Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln. Am 10. Juni sagte Michael Boris dem KFC ab. Jetzt, zwei Wochen später, ist er plötzlich doch der neue Trainer.

KFC Uerdingen

"Pinoccio" oder Heilsbringer?

24. Juni 2015, 14:35 Uhr
Foto: Tillmann

Foto: Tillmann

Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln. Am 10. Juni sagte Michael Boris dem KFC ab. Jetzt, zwei Wochen später, ist er plötzlich doch der neue Trainer.

Ein Bäumchen-Wechsel-Dich-Spiel, das besonders in Siegen vielen Fans sauer aufstößt. Im Netz wird der Fußballlehrer als „Pinoccio“ oder „Judas“ verhöhnt, weil er kurz nach dem Abstieg sagte, dass er auch noch am 1. Juli Trainer der Sportfreunde sei. Eine Aussage, die Boris nun um die Ohren gehauen wird. Vertragsbrüchig ist der 40-Jährige allerdings nicht geworden. Nach RS-Informationen hatte er eine Ausstiegsklausel in seinem Kontrakt, wonach er jederzeit gehen kann. Zudem sollen die klammen Siegener, die auf jeden Cent angewiesen sind, eine Ablöse für Boris kassiert haben.

Viel schlimmer als der Wechsel ist jedoch die Tatsache, dass Boris dem KFC erst ab-, und dann doch zugesagt hat. „Ich habe den Verantwortlichen um Herrn Lakis ganz klar gesagt, warum ich es nicht machen möchte“, erinnert sich der Coach: „Es ging nicht um finanzielle Dinge, sondern um strukturelle Fragen, die ich zu diesem Zeitpunkt nicht beantwortet sah.“

"Die Bedenken, die ich hatte, wurden ausgeräumt. Deshalb habe ich dann doch zugesagt.“
MIchael Boris

Die Absage wollte der russische Geschäftsmann und zweite Vorsitzende des KFC, Mikhail Ponomarev, aber nicht akzeptieren und nahm deshalb noch einmal Kontakt zu ihm auf. Boris erklärt: „Es gab daraufhin viele weitere Gespräche und wir haben alle Punkte abgearbeitet. Die Bedenken, die ich hatte, wurden ausgeräumt. Deshalb habe ich dann doch zugesagt.“

Für Verwunderung bei den Fans sorgt zudem die Tatsache, dass er montags den Trainingsauftakt in Siegen aufgrund seiner Gesichtsverletzungen nach einem Jogging-Unfall verpasste. Die Begründung: Er könne wegen seines dicken Auges nicht Autofahren. Am Dienstag konnte er dann aber in Uerdingen unterschreiben. „Meine Frau Kathrin hat mich gefahren“, betont Boris, der nach wie vor in der Nähe von Gladbeck wohnt: „Nach Uerdingen sind es 50, nach Siegen 150 Kilometer. Da kann mich Kathrin nach ihrer Arbeit nun einmal nicht eben hinbringen.“

Nach oben bringen muss er allerdings den KFC. Denn für die Krefelder zählt nur die sofortige Rückkehr in die Regionalliga. „Dass wir der Favorit sind, ist allen bekannt und bewusst“, nimmt Boris die Herausforderung, der Heilsbringer zu sein, an. Kein Wunder, denn am Ende soll es ja auch heißen: Rein in die Oberliga, raus aus der Oberliga.

Autor:

Mehr zum Thema

Kommentieren