in Uerdingen: „Der Trainer zeigt keinen Respekt.“ Bereits am Donnerstag machte in den sozialen Netzwerken die Nachricht die Runde, dass am Abend beim Training des FSV Duisburg etwas Spektakuläres zu sehen sei. All jene, die dem Internet-Posting Glauben schenkten und zur Anlage kamen, sahen sich schließlich bestätigt.

Ob die Idrissou-Verpflichtung realisierbar sein wird, ist noch offen. Vor dem Landesliga-Spiel gegen die U 23 von Rot-Weiß Oberhausen (Sonntag, 15.30 Uhr, Warbruckstraße) ist kein Vertragsabschluss zu erwarten. Somit müssen noch andere Spieler den FSV Duisburg aus den Tabellenkeller schießen. Im Gegensatz zum FSV ist RWO gut in die neue Saison gestartet. Die Oberhausener belegen mit zehn Punkten aus vier Spielen derzeit den dritten Tabellenplatz.

Autor: Dirk Retzlaff

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