Trainer mit Waffe bedroht

Ex-Torwart muss zur Jugendhilfe

17. September 2015, 15:58 Uhr
Foto: Ketzer

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"Torwart bedroht Trainer mit Schusswaffe": Diese Geschichte aus dem Düsseldorfer Jugendfußball hatte deutschlandweit für großes Entsetzen gesorgt.

An diesem Donnerstag fand vor dem Düsseldorfer Lands- und Amtsgericht die Verhandlung über Nicolai B. statt. Der ehemalige Torhüter der A-Junioren des SV Oberbilk war nach einem Spiel seiner Mannschaft völlig ausgerastet und hatte in der Kabine vor seinem Trainer plötzlich eine Schusswaffe gezogen.

Auch wenn sich die Knarre letztlich "nur" als Schreckschusspistole herausstellte, hat Trainer Bülent Göcer diese Szene noch so vor Augen, als ob sie gestern passiert wäre.

Es war der 29. November 2014, als sich die U19 des SV Oberbilk bei Rhenania Hochdahl in Erkrath eine 0:15-Klatsche abholten. Nachdem es schon während der Partie laut Zeugenaussagen unter den Oberbilker Theater gab, eskalierte nach dem Abpfiff der Streit. Laut Polizei knallte der Sohn von Trainer Göcer dem Keeper eine Ohrfeige ins Gesicht, worauf der Torwart eine Pistole zog – wie sich später herausstellte, eine Schreckschusswaffe.

Verfahren abgeschlossen, Urteil aber noch nicht rechtskräftig

Bei der Verhandlung am Donnerstag zeigte sich Nicolai B. vor Gericht geständig, dass er die Waffe bei sich geführt habe. Wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz wurde der inzwischen 18-Jährige zu erzieherischen Maßnahmen (Beratung bei der Jugendhilfe) verdonnert. Weil vor dem Amtsgericht in einem Abwasch gleich einige Verkehrsdelikte Nicolai B.'s (überhöhte Geschwindigkeit) mit verhandelt wurden, muss er außerdem seinen Führerschein für zwei Monate abgeben.

Das strafrechtliche Verfahren sei "damit abgeschlossen", teilte Richterin Elena Frick auf RevierSport-Anfrage mit, aber "noch nicht rechtskräftig".

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