Nach den Äußerungen von S04-Manager Horst Heldt am Dienstag ist klar: Auf Schalke tobt ein Machtspiel.

Kommentar

Die Runde ging an Heldt - aber das Spiel geht weiter

03. November 2015, 13:42 Uhr
Foto: firo

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Nach den Äußerungen von S04-Manager Horst Heldt am Dienstag ist klar: Auf Schalke tobt ein Machtspiel.

Die letzte Runde ging an Heldt. Doch es ist noch nicht vorbei. [b]Ein Kommentar.[/b]

Das gibt es auch nur auf Schalke: Auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz verkündet ein Manager acht Monate vor Vertragsende, dass er diesen erfüllen wird. Dafür bräuchte es natürlich keine solche Inszenierung, nicht mal bei dem aufgeregten Kultverein aus Gelsenkirchen.

Horst Heldt ging es um etwas anderes: Zum einen sind da die schwierigen sportlichen Aufgaben, die dem Revierklub in den nächsten Tagen und Wochen bevorstehen. Schon längst wirft das Derby, das am Sonntag in Dortmund steigt, seinen Schatten voraus. Und bei den anhaltenden Diskussionen um die Zukunft des Sportvorstandes, aber auch um so manche Äußerung des Trainers, drohte S04 in der entscheidenden Phase den Fokus zu verlieren. Nicht auszudenken, was für eine Stimmung auf Schalke herrschen würde, wenn es beim Erzrivalen eine deftige Pleite setzt, die durchaus hausgemachte Ursachen haben könnte. Der am Dienstag geschlossene, demonstrative Burgfrieden zwischen Heldt und Trainer André Breitenreiter soll die Voraussetzungen schaffen, um wieder in Ruhe arbeiten zu können.

Heldt dreht den Spieß um

Ob das gelingt, bleibt abzuwarten. "Totmachen" wolle er das Thema, wie es mit ihm weitergeht, so betonte Heldt. Und doch läutete er eine neue Runde ein. Denn längst läuft da ein Scharmützel zwischen Sportvorstand und Aufsichtsrat, namentlich in Person von Clemens Tönnies. Da waren Heldts Andeutungen, dass er sich unter "anderen Voraussetzungen" durchaus vorstellen könne, beim FC Schalke zu bleiben.

Vor allem scheint er aber raus aus der Opferrolle zu wollen. Von Tönnies wurde er mit dem öffentlich gewordenen Interesse an Mainz-Manager Christian Heidel nicht nur überfahren, sondern fast gedemütigt. "Das kann ich auch", mag Heldt sich denken und drehte den Spieß jetzt um: Wie es in der sportlichen Führung weitergeht, dass sei nicht sein Problem, das müsse zu gegebenem Zeitpunkt der Aufsichtsrat erklären.

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Er selbst hingegen ist aus dem Schneider, auch weil er noch einmal untermauerte, dass er selbst ja gar "nicht so wichtig ist", der Verein mit seinen Fans und Mitgliedern hingegen über allem stehe. Damit kann er genau so gut sein Gesicht wahren, wie mit seinem Rücktritt (mit dem nicht wenige am Dienstag gerechnet haben). Wie immer bei Machtspielen, und genau ein solches läuft aktuell auf Schalke, gibt es aber einen Hintergedanken hinter solch wohlformulierten Sätzen. Heldt hat nicht viel zu verlieren und er ist auf einem guten Weg, wie geplant "aufrecht" aus der Geschichte herauszugehen, vielleicht sogar als "Sieger". Wahrscheinlich geht dies allerdings nur auf Kosten des Aufsichtsrates. Somit scheint sich zu bewahrheiten, was viele Fans längst befürchten: Wie das Spielchen ausgeht, ist egal - am Ende hat der Verein mal wieder Schaden genommen.

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