Pünktlich zum Start der Bundesliga am 10. August 2007 rollt auch wieder der Ball in der Landeliga Niederrhein drei. Und gleich zu Beginn haben die Saisonplaner ein ganz besonderes Schmankerl kredenzt: mit dem Duisburger Stadtduell TuRa 88 gegen DSV 1900 wartet gleich ein Liga-Kracher auf die Zuschauer. Dann treten nicht nur die beiden Zwillingsbrüder, sondern auch zwei befreundete Vereine, gegeneinander an.

Duisburger SV 1900 / TuRa 88: Kessen-Brüder im Interview

„Ersten vier Spieltage schon eine Aufstiegsrunde“

ag
30. Juli 2007, 20:52 Uhr

Pünktlich zum Start der Bundesliga am 10. August 2007 rollt auch wieder der Ball in der Landeliga Niederrhein drei. Und gleich zu Beginn haben die Saisonplaner ein ganz besonderes Schmankerl kredenzt: mit dem Duisburger Stadtduell TuRa 88 gegen DSV 1900 wartet gleich ein Liga-Kracher auf die Zuschauer. Dann treten nicht nur die beiden Zwillingsbrüder, sondern auch zwei befreundete Vereine, gegeneinander an.

„Dass ist für beide Mannschaften gleich zu Beginn ein echte Standortbestimmung“, freut sich TuRa-Trainer Ralf Kessen auf das Heimspiel gegen den von seinem Zwillingsbruder Jörg trainierten DSV. Der fügt an: „Die ersten vier Spieltage sind schon so eine Art Aufstiegsrunde für uns. Mit TuRa, Sonsbeck und RWO II warten gleich die Knaller auf uns.“
RevierSport unterhielt sich mit den Zwillingsbrüdern über die bisherige Vorbereitung, den Kader, Ihre Ziele und Ihre ganz persönlichen Wünsche für diese Saison.
Wie lautet denn Ihr Fazit nach der bisherigen Vorbereitung!

Jörg: Ich bin mehr als zufrieden. Die Mannschaft ist willig, das Team passt gut zusammen und die Jungs haben sich auch eingespielt. Die Kameradschaft ist schon jetzt enorm. Vor allem die Turnierwoche mit fünf Matches in Homberg hat mir sehr gut gefallen. Nur bekommen wir dafür leider keine Punkte. Mit Duisburg 08 habe ich mal als Trainer in der Vorbereitung auch alle Matches gewonnen, sogar gegen den Zweitligisten Remscheid, danach haben wir in der Liga erst mal alles verloren.
Ralf: Bisher war es ganz gut, auch wenn es für die Spieler sehr hart war. Wir haben extra mit Volker Dorn, der auch schon die Profis des MSV auf Trab gebracht hat, einen Konditionstrainer engagiert, der mit den Jungs viele Lauf- und Ausdauereinheiten absolviert hat. Einige Akteure sind noch verletzt oder im Urlaub, deshalb müssen wir noch etwas unsere Form finden. Für mich zählt es aber erst mit Beginn der Saison am 10. August. Da müssen wir uns beweisen. Diese Derby gleich zu Beginn ist doch wunderschön – vor allem für die Zuschauer.

Gibt es denn jemanden im neuformierten Kader, der besonders hervorsticht oder aufgefallen ist?
Jörg: Von den 13 Neuzugängen könnte ich viele nennen, aber insgesamt sind alle mit viel Eifer uns Spaß dabei. Das ist das wichtigste. Daniel Brosowski hat schon scherzhaft gesagt, dass er noch nie so viel und so hart trainiert hat, wie bei uns. Mit dem neuformierten Team haben wir ein Durchschnittsalter von 23,8 Jahren. Bei mir zählt aber nicht das Alter, sondern nur die Leistung. Der Kader ist groß genug, dass sich jeder jederzeit anbieten und für die Startelf empfehlen kann. Alle bekommen ihre Chance, wenn sie mir zeigen, dass sie auch spielen wollen.
Ralf: Natürlich merkt man Thorsten Burgsmüller schon an, dass er ein ganz anderes Kaliber ist. Aber auch der A-Jugendliche Renè Meinert, den wir von GSG Duisburg geholt haben, hat mir bisher gut gefallen. Er hat ein sehr gutes Spielverständnis.

Stichwort Kaderumstellung. Da ist bei Ihnen einiges passiert.
Jörg: Im Prinzip war bei dem alten Team der Lack ab. Es hatte sich alles so eingefahren. Mit dem alten Stamm hätten wir es in diesem Jahr sehr schwer gehabt. Mit dem Sportliche Leiter Wolfgang Bloch, der schon jetzt eine Werbebande nach der anderen verkauft, Torwart-Trainer Thomas Brag und einer neuen Physiotherapeutin aus Essen kommt da richtig frischer Wind rein. Vor allem Thomas hat uns mit allem ausgestattet, was wir so brauchen. Ich glaube, es war das letzte Mal, dass ich beim MSV Duisburg so eingekleidet worden bin.
Ralf: Der Kader ist nicht mehr so groß wie letztes Jahr. Insgesamt haben wir viele Spieler verloren, aber nicht an Qualität. Leider können wir nicht mehr mit Hakan Turna planen, der nun doch bei Galatasaray bleiben möchte. Er hat mir gesagt, dass er sich nur dort und mit seinen türkischen Kollegen wohlfühlt. Das muss man akzeptieren. Wenn ich das vorher gewusst erfahren hätte, wäre der Wechsel von Daniel Dentgen gar nicht zustande gekommen.
Wen zählen Sie denn zu den Favoriten auf den Aufstieg in diesem Jahr?

Jörg: Mit Sicherheit die TuRa, RWO II, Sonsbeck und vielleicht kann Adler Osterfeld auch eine ganz gute Rolle spielen.
Ralf: Natürlich den DSV, der Riesen-Favorit, RWO II, Kleve II und Sonsbeck. Wir backen nach dem letzen Jahr und Platz vier eher kleine Brötchen. Die oben genannten agieren auf einem anderen Level als wir.

Was sind Ihre ganz persönlichen Wünsche für die bald startende Saison?

Jörg: Ich freue mich einfach nur auf diese Spielzeit. Außerdem möchte ich mit meinem Team so lange wie möglich oben mitspielen und auch ein Wörtchen um den Aufstieg mitreden.
Ralf: Die Tränen vom letzten Jahr sind noch nicht getrocknet die Mannschaft steht in der Pflicht. Dennoch möchte ich erst die Hinrunde abwarten und mir nach der Winterpause ein Ziel setzen. Das haben wir 2006 anders gemacht – und unsere Zielsetzung verfehlt.

Autor: ag

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