Thomas Tuchel musste reagieren. 53 Minuten waren gespielt und Borussia Dortmund lag beim FC Bayern München mit 1:3 zurück.

BVB

Reus findet auch in München nicht aus der Formkrise

Sebastian Weßling
05. Oktober 2015, 13:21 Uhr
Foto: firo

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Thomas Tuchel musste reagieren. 53 Minuten waren gespielt und Borussia Dortmund lag beim FC Bayern München mit 1:3 zurück.

Also stellte der BVB-Trainer um, wechselte von einem Hybrid aus 4-3-3 und 4-4-2 mit Raute im Mittelfeld auf ein klassisches 4-2-3-1. Und er wechselte Marco Reus ein.

Fast eine Stunde hatte der BVB-Star auf der Bank gesessen - obwohl er nicht verletzt oder angeschlagen war. Dass der Nationalspieler in einem derart wichtigen Spiel draußen bleiben muss, hat es in Dortmund lange nicht gegeben. Es war jedoch allzu bezeichnend, dass darüber nach dem Spiel kaum ein Wort verloren wurde. Denn der nominelle Topstar der Dortmunder war in den vergangenen Wochen vollkommen neben der Spur.

Knapp drei Wochen hatte er wegen einer Zehenverletzung gefehlt, danach wirkte er merkwürdig gehemmt. Beim 1:1 in Hoffenheim und dem 2:2 gegen Darmstadt agierte er schwach, in der Europa League bei PAOK Saloniki (1:1) verschwand er, als Mittelstürmer eingesetzt, ganz in der Versenkung, bewegte sich geradezu lethargisch über den Platz. Spätestens da wurde deutlich: Der Mann, der für den BVB eigentlich die Spiele entscheiden soll, steckt in einer veritablen Formkrise.

Dass er nun draußen blieb, war sportlich konsequent. "Marco hatte zuletzt dreimal hintereinander gespielt, es war eine schwere Entscheidung, ihn zunächst draußen zu lassen", erläuterte Trainer Tuchel den Verzicht auf seinen Topstar allerdings äußerst diplomatisch. "Ich habe gehofft, dass das Spiel länger eng sein wird und wir dann mit Marcos Frische nochmal Akzente setzen können.“

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Der Plan ging nicht auf. Reus zeigte sich nach seiner Einwechslung zwar engagiert - aber mehr als eine Direktabnahme neben das Tor, einen Freistoß deutlich darüber, einige gelungene und mindestens ebenso viele missratene Pässe blieb von ihm nicht in Erinnerung.

"Ich habe immer die Hoffnung, dass Marco explodiert. Er hat das absolute Potenzial dazu", hatte Tuchel noch unter der Woche gehofft. In München ist diese Explosion noch ausgeblieben.

Autor: Sebastian Weßling

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