Aufsteiger Blau-Weiß Oberhausen sorgt in der Landesliga mächtig für Furore. Das Team von Trainer Thorsten Möllmann kletterte auf einen möglichen Relegationsplatz.

BW Oberhausen

"Andere Trainer würden um den Abstieg spielen"

Martin Herms
05. Oktober 2015, 14:07 Uhr
Foto: Ketzer

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Aufsteiger Blau-Weiß Oberhausen sorgt in der Landesliga mächtig für Furore. Das Team von Trainer Thorsten Möllmann kletterte auf einen möglichen Relegationsplatz.

Rund zwei Jahre ist es her, dass Thorsten Möllmann vor seinem Amtsantritt beim damals taumelnden Bezirksligisten Blau-Weiß Oberhausen in gewohnter Manier kräftig auf die Brause gehauen hatte. "Mein Ziel ist der Aufstieg in die Oberliga", ließ der neue BWO-Coach verlauten. Ein durchaus gewagtes Ziel, das Möllmann auch jede Menge Spott und Häme einbrachte. Der Sprung in die fünfthöchste Spielklasse ist nach wie vor noch in weiter Ferne, seit dem vergangenen Wochenende klingt dieses Vorhaben aber nicht mehr nach einer Stammtisch-Ansage.

Durch den 3:2-Heimerfolg über das nominell hochkarätig besetzte Team des Rather SV eroberte das Team von der Tulpenstraße den dritten Tabellenplatz. Sollte kein Verein vom Niederrhein aus der Regionalliga West absteigen, wäre das schon ein Relegationsplatz. Bei einem Absteiger, aktuell wäre es der FC Kray, bliebe es bei zwei Aufsteigern pro Landesliga-Gruppe. Natürlich hat sich auch Möllmann schon mit dieser Regelung beschäftigt. "Die Oberliga würden meine Jungs und ich gerne mitnehmen. Dafür muss aber der komplette Verein wachsen und nicht bloß die erste Mannschaft. Wir werden aber alles dafür tun, um dieses Ziel zu erreichen", betont der langjährige Coach des SC 1920 Oberhausen und rechnet in diesem Zusammenhang mit seinen einstigen Kritikern ab: "Als der bekloppte Möllmann vor zwei Jahren von der Oberliga gesprochen hat, wurde laut gelacht. Man hat uns vor dieser Saison selbst den Klassenerhalt nicht zugetraut. Und nun stehen wir oben."

Über die Qualität des Teams und des Trainers muss man nicht sprechen
Thorsten Möllmann

Mit 19 Punkten aus den ersten zehn Spielen haben die Blau-Weißen ihr Soll mehr als erfüllt. Und das, obwohl mit [person=19696]Ricardo Lenz[/person] (Schien- und Wadenbeinbruch), [person=19886]Fatih Uzun[/person] (Schambeinentzündung) und [person=28348]Muhammed Canim[/person] (Adduktorenabriss) drei wichtige Abwehrspieler seit Saisonbeginn fehlen. Stürmer [person=14374]Oliver Nözel[/person] muss aktuell aus beruflichen Gründen kürzertreten. Laut Möllmann komme seiner Mannschaft die Landesliga entgegen. "In dieser Liga wird Fußball gespielt - und das können wir hervorragend. Wir haben mehrere Spieler, die höher spielen können. [person=8174]Pascal Spors[/person], [person=7178]Mehmet Dag[/person] und meinem Sohn [person=21706]Sascha[/person] traue ich die Regionalliga zu. [person=19668]Ümit Ertural[/person] und [person=14360]David Möllmann[/person] machen ihre Gegenspieler Woche für Woche nass. Die Liga ist sehr ausgeglichen und stark, aber für unser Team ist alles möglich."

Und natürlich lässt Möllmann im Zuge seines Lobliedes auch sich selbst nicht außen vor. Mit einigen Positionswechseln, so läuft der etatmäßige Stürmer Pascal Spors seit Wochen als rechter Außenverteidiger auf, habe er freilich einen nicht unerheblichen Teil zum Erfolg beigetragen. "Über die Qualität des Teams und des Trainers muss man nicht sprechen. Andere Trainer würden mit diesen Personalproblemen um den Abstieg spielen. Ich weiß zu 95 Prozent, wo die Spieler am besten hingehören und habe einige überraschende Dinger aus dem Hut gezaubert, die bisher funktionieren. Wir haben noch einen weiten Weg vor uns. Wenn es aber so weiter geht, können wir uns oben festsetzen", hofft Möllmann, dass sein großer Traum vielleicht schon in diesem Jahr in Erfüllung geht.

Autor: Martin Herms

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