Schalke-Manager Christian Heidel hält die bisherigen Bedingungen für nicht mehr zeitgemäß. Deswegen entsteht ein neuer Kabinen-und Arbeitsbereich.

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Heidel plant größere Baumaßnahmen

Manfred Hendriock
11. August 2016, 21:10 Uhr

Schalke-Manager Christian Heidel hält die bisherigen Bedingungen für nicht mehr zeitgemäß. Deswegen entsteht ein neuer Kabinen-und Arbeitsbereich.

Als Schalke vor zehn Jahren den Kabinenbereich der Lizenzspieler aus der maroden Tribüne des alten Parkstadions in den Neubau des Medicos Auf Schalke verlegte, da wähnte man sich endlich auf der Höhe der Zeit angekommen. „Von solchen Möglichkeiten haben wir früher nur geträumt“, sagte der damalige Reha-Trainer Christos Papadopoulos, und sogar Bundestrainer Jürgen Klinsmann zeigte sich bei einer Besichtigung im Vorfeld der WM sehr beeindruckt vom neuen Trainingszentrum auf Schalke. Das war im Jahr 2006 – vor zehn Jahren.

Mittlerweile haben die Ansprüche die Zeit überholt: Für Schalkes Profis ist es im Medicos zu eng geworden. Deshalb lagert Schalke den Aufenthalts- und Arbeitsbereich für Spieler und Trainer wieder aus dem Medicos aus und zieht um in ein eigenes Gebäude auf dem Trainingsgelände. So vorteilhaft die direkte Anbindung an das Gesundheitszentrum ist, so sehr wähnt Manager Christian Heidel die Bedingungen dort eingeengt. Im Gespräch mit der WAZ nennt er den bisherigen Bereich „nicht mehr zeitgemäß“ und sagt: „Es ist dringend notwendig, einen komplett neuen Bereich für die Profimannschaft zu erstellen.“

Deswegen wird das Gebäude des bisherigen Logistikzentrums bis zur Winterpause in einen hochmodernen Komplex für die Lizenzspieler umgebaut. Kernpunkte: Die Mannschaft bekommt hier einen eigenen Besprechungsraum für die Arbeit und einen davon getrennten Aufenthaltsraum für die Erholung. Heidel verspricht sich so eine erhöhte Konzentration auf die Arbeit. Außerdem gibt es modernere Räumlichkeiten für die Physiotherapeuten und für die Zeugwarte und einen großen Wellnessbereich. Schalkes Manager: „Im Medicos sind die Profis derzeit im vierten Stock untergebracht, der Zeugwart sitzt im Keller und die Physios haben Garagen zum Arbeiten.“

Ein anderer Schwerpunkt: Jeder der acht Trainer bekommt ein eigenes Büro. Bisher war es im Trainerzimmer (Heidel: „Das verdient den Namen nicht“) kaum möglich, ungestört Vier-Augen-Gespräche zu führen. Die Büros werden untereinander mit Computern vernetzt. Heidel: „Wir haben acht Trainer, jeder hat Aufgaben auch außerhalb der 90 Minuten Trainingszeit.“

Kosten liegen bei 750 000 Euro

Heidel sagt, die Arbeitsbedingungen für Spieler und Trainer wären bei seinem bisherigen Verein Mainz 05 sehr viel besser gewesen als zuletzt auf Schalke. In Mainz zum Beispiel werde bereits seit Jahren das Training auf Video aufgenommen, um Fehler zu analysieren. Auf Schalke hat er sofort einen Videoturm für 10 000 Euro angeschafft, der jetzt immer auf dem Trainingsplatz steht: „Wenn ein Spieler den Trainer fragt, warum er nicht spielt, kann man ihm anhand der Trainingsanalyse so die Fehler aufzeigen“, erklärt Heidel. Schalkes Manager ist überzeugt: „Die ganzen Maßnahmen, die wir eingeleitet haben, können zehn, 15 oder sogar 20 Prozent mehr Leistung bringen.“

Deswegen kam es für Heidel auch nicht infrage, mit den Umbaumaßnahmen zu warten, bis das Berger Feld in einigen Jahren ohnehin weiter ausgebaut wird. „Mit dem Zustand, den wir jetzt haben, noch vier Jahre bis 2020 erfolgreich zu arbeiten, ist ausgeschlossen“, sagt er. Dafür macht der Verein jetzt rund 750 000 Euro locker, die der Umbau kostet.

Aber auch die Pläne für den Umbau des Berger Feldes hat Heidel bereits modifiziert: Der Bereich für die Knappenschmiede und der für die Profis soll eng zusammengelegt werden. Heidel: „Der 13-Jährige muss in Zukunft denselben Weg gehen wie Benny Höwedes. Die müssen sich auf der Treppe abklatschen, und dann muss der eine die Tür links nehmen und der andere die Tür rechts. Und der Kleine muss das Ziel haben: Eines Tages will ich auch rechts durch die Tür gehen.“

Autor: Manfred Hendriock

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