Rund 400 Zuschauer waren zur Helmut-Rahn-Sportanlage gekommen, um das Pokalderby zwischen dem VfB Frohnhausen und ETB Schwarz-Weiß zu verfolgen.

Niederrheinpokal

Said-Show im Essener Derby

Krystian Wozniak
08. August 2015, 08:41 Uhr
Foto: Michael Ketzer

Foto: Michael Ketzer

Rund 400 Zuschauer waren zur Helmut-Rahn-Sportanlage gekommen, um das Pokalderby zwischen dem VfB Frohnhausen und ETB Schwarz-Weiß zu verfolgen.

Die zahlenden Gäste sollten ihr Kommen trotz der Wespenplage an der Raumerstraße nicht bereuen. Am Ende war es ausgerechnet [person=1525]Chamdin Said[/person], der das Weiterkommen des Oberligisten gegen den von seinem Bruder und Chef im Sportfachgeschäft "Duwe" Issam Said trainierten VfB mit einem Dreierpack entschied. "Ich kann damit leben. Immerhin war es eine Said-Show. Der Sieg bleibt in der Familie", war Issam Said trotz der 1:5-Niederlage gut gelaunt. Neben seinem Bruder Chamdin (3) hatten noch Ribene Ngwanguata und Nassirou Ouro-Akpo für den ETB getroffen. Der stärkste Frohnhausener Nils Thiesling war es, der das zwischenzeitliche 1:3 erzielte.

Dabei war von einem Zwei-Klassen-Unterschied lange nichts zu sehen. Frohnhausen spielte mutig und offensiv. Doch eklatante Abwehrschnitzer brachten den VfB immer wieder um ihre Arbeit. "Was macht ihr denn da, Jungs? Ihr macht euch die ganze Arbeit durch diese Scheiße kaputt", brüllte ein wutentbrannter Issam Said nach dem Doppelpack (24., 30.) seines Bruders. Kurz vor der Pause hatte Samir Laskowski den Anschlusstreffer auf dem Fuß, doch Tobias Ritz rettete per Weltklasse-Reflex. "Das Ding habe ich schon drin gesehen", staunte Said.

Nach der Pause kam der VfB noch stärker raus und dominierte die ersten zehn Minuten nach Wiederanpfiff fast nach Belieben. Die Frohnhausener rannten immer wieder an und blieben an der guten Abwehr der Schwarz-Weißen hängen oder fanden in Ritz ihren Meister. Dann war es erneut so ein böser Defensivfehler, diesmal durch VfB-Torwart Marko Razic, der viel zu weit vor seinem Kasten stand und von Chamdin Said aus rund 22 Metern überlupft wurde. "Das darf nicht passieren. Schlimmer war noch die Szene nach dem 1:4. Da muss Marko seinen Mund halten und einfach schlucken", ärgerte sich Issam Said über die Ampelkarte für seinen Schlussmann binnen drei Sekunden. Said selbst konnte dann nicht ins Tor, weil er ebenfalls wegen Meckerns hinter die Barriere musste. Frohnhausen musste die Partie mit einem Feldspieler im Tor beenden und verlor letztendlich mit 1:5. "Ich denke, dass sich mein Bruder nicht so ärgert. Denn er hat mir vorher gesagt, dass er dem ETB den Sieg nur gönnt, wenn ich treffe. Den Gefallen habe ich ihm dann auch getan", sagte Matchwinner Chamdin Said mit einem Augenzwinkern.

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ETB-Coach Antonio Molina wollte das Spiel gar nicht analysieren und fasste sich kurz: "Wir haben die Pflichtaufgabe souverän gelöst. Da sind schon ganz andere Gegner in der ersten Runde rausgeflogen. Das wollten wir unbedingt vermeiden und haben unser Ziel realisiert."

Autor: Krystian Wozniak

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