Traurig, aber wahr: Wer gedacht hatte, dass das Schlimmste nach der Schlägerei am Vormittag überstanden wäre, der wurde leider eines Besseren belehrt.

Halle Essen

Nach Schlägerei folgt Polizeieinsatz am Abend

Krystian Wozniak
10. Januar 2016, 19:32 Uhr
Foto: Tim Müller

Foto: Tim Müller

Traurig, aber wahr: Wer gedacht hatte, dass das Schlimmste nach der Schlägerei am Vormittag überstanden wäre, der wurde leider eines Besseren belehrt.

Nach den hässlichen Szenen am Vormittag im letzten Gruppenspiel zwischen dem FC Stoppenberg und Juspo Altenessen zeigten einige Spieler des B-Ligisten SC Türkiyemspor und des A-Ligisten SG Schönebeck, dass sie keinen Deut bessere Benimm-Regeln kennen.

Der B-Ligist besiegte den A-Ligisten aus Schönebeck und zog in die nächste Runde ein. Nach der Schlusssirene folgte die nächste Rudelbildung des Tages. Zuvor waren sich ein Türkiyemspor-Akteur und SGS-Spieler angegangen. Es kam zu Handgreiflichkeiten. Glücklicherweise konnten beide Seiten zunächst rasch beruhigt werden. Als die Zuschauer dachten, dass das Theater endlich beendet war, begann das Scharmützel erst so richtig - in den Katakomben. Plötzlich rannten immer mehr Spieler, Zuschauer und Offizielle über das Parkett Richtung Kabinengang. "Ich finde es einfach schade, dass das Turnier durch ein paar Idioten in Negativschlagzeilen gerät. Es sind immer die gleichen Personen. Das muss man leider so sagen", meinte Parviz Noroozi, Hallenwart in Bergeborbeck.

Noroozi war ebenfalls in die Katakomben gelaufen und hatte die Szenen live miterlebt. "Es kam zu einer Auseinandersetzung. Da waren sich einige nicht grün. Aber glücklicherweise konnte das schnell geregelt werden", erzählt Noroozi. Ein Unbekannter hatte auch die Polizei verständigt, die mit einem Streifenwagen vorfuhr. "Wir wurden angerufen, dass es hier eine Schlägerei geben soll. Jetzt will niemand etwas davon wissen. Komisch!", sagte einer der beiden Polizeibeamten gegenüber RevierSport. Anders Turnier-Mitorganisator Günther Oberholz: "Ich kann mir da nur an den Kopf packen. Ich verurteile solche Vorfälle. Wenn jemand die Sportarten verwechselt, dann soll er einfach zuhause bleiben. Das ist eine so tolle Veranstaltung, die von ein paar Idioten befleckt wird."

Die Schönebecker Spieler und Verantwortlichen wollten sich zu den Szenen nicht äußern. "Von mir gibt es dazu keinen Kommentar", sagte Routinier Florian "Floppy" Köhler. Derweil spielte Türkiyemspor-Geschäftsführer Ibrahim Kutlu die Turbulenzen runter: "Wenn eine Mannschaft verliert, dann versucht der Gegner meistens Krawall zu machen. Wir waren der Sieger und die sind ausgeschieden. Ich will meinen Spielern keinen Vorwurf machen. Wir haben uns eine ganze Saison nichts zu Schulden kommen lassen. Wir sind eine der ruhigsten und fairsten Mannschaften der Liga."

Ich glaube, dass die RuWa-Fans den Weg nach Stoppenberg zum Hallo gar nicht kennen
Hansi Wüst

Neben Türkiyemspor feierte etwas überraschend RuWa Dellwig den Einzug in die Zwischenrunde. Im Endspiel gegen den favorisierten Bezirksligisten DJK Katernberg 19 gewann der A-Liga-Vertreter mit 4:2 und feierte ein historisches Ereignis. "Ich glaube, dass die RuWa-Fans den Weg nach Stoppenberg zum Hallo gar nicht kennen. Ich bin mir sicher, dass RuWa noch nie in der Zwischenrunde war. Da muss ich mich aber noch bei den ganzen alten RuWanern erkundigen. Die Mannschaft hat eine starke Leistung gezeigt und sich das Zwischenrunden-Ticket verdient", war RuWa-Coach Hansi Wüst stolz wie Oskar.

[infobox-right]Nachdem alle Spiele in der Vorrunde absolviert sind, steht fest, dass TuS Holsterhausen und die Sportfreunde Altenessen als beste Gruppendritte in die Zwischenrunde einziehen[/infobox]

Zufrieden durften auch die Verantwortlichen des ESC Preußen Essen sein. Der ESC zog neben dem SC Phönix Essen in die nächste Runde ein. "Das war stark. Wir haben eine gute Hallenmannschaft. Leute wie Timo Diehle, Bilal Rammo, Tim Ganser oder Jeff Haruna wissen, wie man in der Halle kickt. Wir sind selbstbewusst und wollen so weit wie möglich kommen. Sollte keiner gewinnen wollen, dann holen wir das Ding eben", sagte Christoph "Moppel" Bierkandt, Co-Trainer der Preußen.

Autor: Krystian Wozniak

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