Fortuna Bottrop muss am Sonntag gegen den Oberligisten ETB Schwarz-Weiß Essen um den Einzug in die zweite Runde spielen

Fortuna Bottrop

Als Außenseiter in der Pflicht

Sebastian Goretzki
06. August 2016, 06:27 Uhr
Foto: Tim Müller

Foto: Tim Müller

Fortuna Bottrop muss am Sonntag gegen den Oberligisten ETB Schwarz-Weiß Essen um den Einzug in die zweite Runde spielen

Am morgigen Sonntag leitet der SV Fortuna die Pflichtspielsaison der Bottroper Fußballvereine ein. Der Auftakt hält für den Bezirksligisten von der Rheinbabenstraße dabei einen echten Knaller parat: Die Mannschaft von Trainer Marco Hoffmann steht ab 15 Uhr auf heimischer Anlage dem ETB Schwarz-Weiß Essen gegenüber. Für beide Teams geht es darum, die erste Runde des Niederrheinpokals zu überstehen.

Dass den Fortunen, die in der vergangenen Spielzeit das Endspiel des Kreispokals erreichten und sich so für den Verbandspokal qualifizierten, gegen den Oberligisten aus der Nachbarstadt nur die Rolle des Außenseiters einnehmen würden, war den Bottropern sofort bewusst. „Für uns ist das ein Bonusspiel“, äußert sich Hoffmann. Dass es sich bei dem Pokalduell mit den Schwarz-Weißen aber um kein ganz gewöhnliches Spiel handelt, kann der Coach der Rheinbaben kaum verleugnen: Hoffmann reiste am Tag der Auslosung eigens zur Sportschule Wedau, in welcher seinen Bottropern per Losverfahren der Gegner zugeteilt wurde. „Mit dem ETB haben wir einen interessanten Gegner erhalten. Die Essener können auf eine lange Tradition zurückblicken“, weiß Hoffmann.

"Die Jungs brennen auf solche Spiele. Der Druck lastet auf den Schultern des Gegners."
Marco Hoffmann, Trainer Fortuna Bottrop

Allerdings brachte den „Lackschuhen“ vom Uhlenkrug auch die lange Vereinshistorie in der jüngeren Vergangenheit kaum etwas. Der DFB-Pokalsieger von 1959 gab im Dezember 2012 seine Zahlungsunfähigkeit bekannt – das folgende Insolvenzverfahren wurde allerdings kurze Zeit später wieder eingestellt. Dennoch befinden sich die Essener seit geraumer Zeit in einer sportlichen Zwickmühle, immer wieder kämpften sie in der Oberliga Niederrhein einzig gegen den Abstieg. Im April übernahm schließlich Damian Apfeld das Ruder beim ETB, der den Sturz in die Landesliga um Haaresbreite abwenden konnte.

„Das alles interessiert uns in diesen 90 Minuten aber nicht. Sie spielen zwei Ligen höher und verfügen über sehr gut ausgebildete Jungs, viele von ihnen verfügen über Bundesligaerfahrung im Juniorenbereich“, so Hoffmann. Sein Appell: Dem Konkurrenten soll in jedem Fall der nötige Respekt entgegen gebracht werden.

Jedoch haben sich die Fortunen gut mit ihrer Rolle als „Underdog“ abgefunden. „Die Jungs brennen auf solche Spiele. Der Druck lastet auf den Schultern der Essener, die aus verschiedenen Gründen eher darauf angewiesen sein dürften, die nächste Pokalrunde zu erreichen“, schätzt Hoffmann die Ausgangslage ein, „wir als SV Fortuna haben definitiv nichts zu verlieren.“ So lebt auf Rheinbaben in den letzten Tagen insgeheim auch der Traum vom Erreichen der zweiten Pokalrunde, in der dann weitere große Gegner winken könnten. „Natürlich träumen die Jungs davon. Dafür müssen aber alle über sich hinauswachsen, um überhaupt eine Chance zu haben. Wer weiss? Vielleicht erwischen wir ja einen Sahnetag und die Essener nicht unbedingt ihren besten. Andersrum könnten wir aber genauso gut unter die Räder geraten, wenn wir nicht konzentriert genug zu Werke gehen.“

Eine realistische Einschätzung, die aber auch für noch leichtere Schultern im Spiel gegen Schwarz-Weiß sorgen soll. „So und so freuen wir uns auf ein tolles Event für unseren ganzen Verein. Dass der SV Fortuna in der ersten Runde des Niederrheinpokals steht und gegen so einen Gegner kicken darf, ist schon eine tolle Geschichte.“ Das Ende dieser Geschichte muss indes erst noch geschrieben werden. Ein Happy End für die Fortunen ist möglich.

Autor: Sebastian Goretzki

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