Andreas Wiegel hat Humor.

MSV

Wiegel muss Geduld beweisen

Thomas Tartemann
13. Juli 2016, 04:07 Uhr
Foto: Funke Foto Services

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Andreas Wiegel hat Humor.

Das Gespräch mit der Sportredaktion beginnt der Mittelfeldspieler des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg im Teamhotel Kaiserfels in St. Johann mit einem freundlichen „halt die Fresse“ — im Hintergrund lacht Teamkollege Simon Brandstetter, der in seiner aktuellen Verfassung ernsthafter Stammplatz-Anwärter ist. Der Disput auf dem Trainingsplatz zwischen Abräumer Baris Özbek und Stürmer Stanislav Iljutcenko ist ausgeräumt.

Wiegel: „Man darf das nicht zu ernst nehmen. Wir hängen als Team tagelang aufeinander. Da kommt es schon mal vor, dass man kurz aneinander gerät. Wichtig ist, dass solche Dinge nicht im Spiel passieren und man sie gleich ausräumt. Für uns ist das Thema erledigt.“ Auf dem linken Knie von Andreas Wiegel deutet ein schwarzer Tapeverband an, dass diese Körperregion bei ihm gefährdet ist. „Es ist nur eine Vorsichtsmaßnahme. Ich hatte mir gleich nach vier, fünf Trainingstagen das Knie verdreht und das erste Testspiel gegen Huckingen verpasst. Jetzt ist alles wieder okay. Nach meinem Kreuzbandriss wird es immer besser“, zieht der 24-Jährige ein positives Zwischenfazit.

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Wiegel hatte in der Zweitliga-Saison nur einen einzigen Auftritt: Beim 0:2 in St. Pauli war er stärkster Duisburger – bis das Kreuzband riss. „In diesem Spiel hat jeder gesehen, welches Potenzial ich besitze.“ Anstatt es gewinnbringend einzubringen, musste Wiegel verletzt die Daumen drücken. „Da fühlt man sich richtig hilflos, wenn man dem Team nicht helfen kann“, sagt der frühere Erfurter.

Im zweiten Jahr bei den Zebras will Duisburgs Nummer 7 angreifen. Allerdings nicht um jeden Preis. „Ich will gerne, aber ich muss gar nichts“, sagt Wiegel, „unter Druck setze ich mich auf keinen Fall. Wenn man das macht, verkrampft man automatisch.“ Ob es schon zum Start gegen den SC Paderborn für ein Ticket unter den ersten elf Spielern reicht, ist völlig offen. „Ich weiß, dass ich nach sechs Wochen Vorbereitung fit sein werde. Und spielen will“, sagt der Wirbelwind, „aber wenn Trainer Ilia Gruev meint, dass ich erst im zweiten oder dritten Spiel auflaufen soll, dann ist es so. Geduld zählt nicht zu meinen großen Stärken. Aber ich habe inzwischen gelernt, etwas geduldiger zu sein.“

Andreas Wiegel hat mit den Zebras viel vor. Und er scheut sich nicht, die Ambitionen offen zu sagen. „Unser Ziel lautet Wiederaufstieg. In der Vorbereitung hat man bisher schon sehen können, dass wir ballsicherer sind, mehr in die Tiefe spielen und schnelle Außenbahnspieler haben. Wenn wir diese Qualität abrufen, dann werden wir eine gute Rolle spielen.“ Die Tatsache, dass Duisburg über 15 Spieler aus dem Zweitligakader behalten hat, könnte eine Trumpfkarte werden. „Ich sehe das als Vorteil. Wir haben eine gute Rückrunde gespielt und viel Erfahrung, die wir einbringen können. Die neuen Spieler, die wir bekommen haben, können alle etwas vorweisen. Und die jungen Leute wie Mo Cisse oder Ahmet Engin sind hungrig und lernwillig. Es ist wichtig, dass du Jungs hast, die Druck machen.“

Ob Wiegel auch zu den Kickern zählt, die den Konkurrenzkampf befeuern oder zu den Kräften, die im Stammteam das Tempo vorgeben, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

Autor: Thomas Tartemann

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