Der FC Kray taumelt dem Ende einer katastrophalen Saison entgegen. Bei der 0:3-Niederlage gegen Rot-Weiß Oberhausen hinterließ der Absteiger einen schlimmen Eindruck.

FC Kray

Große Veränderungen müssen her

Martin Herms
04. Mai 2016, 13:25 Uhr

Der FC Kray taumelt dem Ende einer katastrophalen Saison entgegen. Bei der 0:3-Niederlage gegen Rot-Weiß Oberhausen hinterließ der Absteiger einen schlimmen Eindruck.

Der Stadion-DJ hatte ein Gespür für den passenden Song. Nach dem Abpfiff lief im maroden Uhlenkrug-Stadion der Scorpions-Klassiker "Wind of Change". Der für die Musik zuständige Krayer Mitarbeiter dürfte ebenfalls erkannt haben, dass beim Regionalliga-Absteiger große Veränderungen her müssen. Die Leistung bei der 0:3-Niederlage gegen die Kleeblätter war der Tiefpunkt einer restlos enttäuschenden Saison.

Schon vor dem Spielbeginn mussten die Krayer Verantwortlichen einen weiteren Nackenschlag hinnehmen. Nur 175 Zuschauer fanden sich im weiten Rund des Uhlenkrug-Stadions ein. Ca. 50 davon reisten aus Oberhausen an. Einmal mehr wurde der Verein von der Essener Polizei nach allen Regeln der Kunst schikaniert. Die Ordnungshüter sprachen im Vorfeld von mehreren Hundert RWO-Fans und zwangen den Verein erneut zum Umzug in den Essener Süden. Zur Erinnerung: Vor einigen Monaten durfte die SpVg. Schonnebeck das Oberliga-Topspiel gegen den KFC Uerdingen trotz einer vierstelligen Besucherzahl am heimischen Schetters Busch austragen. Eine Sportanlage, die ähnliche Voraussetzungen wie die KrayArena bietet. Dass der FC Kray bei der Stadt Essen keine Lobby hat, war allerdings schon vorher ein offenes Geheimnis.

Die Leistung war des FC Kray unwürdig. Für dieses Spiel müssen wir uns als Verantwortliche schämen
Stefan Blank

Viel härter als die daraus resultierenden finanziellen Einbußen hat die Krayer Funktionäre aber die Leistung gegen die Kleeblätter getroffen. Der Tabellenvorletzte lieferte eine blutleere Vorstellung ab, mit der es der FCK gegen jeden Landesligisten schwer gehabt hätte. Im Schongang fuhr RWO den Auswärtssieg ein. Nur die schwache Chancenverwertung der Gäste verhinderte ein Debakel für den Essener Stadtteilklub. Kray ließ sämtliche Tugenden vermissen, die dem Verein in den letzten Jahren zu zahlreichen Heldentaten verholfen haben. "Die Leistung war des FC Kray unwürdig. Für dieses Spiel müssen wir uns als Verantwortliche schämen", fand FCK-Trainer Stefan Blank deutliche Worte.

Der ehemalige Aachener Profi müsste sich allerdings selbst die Frage stellen, warum es ihm nicht gelingt, eine Mannschaft auf den Platz zu schicken, die sich zumindest gegen eine Niederlage wehrt. Blanks Bilanz beim FC Kray ist niederschmetternd. Nur neun Punkte wurden in den 19 Spielen unter seiner Regie eingefahren. Das kollektive Versagen gegen die Oberhausener lässt vermuten, dass die Mannschaft ihrem Trainer nicht mehr folgt.

Da der FC Kray den Vertrag mit Blank erst vor wenigen Wochen verlängert hat, bleibt dem Verein nur die Möglichkeit, mit einem runderneuerten Kader in die kommende Oberliga-Saison zu gehen. Blank und Manager Fabian Decker sind gefordert, der Mannschaft ein neues Gesicht zu verleihen. Sollte der FCK trotz aller notwendigen Veränderungen auch in der fünften Liga scheitern, wird der Stadion-DJ bald dieselbe Platte auflegen müssen.

Autor: Martin Herms

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