Mit furiosem Angriffsfußball sorgt der SV Bommern für Aufsehen in der Bezirksliga 6 Westfalen. Die Defensive bleibt dabei hin und wieder auf der Strecke.

SV Bommern

Salkanovic' Jungs sind "nicht zu bremsen"

Julian Bischoff
23. September 2015, 10:07 Uhr
Foto: Ketzer

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Mit furiosem Angriffsfußball sorgt der SV Bommern für Aufsehen in der Bezirksliga 6 Westfalen. Die Defensive bleibt dabei hin und wieder auf der Strecke.

Einmal mehr brannte der SV Bommern ein Offensivfeuerwerk ab. Beim Auswärtspiel gegen Ligaschlusslicht VfB Westhofen gelangen der Mannschaft von Semin Salkanovic fünf Treffer - insgesamt stellt der Wittener Stadtteilklub nach dem 5:4-Sieg vom Sonntag nun mit 16 Saisontoren den zweitgefährlichsten Angriff der Liga, nur Ligaprimus Hagen 11 hat noch öfter getroffen. Vor allem dank dieser furiosen Offensive steht der SVB nach sechs Spieltagen und drei Siegen in Folge auf einem überraschend starken dritten Tabellenplatz.

Furiose Bommeraner Offensive

Bereits in der vergangenen Saison, die man als Elfter abschloss, präsentierte sich der SVB offensivstark. In dieser Spielzeit scheint die Abteilung Attacke indes noch besser zu funktionieren, bislang gelangen der Salkanovic-Truppe starke 2,7 Treffer pro Partie. Einer der Hauptverantwortlichen für diesen starken Schnitt heißt [person=7389]Fabio Di Tavi[/person]. Der Stürmer kam vor der Saison vom TuS Wengern, den er in der Rückrunde der vergangenen Saison trotz sechs Treffern in zehn Partien nicht vor dem Abstieg aus der Bezirksliga 6 bewahren konnte. In Witten hat sich der 24-Jährige nun glänzend eingefügt, nach sechs Spieltagen stehen bereits fünf Tore zu Buche. "Fabio ist ein richtig starker Angreifer, es gibt wenn überhaupt nur zwei, drei bessere in dieser Liga", schwärmt der Trainer vom Deutsch-Italiener, der für den Wuppertaler SV einst zwei Jahre in der A-Junioren-Bundesliga stürmte.

Neben Di Tavi prägen noch einige weitere Akteure die starke Offensive Bommerns. So etwa der junge Angreifer [person=26599]Marcel Herrmann[/person], der gegen Westhofen viermal traf, in Hälfte eins sogar dreimal binnen nur weniger Minuten. Oder [person=15991]Patrick Bräuer[/person], der die Angriffe seiner Elf als Spielgestalter initiiert und immer wieder für ein Traumtor gut ist - am vergangenen Sonntag schoss er einen Freistoß aus 35 Metern in den Winkel. Auf den Außen sorgen die pfeilschnellen [person=20763]Daniel Müller[/person] (rechts) und [person=20762]Michael Kraus[/person] (links) für ständige Gefahr. Letzterer wird seinem Team jedoch aufgrund eines jüngst zugezogenen Kreuzbandabrisses längere Zeit fehlen.

Altbekannte Schwächen in der Defensive

Dass es beim 5:4-Erfolg in Westhofen neben dem offensiven Feuerwerk seiner Elf auch vier Gegentreffer gab, lag laut Salkanovic in erster Linie daran, dass seine Elf nach der frühen 4:1-Führung in Sachen Konzentration nachgelassen habe. In der Pause richtete der Coach mahnende Worte an seine Spieler, "doch ist der eine oder andere Satz wohl nicht richtig angekommen", konstatierte Salkanovic hinterher. Und so kam der Tabellenletzte im zweiten Durchgang zwischenzeitlich bis auf 3:4 heran. "Dass es meine Jungs in Hälfte zwei so locker nehmen würden, war nicht geplant."

Überhaupt die Defensive. Sie ist ein altbekanntes Problem beim SV Bommern. Und dass dieses noch immer nicht gelöst wurde, liegt angesichts von bereits zwölf kassierten Toren auf der Hand. Dabei wurde in der Sommerpause besonders an der Abwehr geschraubt, fünf neue Spieler wurden für diesen Bereich verpflichtet. Trotz der hohen Gegentorzahl zeigt sich Salkanovic jedoch nicht gänzlich unzufrieden mit der bisherigen Defensivarbeit seiner Jungs. In den Trainingseinheiten unter der Woche werde indes weiterhin am Abwehrverhalten gefeilt. "Wir arbeiten weiter daran, weniger Gegentore zu bekommen. Bislang sieht die Abwehrarbeit an sich schon ganz gut aus", zeigt sich der Trainer zuversichtlich, dass dass der SVB den eigenen Kasten künftig öfter mal sauber hält.

Insgesamt sieht Salkanovic den SV Bommern auf einem guten Weg. Im Rahmen der finanziell eng gesteckten Möglichkeiten ("Vom Geld her belegen wir in dieser Liga einen Abstiegsplatz") werde beim Klub aus Witten hervorragende Arbeit geleistet, Schritt für Schritt würden die Bedingungen Am Goltenbusch besser. Zeit zum Träumen beim SV Bommern? Semin Dalkanovic bleibt bescheiden, gibt weiterhin einen einstelligen Tabellenplatz als Saisonziel aus. Doch fordert er seine Mannschaft darüber hinaus auf, "weiterhin gierig zu bleiben" und an der forschen offensiven Spielweise festzuhalten: "Ich kann meine Jungs manchmal gar nicht bremsen - und möchte das auch gar nicht."

Autor: Julian Bischoff

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