Endlich. Die Erleichterung, am zehnten Spieltag den ersten Dreier gelandet zu haben, ist in ganz Duisburg förmlich greifbar.

MSV Duisburg

Der nächste Gegenwind ist überstanden

08. Oktober 2015, 18:48 Uhr
Foto: Ketzer

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Endlich. Die Erleichterung, am zehnten Spieltag den ersten Dreier gelandet zu haben, ist in ganz Duisburg förmlich greifbar.

Vor allem bei Gino Lettieri, um den die Diskussionen nun (erst einmal) verstummen. Die Zebras können durchpusten.

Noch am Abend des Triumphs postete Lettieri bei facebook ein Foto, auf dem er ein Glas Pils des Sponsors in der Hand hält. Darunter die Zeile: „Heute ein König“. Ein Bild, das zeigt, wie groß die Anspannung war, schließlich hätte ihm eine erneute Niederlage seinen Job kosten können. So hat es aber seinen Trainerkollegen Markus Gellhaus erwischt, der mit dem SCP ebenfalls einen schlechten Start hingelegt hatte. Lettieri ist sich dessen bewusst: „Ich kenne das Geschäft. Dass wir gewonnen haben, ist nun aber nicht unbedingt eine Genugtuung.“

Die ständigen Diskussionen gehen nicht spurlos an Lettieri vorbei

Damit gibt der Coach, der sich vor dem Schicksalsspiel gelassen und ruhig gab, trotzdem einen kleinen Einblick in sein Seelenleben. Auch wenn er versucht, die ständigen Diskussionen um seine Person auszublenden, gehen sie nicht spurlos an ihm vorbei. Allerdings scheint er eine gewisse Routine darin zu entwickeln, denn im Vorjahr wehte ihm erst nach dem schwachen Start, dann nach dem Pokal-Aus in Oberhausen der Wind ins Gesicht.

Doch davon lassen sich weder Lettieri, noch die Vereins-Verantwortlichen beeindrucken. Im Gegenteil. Allen voran Sportdirektor Ivica Grlic steht wie eine Eins hinter dem Deutsch-Italiener. Zudem hat die Mannschaft durch ihren Kampf und Einsatz immer wieder bewiesen, dass das Verhältnis zum Coach intakt ist. Und der Erfolg gibt allen Recht. Erst der Aufstieg, der nicht selbstverständlich war, und jetzt der Befreiungsschlag gegen Paderborn, mit dem angesichts des enormen Erfolgszdrucks nicht zu rechnen war.

Doch auch davon will Lettieri nichts wissen und ihn schon gar nicht überbewerten. Im Gegenteil: Gewohnt sachlich stellt er fest: „Wir haben den Anschluss geschafft – mehr nicht. Wir müssen weiter hart arbeiten und die leichten Fehler, vor denen ich mich selbst erschrecke, abstellen. Doch es wird nun etwas einfacher. Denn die Jungs haben jetzt das Gefühl, auch in der zweiten Liga gewinnen zu können.“

Ein Gefühl, dass dem gesamten Spielverein Auftrieb gegeben hat und die neue Vereinspolitik, die seit dem Lizenzentzug Einkehr erhalten hat, stützt. Ruhe zu bewahren und den Weg, von dem man überzeugt ist, nicht zu verlassen, kann zum Erfolg führen. Im Fall Gino Lettieris trifft das jedenfalls zu.

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