Alemannia Aachens neuer Trainer Fuat Kilic hat am Montag seine erste Einheit geleitet.

Alemannia Aachen

Thema Revolte ist für Kilic tabu

Krystian Wozniak
04. Januar 2016, 16:07 Uhr
Foto: Tillmann

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Alemannia Aachens neuer Trainer Fuat Kilic hat am Montag seine erste Einheit geleitet.

RS sprach mit dem 42-jährigen Fußballlehrer über seine ersten Eindrücke am Tivoli, die Ziele für die Restrunde un die Spielerrevolte gegen seinen Vorgänger Christian Benbennek.

Fuat Kilic, wann haben Sie das erste Mal vom Interesse aus Aachen gehört?
Das war kurz nach dem Aus von Christian Benbennek. Wir haben uns danach mit Alexander Klitzpera getroffen, telefoniert und einige Gedanken ausgetauscht. Alemannia wollte mich haben und ich wollte nach Aachen. Es hat sofort gepasst.

Wie ist Ihr Eindruck vom Verein?
Ich bin begeistert. Das Stadion ist sensationell. Man spürt hier am Tivoli bei jedem Schritt, welch großer Klub die Alemannia ist. Ich freue mich, dass ich hier eine Chance erhalten habe.

Diese hatten Sie auch in Saarbrücken und eigentlich haben Sie Ihre Chance auch genutzt. Warum hat es letztendlich nicht geklappt?
Es hat ja geklappt. Wir sind in der Aufstiegsrelegation gescheitert und haben eine gute Saison gespielt. Danach bin ich aber aus privaten, persönlichen Gründen zurückgetreten, die ich nicht näher erläutern will.

Wenn ein Spieler ein Bedürfnis spüren sollte, um über das Thema mit mir zu sprechen, dann gerne. Ich werde diese Thematik aber nicht anrühren.
Fuat Kilic

Sie waren in Kaiserslautern und Duisburg Co-Trainer von Milan Sasic. Dieser gilt in der Branche als besonders harter Trainer. Dürfen sich die Alemannia-Profis unter Kilic auch warm anziehen?
Nein. Ich bin Fuat Kilic und nicht Milan Sasic. Ich bin sehr kommunikativ und die Spieler können immer zu mir kommen, wenn sie etwas auf dem Herzen haben. Ich will einen ehrlichen, vertrauensvollen Umgang mit der Mannschaft pflegen. Das ist wichtig für den Erfolg. Klar ist aber auch, dass es Regeln gibt. Wenn diese gebrochen werden, dann steht ja im Strafkatalog schwarz auf weiß, was bezahlt werden muss. Damit kann die Mannschaft ihre Abschlussfahrt oder ihre Teamabende finanzieren.

Sie haben mit Sicherheit mitbekommen, dass das Aus Ihres Vorgängers Christian Benbennek nicht alltäglich war. Eine Spielerrevolte war der Grund für Benbenneks Rücktritt. Haben Sie da vor der Unterschrift keine Bedenken gehabt, welch eine Mannschaft Sie übernehmen?
Ich habe das alles auch nur aus der Presse erfahren. Details kenne ich nicht und will sie auch nicht erfahren. Wir schauen in die Zukunft und wollen gemeinsam Erfolg haben. Was war, das war und lässt sich nicht mehr ändern. Menschen machen Fehler. Sie sollten sie nur nicht wiederholen. Wenn ein Spieler ein Bedürfnis spüren sollte, um über das Thema mit mir zu sprechen, dann gerne. Ich werde diese Thematik aber nicht anrühren. Das habe ich der Mannschaft auch so gesagt.

Oft ist es so, dass suspendierte Spieler unter einem neuen Trainer auch eine neue Chance erhalten. Gilt dies auch für Frederic Löhe, Peter Hackenberg und Bastian Müller?
Da mische ich mich nicht ein. Das ist eine Entscheidung der Sportlichen Führung und des Vorstandes. Ich denke nicht, dass sich daran etwas ändern wird. Ich arbeite mit dem Kader, der mir zur Verfügung steht.

Das dürfte bedeuten, dass die Alemannia dann auch personell nachlegen wird oder?
Das haben wir vor. Der Kader ist mit Sicherheit noch nicht vollständig. Wir schauen uns um und sondieren den Markt. Es gibt aktuell viele Anrufe von Beratern und Vermittlern. Wir gedulden uns da und halten bis zum 31. Januar die Augen offen.

Neun Punkte beträgt der Rückstand auf Platz eins. Was ist in der Restrunde für Alemannia Aachen noch drin?
Wir schauen nur von Spiel zu Spiel. Etwas anderes macht keinen Sinn. Ich denke, dass diese Mannschaft viel mehr kann. Das wollen wir in den restlichen Spielen unseren Fans auch zeigen.

Autor: Krystian Wozniak

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