Der MSV Duisburg wartet weiterhin auf seinen neuen Stürmer Tomané. Klar ist:

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Diese Dinge verlangt Gruev von seinen Spielern

Dirk Retzlaff
21. Januar 2016, 21:58 Uhr
Foto: firo

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Der MSV Duisburg wartet weiterhin auf seinen neuen Stürmer Tomané. Klar ist: "Er wird ausgeliehen."

Den Kampf um die Etikette im Speisesaal des Hotels Kaya Palazzo in Belek konnten die Zweitliga-Fußballer des MSV Duisburg in den letzten Tagen eindeutig für sich entscheiden. Während die Mannschaften von Red Bull Salzburg und des Linzer ASK zeitweise wie Zirkustruppen, teilweise in kurzen Sporthosen, zum Essen erschienen, präsentierte sich das MSV-Team auch bei den Mahlzeiten optisch einheitlich und korrekt gekleidet. Trainer Ilia Gruev setzt im Kampf um den Klassenerhalt auch im Detail auf Ordnung und Disziplin. Sei es auf dem Platz, sei es beim Essen.

„Ich lege darauf sehr großen Wert. Ich verlange, dass wir optisch etwas hermachen“, sagt der 46-Jährige, für den bei den Mahlzeiten auch die Pünktlichkeit oberstes Gebot ist. Auch abseits des Speisesaals zieht der Trainer, der am Freitag mit seiner Mannschaft nach Duisburg zurückkehrt und in Meiderich zu einer abschließenden Laufeinheit bitten wird, eine positive Bilanz nach acht harten Trainingstagen an der türkischen Riviera: „Die Jungs haben sehr gut und hart gearbeitet. Ich bin zufrieden.“

Jeder Tag verlängert den Integrationsprozess

Natürlich wäre der Bulgare noch zufriedener, wenn Neuzugang Tomané rechtzeitig im Trainingslager eingetroffen wäre. Jeder Tag, den der Portugiese im Kreis seiner neuen Kollegen verpasst, verlängert den Integrationsprozess. Am späten Mittwochabend kam zumindest neue Bewegung in die zähe Transfergeschichte. Geschäftsführer Bernd Maas führte mehrere Dauertelefonate mit Funktionären von Vitoria Guimaraes, Tomanés aktuellem Klub. Maas: „Das Leihgeschäft wird über die Bühne gehen.“ Nun soll der Stürmer am Montag ab 14 Uhr an der Westender Straße erstmals mit den Zebras trainieren. Wir sind gespannt.

omané und Rekonvaleszent Victor Obinna mögen in diesen Tagen die spannendsten Personalien beim Tabellenletzten sein, auch wenn sie gar nicht oder - wie der Nigerianer - nur als joggender Hoffnungsträger in Erscheinung traten. Das wird dem aktuellen Team nur bedingt gerecht, denn es ist auch denkbar, dass beide Spieler dem MSV im Abstiegskampf eben nicht mehr weiterhelfen können.

Ein Ausrufezeichen konnte Kevin Scheidhauer setzen. Der Stürmer, der im alten Jahr nach dem Trainerwechsel bereits eine aufsteigende Tendenz erkennen ließ (ein Tor und ein Assist), überraschte im Test gegen Pilsen mit einer Leistungsexplosion. Tempo, Spritzigkeit, Zweikampfstärke – der Ruf nach einem neuen Stürmer wäre leiser gewesen, wenn der Ex-Wolfsburger diese Tugenden in den letzten Monaten konstant auf die Platte gebracht hätte. Scheidhauer ist mittlerweile wieder eine ernsthafte Alternative für die Offensive, auch wenn auch in der Türkei ein Manko weiterhin deutlich wurde: die Schwäche beim Abschluss.

Ilia Gruev testete in der Türkei weitere Alternativen. Es könnte beim Ligaauftakt Überraschungen geben. Steffen Bohl auf der defensiven rechten Außenposition, Dan-Patrick Poggenberg auf der linken – kombiniert mit Kevin Wolze auf der linken Mittelfeldbahn. Allerdings präsentierte sich Dennis Grote in Belek in starker Verfassung, sodass es derzeit keine Gründe gibt, ihn auf die Bank zu setzen.

Diesen Status hat Giorgi Chanturia weiterhin nicht erreicht. Messi hin oder her – der Georgier mag die Kugel mit seinem linken Fuß (allerdings auch nur mit dem linken) begnadet bearbeiten können; die mangelnde Bereitschaft, nach hinten zu arbeiten, steht weiterhin auf der Mängelliste des Trainers ganz oben. In beiden Testspielen griff Chanturia jeweils nur als Einwechselspieler ins Geschehen ein. Ilia Gruev steht mit seiner Meinung nicht alleine da. Georgiens Nationaltrainer Kakhaber Tskhadaze machte sich im Duisburger Trainingsquartier ein Bild von seinem Schützling. Ilia Gruev: „Er teilt meine Einschätzung.“

Autor: Dirk Retzlaff

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