Mit 254 Spielen und 59 Toren ist Friedhelm Funkel Rekordbundesligaspieler des KFC Uerdingen. 14 Jahre war er an der Grotenburg als Spieler aktiv, sechs Jahre als Trainer.

KFC Uerdingen

Funkel: "Verein hat an Stellenwert verloren"

19. November 2015, 09:37 Uhr
Foto: firo

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Mit 254 Spielen und 59 Toren ist Friedhelm Funkel Rekordbundesligaspieler des KFC Uerdingen. 14 Jahre war er an der Grotenburg als Spieler aktiv, sechs Jahre als Trainer.

Anlässlich des 110. Geburtstags des KFC Uerdingen sprach RS mit Funkel über sein heutiges Verhältnis zum KFC und über die sportliche Ausrichtung der Uerdinger.

Friedhelm Funkel, der KFC Uerdingen, bei dem Sie insgesamt 20 Jahre als Spieler und Trainer aktiv waren, feiert sein 110. Jubiläum.
Das ist eine erstaunliche Zahl, 110 Jahre ist toll. Auf der anderen Seite hat der KFC in den letzten Jahren durch den Abstieg in die Oberliga an Stellenwert in der Öffentlichkeit verloren. Der Verein ist nun leider nicht mehr mit dem zu vergleichen, der er noch in den Jahrzehnten zuvor gewesen ist.

Sie wohnen immer noch in Krefeld, inwieweit verfolgen Sie die sportliche Entwicklung des KFC Uerdingen?
Ab und zu bin ich da. Diese Saison habe ich bisher zwei Spiele gesehen. Zum einen das erste Meisterschaftsspiel gegen Schonnebeck (0:0, Anm. d. Red.) und die 1:4-Niederlage nach Verlängerung im Pokal gegen Rot-Weiss Essen. Ich schaue zwar regelmäßig auf die Ergebnisse, aber es ist nicht so, dass ich jetzt jede Woche mitfiebere. Der Verein ist im Vergleich zu damals allerdings auch grundsätzlich anders aufgestellt. Vom Sportlichen ist es auch nicht unbedingt so reizvoll, dass man da jede Woche hin muss, vom Gefühl her verbindet mich aber immer noch sehr viel.

Mit dem derzeitigen sportlichen Leiter Horst Riege haben Sie in Uerdingen fünf Jahre zusammengespielt. Hatten Sie bei Ihren Besuchen an der Grotenburg Zeit miteinander zu reden?
Wir haben in beiden Spielen nebeneinander gesessen und über alte Zeiten gequatscht. Wir verstehen uns und sehen uns ab und zu auch in der Stadt. Einmal im Jahr treffen wir uns mit der Mannschaft von damals zum Weihnachtsessen in Krefeld. Es war eine tolle Zeit, damals ging der Stern im Profifußball auf. Nur seit einigen Jahren ist der Verein leider sehr erfolglos.

Sie sind Rekord-Aufstiegstrainer in der zweiten Liga und haben auch den KFC als Trainer zweimal in die Bundesliga geführt. Haben Sie Tipps für den Verein, wie es mit dem KFC wieder hochgehen kann?
Michael Boris ist ein guter Trainer, wenn ich mir seine Vorstellung von Fußball durchlese. Nur ob die Mannschaft das so umsetzen kann, möchte ich anzweifeln. Ich weiß nicht, ob sie für einen Aufstieg gut genug ist. Zumal sie mit Wuppertal einen ernstzunehmenden Konkurrenten hat. Mit Herrn Boris glaube ich, dass sie den richtigen Mann für den Job haben.

Ist denn der Weg mit ehemaligen Profis wie Timo Achenbach und Mo Idrissou der richtige?
Das ist immer eine persönliche Ansicht. Ich glaube, dass das sehr teure Spieler sind und dass es vielleicht besser gewesen wäre, auf junge, willige und topmotivierte Spieler zu setzen, die sich auch noch weiterentwickeln können. Ich weiß nicht, ob das auch auf einen Mo Idrissou zutrifft. Er ist zweifellos ein guter Spieler, aber ob er noch den Mumm und die Bereitschaft in der fünften Liga hat, weiß ich nicht. Ein Timo Achenbach hingegen ist über jeden Zweifel erhaben. Ich bin davon überzeugt, dass einer wie er jeder Mannschaft gut tut. Er ist willensstark und hat einen sauberen Charakter, womit ich da auch niemandem unterstellen möchte, dass er einen schlechten Charakter hat. Aber so etwas sieht man ja auch in der vierten Liga, wie Viktoria Köln jedes Jahr aufs Neue versucht, mit namhaften Akteuren in die 3. Liga aufzusteigen. Da muss man doch auch mal versuchen, etwas zu verändern. Mit Rot-Weiss Essen liegt ein weiterer Verein noch viel weiter hinter den Erwartungen zurück.

Boss Lakis hat vor der Saison den Doppel-Aufstieg als Ziel ausgegeben. Werden mit solchen Aussagen nicht zu große Erwartungshaltungen geweckt?
Das ist schwierig. Zwei Aufstiege in Folge anzupeilen, ist auf jeden Fall mutig. Sie sollten erst mal zusehen, einmal aufzusteigen. Schauen Sie sich doch mal an, wer alles in der vierten Liga spielt. Und es sind noch viel mehr namhafte Vereine in dieser Klasse, da steigt man nicht ohne Weiteres auf.

Was wünschen Sie sich für den KFC Uerdingen?
Ich wünsche mir, dass sich der KFC kontinuierlich festigt. Eine gute, junge Mannschaft zusammenbaut, die in zwei, drei Jahren in die Regionalliga aufsteigen kann. Wenn man sich dort stabilisiert hat, kann man wirklich mal die 3. Liga im Kopf haben. Einen Doppel-Aufstieg anzukündigen, das halte ich jedoch für sehr gewagt.

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