Blöde Frage, aber kann ja mal passieren: Natürlich kennt Abdul Rahman Baba (22), Schalkes neuer ghanaischer Linksverteidiger, den in Ghana geborenen Schalker Kultspieler Gerald Asamoah schon längst persönlich.

Heidel, Weinzierl und Asamoah

Baba hat schon viele Fans

Manfred Hendriock
03. August 2016, 06:07 Uhr
Foto: dpa

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Blöde Frage, aber kann ja mal passieren: Natürlich kennt Abdul Rahman Baba (22), Schalkes neuer ghanaischer Linksverteidiger, den in Ghana geborenen Schalker Kultspieler Gerald Asamoah schon längst persönlich.

„Ich habe mit Asa ein Jahr zusammen in Fürth gespielt”, sagt Baba. Sicher kein Zufall, dass er auch dessen Rückennummer übernommen hat: Baba, der übrigens wirklich nur ganz kurz Baba genannt werden will, kickt auf Schalke mit der 14 - wie früher Asa.

Die eigentliche Verbindung nach Schalke, die für Baba den Wechsel zu den Königsblauen als „beste Option für mich” erscheinen lässt, ist aber eine andere: Der sympathische Linksfuß kennt den neuen Trainer Markus Weinzierl aus gemeinsamen Tagen beim FC Augsburg. „Markus war immer sehr nett zu mir, er hat sehr viel Vertrauen in mich”, erklärt der ghanaische Nationalspieler, der gut Deutsch spricht.

Unter Weinzierl legte Baba in der Saison 2014/15 ein so starkes Jahr in Augsburg hin, dass der FC Chelsea danach 20 Millionen Euro für den offensivstarken Linksverteidiger auf den Tisch legte.

Indes: Die Hoffnungen auf der Insel erfüllten sich für das Talent nicht, und irgendwie denkt man in diesem Zusammenhang in diesen Tagen daran, wie es wohl Leroy Sané in England ergehen wird? Babas erster Trainer bei Chelsea war Jose Mourinho - „ein guter Mann, sehr, sehr freundlich.” Gespielt hat er unter dem „Special One” freilich kaum, und erst unter dessen Nachfolger Guus Hiddink änderte sich das ein wenig. Insgesamt absolvierte der Neu-Schalker für die Blues 15 Begegnungen in der Premier League, zwei im FA-Cup und vier in der Champions League. Baba fand seine Leistungen gar nicht schlecht, „ich war sehr zufrieden mit mir“. Aber weil es in der Mannschaft nicht lief und mit Antonio Conte wieder ein neuer Trainer kam, brach er seine Zelte in London ab.

Italiens EM-Trainer Conte hatte Baba eröffnet, dass in seinem System kein Platz für ihn sein wird: „Und wenn ich nicht so viele Spiele mache, ist es besser zu gehen.” Schalke hat ihn für ein Jahr überaus kostengünstig ausgeliehen (500 000 Euro), ob eine Kaufoption ausgehandelt wurde, ist nicht bestätigt. Baba beschäftigt das im Moment aber auch wenig: Er will auf Schalke erst einmal wieder zu seinem Spiel finden.

Das ist, darauf kann man sich einstellen, offensiv angelegt. Baba ist ein guter Vorbereiter – Sead Kolasinac, mit dem er auf der linken Seite in Konkurrenz tritt, hat mehr Stärken in der Defensive. In England kamen Babas Qualitäten vielleicht nicht so zum Tragen, „dort wird mehr mit langen Bällen gespielt”. In der Bundesliga würde mehr der Fußball gepflegt. Zumindest weiß Markus Weinzierl, was er an dem neuen Mann bekommt: „Abdul ist ein offensivstarker Linksverteidiger, von dessen Qualitäten ich absolut überzeugt bin”, sagt Weinzierl: „Für unsere Mannschaft ist er zudem mit seiner Einstellung ein richtig guter Typ.”

Man darf davon ausgehen, dass Weinzierl bei diesem Transfer die treibende Kraft war, wobei auch Manager Christian Heidel schon so seine Erfahrungen mit dem Neuzugang hat. Launig sagt er: „Ich hab mich mal grün und blau geärgert, dass ich ihn nicht von Fürth nach Mainz geholt habe.” Damals, als Baba mit Asa gespielt hat.

Autor: Manfred Hendriock

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