Max (18) aus Essen hat zum zweiten Mal die Diagnose Blutkrebs bekommen. Registrierungsaktion beim RWE-Heimspiel am Samstag.

Diagnose Blutkrebs

Registrierungsaktion beim RWE-Spiel

Linda Heinrichkeit
01. April 2016, 11:08 Uhr
Foto: Michael Ketzer

Foto: Michael Ketzer

Max (18) aus Essen hat zum zweiten Mal die Diagnose Blutkrebs bekommen. Registrierungsaktion beim RWE-Heimspiel am Samstag.

Vor drei Jahren stand Max Czuia noch auf dem Fußballplatz, der 18-Jährige spielte im offensiven Mittelfeld für die DJK Adler Union Frintrop. Wenig später, im August 2013, traf ihn ein schwerer Schicksalsschlag: die Diagnose Blutkrebs; Max war an Akuter Myeloischer Leukämie erkrankt. Nach einer Chemotherapie konnte er an Weihnachten wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden und ein Jahr später die Medikamente absetzen. Doch nun ist der Krebs zurückgekehrt und Max braucht dringend eine Stammzellenspende.

Schon vor Jahren warben Lukas Podolski und andere Prominente mit dem Slogan „Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein“ für eine Spende an die DKMS, die Deutsche Knochenmarkspenderdatei. Nur wenige Minuten dauert die Typisierung. Am morgigen Samstag sollen beim Heimspiel von Rot-Weiss Essen gegen die Sportfreunde Lotte so viele Menschen wie möglich den Mund aufmachen – und sich für Max in die Spenderdatei aufnehmen lassen.

Fan- und Förderabteilung setzt sich für Max ein

„Wir wollten schon vor einiger Zeit eine Aktion für die DKMS machen“, erzählt Karsten Plewnia von der Fan- und Förderabteilung (FFA) des RWE. Dann kam vor zwei Wochen die DKMS auf ihn zu: Es gebe einen Fall aus Essen, einen 18-jährigen Rot-Weiss-Fan. Für Plewnia war sofort klar, dass die Aktion vorgezogen werden würde und so verteilte die FFA bereits beim vergangenen Heimspiel Flyer, um auf das Schicksal von Max aufmerksam zu machen.

Als sein Vater Udo Czuia von dem Engagement des RWE hörte, „fiel ihm ein Stein vom Herzen“. Die DKMS hatte ihm zunächst empfohlen, selbst eine Typisierungsaktion auf die Beine zu stellen, dafür hätte die Familie aber selbst eine große Räumlichkeit mieten und die Helfer organisieren müssen. „Als der RWE mich anrief, fragte ich Max sofort, ob er einverstanden ist – und er war hellauf begeistert“, erzählt Udo Czuia. Früher besuchte er mit ihm regelmäßig das Stadion an der Hafenstraße, wenn Max nicht selbst in der Jugend auf dem Platz stand. „Max ist absolut sportbegeistert, fährt gerne Inliner und Fahrrad.“ Als sein Sohn die erste Chemotherapie überstanden hatte, ging der 57-Jährige mit ihm ins Fitnessstudio, päppelte ihn von 50 Kilogramm Körpergewicht auf 90 Kilogramm hoch.

Zweite Chemotherapie-Block hat begonnen

Anfang der Woche begann auf der Kinderstation des Uniklinikums Essen für Max der zweite Chemotherapie-Block in diesem Jahr. Er muss mit Übelkeit und Erbrechen kämpfen, aber am Dienstag konnte er sich das Fußballspiel zwischen Deutschland und Italien auf dem iPad ansehen. Seine Mutter, bei der er in Bochold lebt, und seine sechs Geschwister besuchen ihn regelmäßig – er ist nie alleine im Krankenhaus. Im September vergangenen Jahres hatte Max eine Ausbildung als Schornsteinfeger begonnen. Sein Arbeitgeber, ein kleiner Essener Betrieb, würde den 18-Jährigen wieder einsteigen lassen, sobald er wieder gesund wird.

Findet sich am Samstag ein passender Spender, würden Max schon bald die Stammzellen transplantiert werden. 30 Tage müsste er auf einer isolierten Station verbringen, man müsste darauf warten, dass der Körper die fremden Zellen annimmt. „Weil er noch so jung ist, sind die Heilungschancen immer noch gut“, sagt sein Vater. Mit einer erfolgreichen Spende liegen sie bei 70 bis 80 Prozent.

Registrierungsaktion rund um das Heimspiel des RWE am 2. April

Die FFA stellt in Zusammenarbeit mit der DKMS und den Johannitern sechs Stationen vor und im Stadion auf, an denen sich Zuschauer zwischen 11.30 und 16 Uhr als Stammzellenspender registrieren lassen können.

Zwischen West- und Haupttribüne sowie an der Rahn-Tribüne: 11.30 Uhr bis 13.30 Uhr. VIP-Bereich: „Assindia“ und „Zeche Hafenstraße“: 12 bis 14 Uhr. Rahnstatue und „Melcheshütte“: 12 bis 16 bzw. 15.45 Uhr.

Registrieren lassen kann sich jeder zwischen 17 und 55 Jahren, der nicht an starkem Unter- oder Übergewicht leidet. Die Registrierung ist kostenlos. Die DKMS muss aber für jede Laboruntersuchung 40 Euro zahlen und nimmt am Samstag vor Ort Spenden an. Weitere Infos auf: www.dkms.de oder Fragen an: ffa@rot-weiss-essen.de

Autor: Linda Heinrichkeit

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