Steffen Bohl wusste am Freitagabend nicht so richtig, wie er sich fühlen sollte. Die letzten 15 Minuten waren für den Innenverteidiger ein Auf und Ab der Gefühle.

MSV Duisburg

Vom Pechvogel zum Helden

22. November 2015, 19:47 Uhr
Foto: firo

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Steffen Bohl wusste am Freitagabend nicht so richtig, wie er sich fühlen sollte. Die letzten 15 Minuten waren für den Innenverteidiger ein Auf und Ab der Gefühle.

Vom Pechvogel avancierte er binnen weniger Minuten zum Helden.

Die Uhr zeigte die 75. Spielminute. Bis dahin hatten die Duisburger „defensiv eine sehr ordentliche Partie“ abgeliefert, wie Steffen Bohl ganz richtig analysierte. Zwar war es hier und da mal ein wenig brenzlig im eigenen Strafraum, doch ein gut aufgelegter Michael Ratajczak konnte die Düsseldorfer Chancen in letzter Instanz zunichte machen.

Eine Viertelstunde vor Schluss konnte aber auch er nichts mehr ausrichten, als Kerem Demirbay zum Schuss ansetzte. Zuvor hatte Bohl im Mittelfeld den Ball an Didier Ya Konan verloren. „Das war wirklich blöd“, ärgerte sich der Verursacher des 0:1. „Ich hätte den Ball direkt zu Tim (Albutat, Anm.d.Red.) spielen sollen.“ Das hätte sicherlich auch dem Trainer besser gefallen, der versuchen will, mit einfachen Mitteln die Fehler auszumerzen.

Lange Zeit sich über sein Vergehen zu ärgern, hatte „Bohli“ dann nicht. Nur zwei Minuten später war er zur Stelle, als der Ball nach einer Ecke durch den Düsseldorfer Strafraum eierte und der Duisburger am schnellsten reagierte. „Das waren dann natürlich besondere Emotionen“, freute sich der Torschütze über den ersten Auswärtspunkt der Saison und erklärte: „Insofern kann man schon davon sprechen, dass wir den gewonnen haben.“ Auch wenn Giorgi Chanturia am Ende sogar noch einen Freistoß an die Latte nagelte.

Ein neuer Impuls

„Man sieht, dass die Mannschaft lebt“, erklärte Bohl. Und war mit dieser Meinung keineswegs alleine. „Die Art und Weise, wie wir auftreten, stimmt mich positiv, dass wir die Wende bald schaffen“, sagte etwa auch Ratajczak. Der Keeper war zum ersten Mal seit seinem Weggang 2012 nach Düsseldorf zurückgekehrt. „Nicht nur jetzt, auch in den Wochen davor waren wir schon strukturierter, geordneter und haben defensiv gut gestanden“, sagte „Rata“ zufrieden. Und Zlatko Janjic fügte an, dass er zuversichtlich sei, dass der MSV gegen Sandhausen einen Dreier nachlegen könne.

Am Ende sind in Duisburg alle einfach nur froh, dass ein neuer Trainer an der Seitenlinie steht. „Ein neuer Impuls ist in unserer Situation nicht verkehrt“, erklärte Bohl, verwies aber auch darauf, dass „jeder Spieler weiß, dass er davor nicht die Ergebnisse erzielt hat, die jedem guttun würden.“ Zum Glück hat er das am Freitagabend ja noch geändert.

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