An der Westender Straße rollen die Bagger an. Wenige Monate nach Fertigstellung des NLZ-Neubaus geht das Investieren in Steine beim MSV Duisburg weiter.

MSV-Nachwuchs

Schubert nimmt U-Spieler in die Pflicht

Thomas Tartemann
16. Juni 2016, 06:07 Uhr
Foto: Griepenkerl

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An der Westender Straße rollen die Bagger an. Wenige Monate nach Fertigstellung des NLZ-Neubaus geht das Investieren in Steine beim MSV Duisburg weiter.

Die Anlage wird durch einen nagelneuen Kunstrasen nicht nur erheblich aufgehübscht, sondern in erster Linie zweckmäßiger gestaltet. Jugendtraining auf ungeliebter Asche soll bald der Vergangenheit angehören. „Der Kunstrasen, bei dessen Finanzierung uns ein Sponsor unterstützt, soll in acht bis zwölf Wochen fertiggestellt sein. Das ist unser nächster Schritt nach dem Neubau des Nachwuchsleistungs-Zentrums“, sagt Jugendcheftrainer Uwe Schubert. Das künstliche Grün kommt in erster Linie den U-10- bis U-14-Mannschaften des MSV zugute. Im Zuge des Kunstrasen-Neubaus werden gleich Nägel mit Köpfen gemacht. Auch die Flutlichtanlage wird erneuert.[infobox-right]Eigentlich stand die Kaderplanung für die U-19-Fußballer des MSV Duisburg schon. Aber manchmal kommt es anders, als man denkt. Nach Tom Gubini und David Trautmann, die beide bis zum Winter mit Kreuzbandrissen ausfallen, erwischte es nun auch Timur Umar. Jugendcheftrainer Uwe Schubert: „Wir wollen und müssen noch einmal auf dem Spielermarkt aktiv werden.“
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Doch diese Aufbauarbeiten sind nicht die einzigen Projekte, die Uwe Schubert mit seinem Team anleiert. Insgesamt will der 56-Jährige, „dass wir uns professioneller aufstellen.“ Das Ziel des Duisburger Talentschuppens soll in Zukunft nicht nur sein, den harten Wettbewerb mit den U-Teams erfolgreich zu meistern, sondern vor allem Qualität im eigenen Reservoir zu entwickeln – und nach oben zu bringen. „Wir müssen liefern und unter dem Strich jedes Jahr einen Profi herausbringen“, legt Schubert die Messlatte hoch.

Pogorzelczyk neuer Torwarttrainer

In den vergangenen Spielzeiten stockte der interne Förderprozess. In der letzten Saison konnte Ex-Trainer Gino Lettieri mit den Greenhorns Ahmet Engin sowie Dominik Behr wenig anfangen, sah sogar durch die beiden Nachwuchsmänner einen externen Spielerplatz blockiert. „Wenn wir Leute haben, die Qualität mitbringen, kommt ein Profitrainer gar nicht drum herum, sie einzubauen. Wir müssen im Trainerstab des Nachwuchsleistungs-Zentrums noch sensibler mit dieser Aufgabe umgehen“, sagt Uwe Schubert. Da der MSV-Unterbau keine Kracher wie die großen Klubs Dortmund oder Schalke einkaufen kann, muss wie immer aus wenig viel gemacht werden.

Um die einzelnen Talente zu verbessern, rüsten die Zebras strukturell auf. Klaus Schmidtchen, bisher Trainer der U 15, startet jetzt auf einem neu geschaffenen Posten. „Klaus entlastet mich als Koordinator für die U 10 bis U 14. Er ist künftig Ansprechpartner für die zuständigen Jugendtrainer und die Eltern der Spieler, leistet konzeptionelle Arbeit. Das war eine zwingend erforderliche Maßnahme“, erklärt Schubert.
Auch im Bereich des Torwarttrainers gibt es eine Umstellung. Sven Beuckert, der sich bislang um die Profikeeper und um die MSV-Keepertalente gekümmert hat, konzentriert sich nur noch auf den Seniorensektor. „Das passiert nicht deswegen, weil wir mit Beucke unzufrieden waren, sondern weil er durch die Aufgaben bei der Drittliga-Mannschaft eben nicht permanent zur Verfügung steht“, skizziert der Duisburger NLZ-Chef. Als neuer Torwart-Trimmer wurde Gregor Pogorzelczyk verpflichtet. Der 50-jährige Pole arbeitete in Belgien bei KAS Eupen und betreute zuletzt bei Regionalligist Rot-Weiß Essen die Schlussleute.

Ebenfalls geklotzt wird beim MSV auf der Position des Athletiktrainers. Bisher stellte der ausgebildete Rehacoach Jörg Krauss (38) sein Know-How auf 400-Euro-Basis zur Verfügung. Der ehemalige Fußballer des Kehler FV ist nun „fest“ bei den Zebras, soll sich von der U 19 bis hinunter zur U 14 um die Kicker kümmern. Uwe Schubert ist überzeugt, „dass wir im athletischen Bereich noch eine Menge mehr aus unseren Jungs herausholen können.“ Künftige Qualität hat in erster Linie etwas mit Quälen zu tun. Schubert: „Die ganzen Ideen müssen erst greifen. Aber wir sind auf dem richtigen Weg.“

Autor: Thomas Tartemann

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