Der TV Jahn Hiesfeld hat sich in den letzten Jahren zu einer der besten Adressen im westdeutschen Amateurfußball entwickelt.

TV Jahn Hiesfeld

"Nicht immer nur nach Titeln streben!"

02. Juli 2015, 18:07 Uhr
Foto: Tillmann

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Der TV Jahn Hiesfeld hat sich in den letzten Jahren zu einer der besten Adressen im westdeutschen Amateurfußball entwickelt.

Der Klub wird seriös geführt, die Mannschaft überzeugt (meist), wodurch die „Veilchen“ nicht umsonst das höchstspielende Team im Kreis Wesel sind.

Der Erfolg der Hiesfelder, die am Mittwoch ihren Trainingsauftakt hatten und am Samstag, 4. Juli, um 14 Uhr in der Neutor Galerie in Dinslaken ihre Mannschaft präsentieren, ist eng mit einem Namen verknüpft: Harald Plank. Der Unternehmer hält die Zügel als Manager sowie Hauptsponsor in der Hand und hat es geschafft, aus dem einstigen Bezirksligisten einen Verein zu formen, der in einer der höchsten Amateurklasse ein wichtiges Wort mitreden kann.

[infobox-right]Infos zur Person Harald Werner Plank, geboren am 16. November 1962 in Duisburg-Walsum.
Größe: 1,85 Meter
Gewicht: 85 Kilo
Beruf: selbstständiger Kaufmann
Stationen als Aktiver: SV Walsum, SG Wacker Walsum
Größter Erfolg: Mehrfache Aufstiege mit dem TV Jahn Hiesfeld[/infobox]

Nach der erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte, 2014, als die Mannschaft von Trainer Jörg Vollack nicht nur Vierter in der Oberliga wurde, sondern auch das Niederrheinpokal-Finale gegen den MSV Duisburg erreichte, verlief die vergangene Saison nicht ganz nach Planks Geschmack. Doch was ist überhaupt das Ziel des 52-Jährigen? Ist es der Aufstieg in die Regionalliga? Oder genießt er es, in der Spielklasse anerkannt zu sein? Fragen, die Plank im RS-Interview mit einem flammenden Plädoyer für die Oberliga beantwortet.

Harald Plank, seit Jahren werden Sie von der Konkurrenz zu den Aufstiegskandidaten gezählt und kokettieren auch gerne selbst damit, oben angreifen zu wollen. Wie enttäuscht sind Sie, dass es bislang nicht geklappt hat?
Ich bin gerne in der Favoritenrolle und wenn uns andere nach vorne schieben, ist es erst einmal ein Zeichen dafür, dass wir gute Arbeit abliefern. Doch was die anderen über uns sagen, spielt für uns keine Rolle. Nach der besten Saison der Vereinsgeschichte wussten wir, dass es schwer wird, so eine Spielzeit noch einmal zu wiederholen. Wir wollten mehr als den vorherigen Platz vier und haben es leider nicht geschafft. Trotzdem ist es uns gelungen, die 50-Punkte-Marke zu erreichen. Dass wir die angepeilten 60 Zähler nicht geholt haben, hatte damit zu tun, dass wir als einziges Team das Kunststück fertig gebracht haben, zwei Mal gegen den Absteiger aus Nievenheim zu verlieren. Wir haben zu viele Punkte gegen die Vereine von unten liegen gelassen. Das ist ärgerlich, am Ende aber kein Genickbruch. Denn gegen die Übermannschaft aus Velbert hätten wir ohnehin keine Chance gehabt.

In der neuen Saison steht der TV Jahn vor demselben Problem: Uerdingen, Wuppertal und Bocholt sind die Aufstiegsfavoriten. Was passiert mit Hiesfeld?
Wir sind realistisch. Der KFC, WSV und 1. FC sind für mich ganz vorne. Die haben schließlich auch einen viel höheren Etat als wir und ganz klar die Mütze auf. Dazu kommen noch Mannschaften wie Duisburg II, Ratingen oder TuRU Düsseldorf, die ebenfalls vorne mitmischen wollen. Zudem sind die Aufsteiger sehr stark, sodass die Qualität der Liga insgesamt erneut gestiegen ist. Vielleicht sollte man lernen, nicht immer nur nach Titeln zu streben, sondern sich auch mal damit zufrieden geben, einfach eine gute Saison zu spielen, die dann vielleicht auch mal „nur“ mit Platz neun beendet wird.

Also ist Platz neun das Ziel?
Nein. Wir haben eine spielstarke Mannschaft, wollen und können aber nicht in die Etat-Sphären von Uerdingen, Wuppertal oder Bocholt vorstoßen. Wir freuen uns auf die Vergleiche mit diesen Teams und können in einem Spiel sportlich sicherlich mithalten. Deshalb sind wir aber noch lange nicht der Favorit. Denn alleine mit Blick auf die Infrastruktur sind uns der KFC und WSV meilenweit voraus. Deshalb ist es nicht realistisch, zu sagen, dass wir vorne angreifen werden.

Warum die "Regionalliga zu teuer" und die "Oberliga erhaltenswert" ist, lesen Sie auf der zweiten Seite

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