Um 17.26 Uhr war der SC Hassel der Oberliga Westfalen wieder ein großes Stück näher gekommen, so nah wie noch nie in dieser Saison.

Hassel

SC macht Riesenschritt Richtung Oberliga

Christoph Winkel
07. März 2016, 09:23 Uhr
Foto: Tim Müller

Foto: Tim Müller

Um 17.26 Uhr war der SC Hassel der Oberliga Westfalen wieder ein großes Stück näher gekommen, so nah wie noch nie in dieser Saison.

Mit 1:0 hat die Mannschaft von Trainer Thomas Falkowski gestern das Spitzenspiel der Westfalenliga beim Delbrücker SC gewonnen und hat elf Spieltage vor Saisonende acht Punkte Vorsprung auf den DSC. Der Aufstieg dürfte dem SC Hassel nun kaum noch zu nehmen sein.

Thomas Falkowski hatte seine Coaching-Zone in der Nachspielzeit längst verlassen, an der Seitenlinie lief er auf und ab und nahm zwischendurch ziemlich große Schlucke aus seiner Trinkflasche. Diese hochintensive Partie auf dem Kunstrasen am Stadion Laumeskamp hatte nicht nur die Spieler, sondern auch den Hasseler Trainer viel Kraft gekostet. „Das war Anspannung pur“, sagte Falkowski, ohne aber zu wissen, was er da trank. „Dafür ist unser Physio Lucas Brall zuständig. Ich denke, es war was Isotonisches. Das macht er immer klasse. Auch am Sonntag konnte man es trinken.“

Spätestens als der SC Hassel nach 86 Minuten nur noch mit acht Feldspielern plus Torwart Cedric Drobe auf dem Platz stand, drohte die Partie zu kippen. Nach der Gelb-Roten Karte von Alexander Schlüter sieben Minuten nach der Halbzeit hatte in der Schlussphase auch Patrick Rudolph wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot gesehen.

Eine Parade wie vom Torwart: Delbrücker SC früh in Unterzahl
Allerdings war auch die Mannschaft des Delbrücker SC nicht mehr vollständig, Guerino Capretti musste bereits nach 42 Minuten unter die Dusche. Einen Schuss von Dawid Ginczek kratzte der 34-Jährige sehenswert mit der Hand von der Linie. Das Problem: Capretti ist kein Torwart, sondern Innenverteidiger. Schiedsrichter Jonas Seefeld zeigte erst auf den Elfmeterpunkt, danach sofort die Rote Karte. Hassels Mannschaftskapitän Nikolaj Zugic schnappte sich den Ball, legte ihn auf den Punkt, nahm Anlauf und schob rechts unten ein. 1:0 für den SC Hassel. Keine Chance für DSC-Torwart Kevin Hund, der sich für die andere Ecke entschieden hatte.

Die Hasseler hatten kurz vorher durch Dawid Ginczek schon die große Chance zur Führung, seinen Kopfball wehrte Kevin Hund mit einem klasse Reflex zur Ecke ab. Mit einer knappen 1:0-Führung ging es in die Halbzeitpause. Ein leistungsgerechtes Ergebnis, denn die Hasseler hatten mehr vom Spiel, wenngleich sie auf einen Gegner trafen, wie er ihnen mit dieser Spielstärke noch nicht gegenüberstand. Keine Frage: der DSC ist hinter Hassel das beste Team der Westfalenliga.

In der zweiten Halbzeit zeigten die Delbrücker, dass sie sogar in der Lage sind, den Spitzenreiter zu überrennen. Über die Flügel erspielten sie sich eine Torchance nach der anderen. Der Ball rauschte links vorbei, rechts vorbei, ging über das Tor oder wurden vom starken Hasseler Keeper Cedric Drobe entschärft.

Nach 94 hochspannenden Minuten war Schluss und die Trinkflasche von Thomas Falkowski leer. Die Sektflaschen wollte der 33-Jährige auf der Rückfahrt noch nicht köpfen. „Die Saison ist noch lang. Da kann noch einiges passieren“, sagt er. Wohlwissend, dass dieser Sieg in Delbrück sehr wichtig war. Solange der Aufstieg aber rechnerisch noch nicht perfekt ist, will er sich noch gedulden. Und Isotonisches schmeckt in Hassel ja auch ganz gut.

Autor: Christoph Winkel

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