Es geht Schritt für Schritt aufwärts für Nuri ?ahin. Auf dem Fußballplatz und in der Trainingslagerunterkunft.

BVB

"Alles hat einen Sinn, auch diese Verletzung"

Andreas Berten
11. Januar 2016, 18:37 Uhr
Foto: Bernd Thissen / dpa

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Es geht Schritt für Schritt aufwärts für Nuri ?ahin. Auf dem Fußballplatz und in der Trainingslagerunterkunft.

Der 27-Jährige geht die Stufen zum Loungebereich im Park Hyatt Hotel, in dem Borussia Dortmund während des Trainingslagers in Dubai residiert, hinauf und nimmt in einem der gemütlichen Sessel Platz. Dass er sein erstes Bundesligaspiel seit fast einem Jahr kaum erwarten kann, hört man in jedem Satz heraus, den Şahin sagt. „Denn diesem Ball“, sagt er im Gespräch über seine lange Verletzungspause, seine wichtigsten Stützpfeiler während der Regeneration und seine Ziele mit dem BVB, „verdanke ich alles, was ich mir erarbeitet habe.“

Herr Şahin, können Sie sich eigentlich noch an Ihr letztes Spiel erinnern?
Klar, das Derby, wir haben 3:0 gewonnen.

Im Februar vergangenen Jahres war das. Wünschen Sie sich so eine Bühne für Ihre Rückkehr?
Ich arbeite auf den Tag hin, wieder in der Bundesliga und mit meinen Jungs zu spielen. Es ist aber nicht so, dass ich mir denke, es muss jetzt das Derby sein, ich will einfach nur wieder Fußball spielen.

Dies ist Ihr elftes Wintertrainingslager – ist es für diesmal etwas Besonderes, weil es einen Wendepunkt markiert, um ins Team zurückzukommen?
So lange bin ich schon im Geschäft? (lacht) Ich weiß nicht, ob es ein Wendepunkt ist. Ich bin ein gläubiger Mensch, alles hat seinen Sinn, auch diese Verletzung. Es ist auf jeden Fall eine Herausforderung, mit der ich umgehen muss. Ich denke aber, dass mir das ganz ordentlich gelingt.

Wie erleben Sie dieses Trainingslager persönlich?
Ich bin auf einem sehr guten Weg, habe an jedem Tag etwas mit der Mannschaft gemacht. Ich bin noch nicht bei 100 Prozent, was nicht möglich ist, aber ich arbeite mich Schritt für Schritt an das Niveau und das Tempo heran. Ich setze mir aber kein Zeitfenster, wann ich wieder in einem Bundesligaspiel auf dem Rasen stehen will.

Sie legen viel Wert auf Familie. Gab’s mal den Moment, bei dem Sie Ihrem vier Jahre alten Sohn Ömer Zweifel mitteilen mussten, wieder auf den Platz zurückkehren zu können?
Nein, denn ich wusste, dass es lange dauern würde. Es gab Tage, da fühlte ich mich richtig gut, an anderen hatte ich auch mal ein paar Wehwehchen. Ich bin mir sehr sicher, dass mein Sohn noch sehr, sehr viele Spiele im Profibereich und bei Borussia Dortmund sehen wird. Wenn ich daran nicht glauben würde, bräuchte ich jetzt nicht das Trainingslager mitzumachen.

Wie hat Ömer das aufgenommen, wenn es dem Vater mal besser oder schlechter ging?
Mir ging es ja nicht schlecht. Zumindest nicht zu Hause, weil es auch ein Reifeprozess war, den ich mitgemacht habe. Ohne arrogant zu klingen: Ich glaube, dass ich diese Phase gut gemeistert habe. Es sind in meinem Familienleben sehr schöne Sachen passiert, die mich sehr glücklich gemacht haben. Beruflich war die Zeit natürlich nicht so erfreulich, weil es auch mal eine Phase mit nur wenigen Fortschritten gab. Das bin ich in meiner Karriere nicht gewohnt und musste ich erst einmal lernen. Deswegen bin ich aber nicht zu Hause mit schlechter Stimmung herumgelaufen. Ich glaube, dass meine Frau und der Kleine mich gerne zu Hause hatten – wobei sie auch wieder froh sind, wenn ich Fußball spiele.

Lesen Sie auf Seite 2, warum Nuri Sahin seinem Trainer Thomas Tuchel dankbar ist.

Autor: Andreas Berten

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