Wenige Augenblicke vor dem Ende wurde Pierre-Emerick Aubameyang ausgewechselt – und die Menschen im Stadion erhoben sich von ihren Sitzen.

BVB

Aubameyang - der Derby-Serientäter

Daniel Berg
09. November 2015, 10:07 Uhr
Foto: firo

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Wenige Augenblicke vor dem Ende wurde Pierre-Emerick Aubameyang ausgewechselt – und die Menschen im Stadion erhoben sich von ihren Sitzen.

Er hatte den dritten Treffer gemacht, der den Sieg gegen Schalke sicherte. Vier Treffer in fünf Derbys stehen für ihn nun in den Statistiken. Er ist ein Serientäter, nicht nur seine Tore betreffend.

Ein feines Zuspiel von Gonzalo Castro hatte [person=12384]Aubameyang[/person] kurz nach der Halbzeit an Schalkes Torwart Ralf Fährmann vorbei ins Tor geschlenzt und die Dezibelzahlen im Dortmunder Stadion somit in den roten Bereich geregelt. „Das war ein schöner Spielzug und Auba macht das sehr kaltblütig“, lobte Sportdirektor Michael Zorc nach der Partie. Nach seinem Treffer lief der Gabuner zur Seitenlinie, entledigte sich seines Trikots und präsentierte ein gelbes Hemdchen, auf dem ein Batman-Logo prangte. Dazu die Frage: „Do you remember?“ Erinnert ihr euch?

Und wie sich alle erinnerten. Schreckgespenster gibt es im Unterhaltungsbetrieb Bundesliga immer wieder, aber Helden, die Schrecken verbreiten, sind rar. Denn schon im Februar, als der BVB den FC Schalke mit 3:0 bezwang und Aubameyang sein Tor mit einer Batman-Maske auf dem Gesicht feierte, konnte er sich einen Hinweis auf den Comic-Helden nicht verkneifen. „Das ist ein Teil seiner Persönlichkeit“, meinte Tuchel über die manchmal kindliche Freude seines Stürmers, „aber es steckt eben auch viel Arbeit dahinter. Das ist ein anderer Teil seiner Persönlichkeit.“

Eigentlich hätte es erneut ein gemeinsamer Jubel mit seinem Kumpel [person=1910]Marco Reus[/person] werden sollen, der im Frühjahr Batmans Hilfskraft Robin gab, doch der Nationalspieler saß verletzt auf der Tribüne. „Ihm widme ich den Treffer“, freute sich Aubameyang nach seinem Dienstende und hoffte auf Nachsicht seiner Vorgesetzten ob seiner erneuten Einlage. Schließlich gibt es für derartige Aktionen die Gelbe Karte. Im Wiederholungsfall könnte das theoretisch irgendwann zu einer Sperre führen.

Mit dem Trainer hatte Aubameyang vorher wohl weißlich nicht geredet. „Ich habe mit ihm nicht darüber gesprochen, weil er sicher gesagt hätte, dass ich das wegen der Gelben Karte nicht machen darf“, lachte der Torjäger, der nun bei 14 Saisontreffern steht. „Toll, dann wäre ich ja die Spaßbremse gewesen“, lachte hingegen Tuchel und erstaunte mit antiautoritären Gedanken. „Es ist so, dass man im Überschwang der Gefühle dazu neigt zu sagen, dass es egal ist. Aber ich mag mir nicht ausdenken, dass er gesperrt sein könnte, weil er seine Tore so bejubelt“, meinte der Trainer: „Ich hatte vorab gelesen, dass er eine Fortsetzung planen könnte. Heute hätte ich also ein Auge zugedrückt, im Rückspiel werde ich eventuell noch einmal ein Auge zudrücken. Aber nur in diesen Spielen.“

Die Schalker werden das wohl eher nicht so gern hören.

Autor: Daniel Berg

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