„So etwas darf sich nicht wiederholen!“

Düsseldorf

Trainer Kramer bekommt ein weiteres Endspiel

Marcus Gülck
11. November 2015, 11:25 Uhr
Foto: firo

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„So etwas darf sich nicht wiederholen!“

Mit dieser eigentlich unmissverständlichen Aussage, adressiert an Fortunas Cheftrainer Frank Kramer und seine Zweitliga-Fußballer, ließen Fortunas kommissarischer Vorstandsvorsitzender Paul Jäger und Sportdirektor Rachid Azzouzi nach dem 1:5-Debakel in Nürnberg im DFB-Pokal noch einmal Gnade vor Recht ergehen.

Keine zwei Wochen später hätte man diese Worte erneut so aussprechen können. Die Fortuna leistete sich im Punktspiel am Hamburger Millerntor vor allem in der ersten Halbzeit abermals einen sportlichen Offenbarungseid, „der an Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten ist“, wie Paul Jäger gestern im Gespräch mit der NRZ betonte. „Eine solche Leistung ist unseren Fans nicht mehr zuzumuten. Ich höre und lese immer, dass die Mannschaft den Trainer sehr schätzt, dann soll sie das bitteschön auch auf dem Platz zeigen!“

Die in ihrer Höhe letztendlich noch schmeichelhafte 0:4-Niederlage legte schonungslos offen, dass die Fortuna aus ihrem Auftritt im Pokal rein gar nichts gelernt hat. Umso überraschender mutet es nun an, dass die erneute sportliche Bankrotterklärung keine personellen Konsequenzen nach sich zieht. Der bereits vor dem 1:0-Arbeitssieg gegen die SpVgg Greuther Fürth angezählte Cheftrainer Frank Kramer und seine Mannschaft erhalten nach der Länderspielpause im brisanten Keller-Derby gegen Duisburg am 20. November eine allerletzte Bewährungschance. Für den 43-Jährigen wird es ein Endspiel.

Wie Kramer in den verbleibenden zehn Tagen allerdings all jene am Millerntor gezeigten Baustellen aufarbeiten will, bleibt fraglich. Mit Ausnahme von Torhüter Michael Rensing, der alleine in der Schlussviertelstunde der ersten Halbzeit viermal gegen einen freistehenden Hamburger ein noch höheres Debakel verhinderte, enttäuschte Rot-Weiß auf der ganzen Linie. Die Abwehr agierte naiv bis schläfrig, das Defensivverhalten auf den Flügeln mutete geradezu dilettantisch an, weil es Sercan Sararer und vor allem Mathis Bolly nicht als nötig erachteten, nach hinten zu arbeiten. Zahlreiche Ballverluste im Mittelfeld spielten dem konterstarken Gegner in die Karten, der gegen Solo-Spitze Didier Ya Konan leichtes Spiel hatte. Dass Paulis Torhüter Robin Himmelmann nicht eine Parade zeigen musste, sagt eigentlich schon alles aus.

Das Maß war voll

Spätestens nach dem Gegentreffer zum 0:4-Endstand war bei Fortuna-Keeper Michael Rensing das Maß voll. Er nahm sich Kapitän und Abwehrchef Karim Haggui zur Brust, woraus eine kurze Schubserei entstand. Nach dem Schlusspfiff verschwand der Keeper frustriert in der Kabine, während sich die Teamkollegen zur Besprechung am Mittelkreis versammelten. Eine Szene mit Symbolcharakter. Die Zeiten für vollmundige Worte sind bei der Fortuna längst vorbei.

Autor: Marcus Gülck

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