Die Verpflichtung von Frank Löning war vom Gros der Essener Fans bejubelt worden.

RWE

Der Routinier als Unruheherd

01. Februar 2016, 09:42 Uhr
Foto: Tillmann

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Die Verpflichtung von Frank Löning war vom Gros der Essener Fans bejubelt worden.

Nach dem 0:0 gegen den 1. FC Köln II konnten sie sich in Essen sicher sein, mit dem Torjäger einen durchaus soliden Transfer gelandet zu haben.

Keine Frage: Es gab genügend Gelegenheiten, um die Domstädter nach dem packenden Kampf über die 90 intensiven Minuten in die Knie zu zwingen. Gleich drei davon hatte der 34-Jährige, der in der Winterpause vom Chemnitzer FC verpflichtet worden war. Erst schnappte er sich einen katrastrophalen Rückpass von Kölns Verteidiger Sebastian Zinke und vergab dann freistehend vor Keeper Daniel Mesenhöler (14.), dann schoss er eine Kopfballvorlage von Sturmkollege Marcel Platzek neben das Tor (20.), ehe er nach dem Seitenwechsel erneut am glänzend aufgelegten Mesenhöler scheiterte (52.).

Einsatz und Engagement wichtiger als das Resultat

Trainer Jan Siewert räumte dem eilig verpflichteten Sturmtank noch Zeit ein, bescheinigte ihm jedoch eine gute Trainingsarbeit und eine vernünftige Mentalität. „Er hat verinnerlicht, wie wir spielen wollen“, sagte der RWE-Coach über den Routinier.

Für Löning selbst ging es erst einmal darum, die Atmosphäre an der Hafenstraße zu verinnerlichen. Und so fiel sein erster Eindruck „nur positiv“ aus. „Wir haben ein sehr gutes Spiel gezeigt und nicht verloren, das war ganz wichtig“, brachte er nach seinem ersten, 72 Minuten dauernden Arbeitstag hervor. Natürlich aber musste er sich Fragen nach der erschreckend schwachen Chancenauswertung gefallen lassen. „Wir hatten vier, fünf richtig gute Möglichkeiten, die man eigentlich auch machen muss. So etwas gibt einem natürlich dann auch Sicherheit. Ich allein hatte schon drei“, sparte Löning nicht mit Selbstkritik.

Unterzahl bis zum Schluss kaum bemerkbar

Im Essener Lager - und das galt natürlich auch für den ehemaligen Chemnitzer - waren jedoch alle darum bemüht, Einsatz und Engagement gegen die Kölner über das nackte Resultat zu stellen. „Ich sehe das Spiel positiv, weil wir bis an unsere Grenzen gegangen sind, um das Ding noch zu gewinnen. Bis zur letzten Minute hat man nicht gesehen, dass wir in Unterzahl sind“, lobte Löning vor allem den Kampf in den Schlussminuten.

Dass es auch ihm selbst nicht an Willen und Bereitschaft mangelt, zeigte Löning bis zu seiner Auswechslung. Als ständiger Unruheherd und mit der Fähigkeit, seinen robusten Körper mit Zug zum Tor einzusetzen.

So soll es an ihm auch nicht scheitern, wenn es darum geht, das erste zählbare Positiv-Erlebnis im neuen Jahr einzufahren. „Wir haben uns vorgenommen, jedes Spiel um jeden Preis zu gewinnen. Egal ob mit elf oder zehn Mann“, betonte Löning. Daraus etwas mitzunehmen, fiel auch dem routinierten Stürmer nicht schwer: „Was wir heute gezeigt haben, stimmt auf jeden Fall positiv für die Aufgaben in den nächsten Wochen.“

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