Ex-Bochum-Trainer Peter Neururer brachte den Stein ins Rollen, sprach von Doping im Fußball. Viele Spieler seien verrückt nach Captagon gewesen, mittlerweile forderte ihn der Deutsche Fußball-Bund auf, bei der Aufarbeitung mitzuhelfen. Unterdessen revidierte Günther Schlipper eine offenbar falsch wiedergegebene Aussage, zu seiner Zeit beim MSV Duisburg in den 80er Jahren das Aufputsch-Mittel eingenommen zu haben.

Rudi Bommer zum angeblichen Doping-Skandal

"Bei der EM 1984 hat niemand etwas eingeworfen"

tt
15. Juni 2007, 15:16 Uhr

Ex-Bochum-Trainer Peter Neururer brachte den Stein ins Rollen, sprach von Doping im Fußball. Viele Spieler seien verrückt nach Captagon gewesen, mittlerweile forderte ihn der Deutsche Fußball-Bund auf, bei der Aufarbeitung mitzuhelfen. Unterdessen revidierte Günther Schlipper eine offenbar falsch wiedergegebene Aussage, zu seiner Zeit beim MSV Duisburg in den 80er Jahren das Aufputsch-Mittel eingenommen zu haben.

Rudi Bommer, Trainer des MSV, absolvierte in seiner Karriere 417 Bundesliga-Spiele von 1976 bis 1997. Also auch in der Zeit, die zum angegebenen Neururer-Zeitfenster (86/87) passt. "Ich habe 1984 die Europameisterschaft in Frankreich gespielt, kann mit ruhigem Gewissen sagen: Da hat niemand etwas eingeworfen. Ich glaube, dass ein Großteil der Bundesliga-Profis nichts genommen hat. Bei manchen hat man allerdings gesehen, dass sie einen eigenartigen Blick hatten." Bommer gibt zu bedenken: "Toni Schumacher hat es in seinem Buch Anpfiff ja nicht umsonst geschrieben." Der Torhüter wurde daraufhin aus dem National-Kader gestrichen.

Der 49-Jährige hat Ansätze, die durchaus einleuchten: "Ich kann für mich selbst sagen, dass ich nie etwas genommen habe. Wir haben mit Bayer Uerdingen das legendäre Spiel gegen Dresden nach Zwei-Tore-Rückstand noch 7:3 gewonnen. Ohne unerlaubte Mittel."

Ob das von Neururer angesprochene Medikament wirklich erfolgsverbessernde Wirkung besitzt, zweifelt Bommer zumindest an: "Ob Captagon etwas bringt? Keine Ahnung. Dadurch wirst du kein besserer Fußballer. Drei Stunden rennen zu können, reicht auch nicht, schließlich kommt es auf die weiße Kugel an. Mit der Einnahme steigert man nicht seine fußballerischen Fähigkeiten."

Der einstige Offenbacher plaudert weiter aus dem Nähkästchen: "Meine erste Voltaren-Schmerztablette habe ich geschluckt, als ich 34 war. Heute ist das doch gang und gäbe. Bei jedem Zipperlein kommt Voltaren zum Einsatz."

Autor: tt

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