Spielerische Klasse und MSV Duisburg, das waren in der vergangenen Fußball-Zweitliga-Saison zwei Dinge, die sich meist ausschlossen.

MSV

Schnellhardt entpuppt sich als Lenker

Michael Ryberg
30. Juli 2016, 14:58 Uhr
Foto: firo

Foto: firo

Spielerische Klasse und MSV Duisburg, das waren in der vergangenen Fußball-Zweitliga-Saison zwei Dinge, die sich meist ausschlossen.

Beim Absteiger regierte meist das Hoffnungsprinzip und viel Laufarbeit. Am Freitagabend allerdings, beim 1:0-Heimsieg zum Drittliga-Auftakt über den SC Paderborn, war tatsächlich so etwas wie Linie im Treiben der Zebras zu erkennen. Das lag vor allem an Fabian Schnellhardt. Ein Jahr war der Mittelfeldspieler bei Holstein Kiel geparkt. Beim Comeback für die Meidericher entpuppte sich der 22-Jährige als der so lange vermisste Lenker.

Mit dem Selbstvertrauen aus 35 Pflichtspiel-Einsätzen, fünf Treffern und sieben Torvorlagen bei den Störchen war Schnellhardt im Frühsommer nach Meiderich zurückgekehrt. “Meine Kieler Zeit hat mir definitiv sehr geholfen. Ich habe regelmäßig gespielt, mich weiterentwickelt. Dazu bin ich froh, dass der Trainer mich hat anfangen lassen gegen Paderborn”, erklärte der beste Duisburger, der bei seiner Auswechslung in der Nachspielzeit verdientermaßen des größten Applaus der 16 476 Zuschauer in der MSV-Arena einheimste.

Der ehemalige Junioren-Nationalspieler riss das Heft vom Start weg an sich, setzte seine Mitspieler in der Offensive immer wieder prima ein. Und war auch in der Lage, im Eins-gegen-Eins-Spiel sowie mit schönen Tempovarianten und Drehungen für Überraschungsmomente auf dem Rasen zu sorgen. “Schnelli ist in einer richtig guten Verfassung”, hob Trainer Ilia Gruev hervor, “er ist sehr ballsicher, sorgt bei Ballgewinn auch schnell für den Vorwärtsgang.” Was angesichts einer vermutlich grundsätzlich eher defensiv eingestellten Gegnerschaft die Voraussetzung für Erfolg sein dürfte.Der Gelobte wollte allerdings nicht den kompletten Strauß blumiger Worte annehmen. “Wir haben nur ein Spiel gewonnen, das zugegeben schwer war. Weitere müssen folgen.”

Das sieht auch Torhüter Mark Flekken so. Der 23-jährige Kerkrader lieferte ein prima Debüt im Gestänge ab und rettete dem MSV in der Endphase mit einer Glanzparade gegen Paderborns Sololäufer den Christian Bickel den knappsten aller Siege. “Da durfte ich zeigen, was ich drauf habe. Dafür hat mich der Trainer nominiert”, erklärte der Ex-Fürther, der in drei Jahren nur drei Zweitliga-Spiele am Ronhof machen durfte.

Vielleicht findet Flekken ja sein Glück im zur Niederlande grenznahen Duisburg. Gegen Paderborn saßen schon 15 Freunde und Verwandte auf der Tribüne, drückten dem Blondschopf die Daumen. Flekkens persönliches Ziel ist hoch: “Ich will mit dem MSV Meister werden!” Bis dahin sind noch 37 Drittliga-Spiele zu absolvieren. Mit den Auswärtsaufgaben in Osnabrück (7. August, 14 Uhr) und in Münster (10. August, 19 Uhr) liegen die nächsten Hürden bereit. Zwei Gegner aus der Favoritenschar binnen drei Tagen. Doch Keeper Flekken ist nicht bange: “Wir haben eine gute Vorbereitung absolviert und sind eine fitte Mannschaft.” Und mit Mittelfeldlenker Fabian Schnellhardt offenbar auch eine spielerisch verbesserte Einheit.

Autor: Michael Ryberg

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren