Bereits zwei Tage vor dem EM-Qualifikationsspiel am Samstag (19 Uhr) in Nürnberg gegen San Marino haben Bundestrainer Joachim Löw und sein Assistent Hans-Dieter Flick entgegen sonstiger Gepflogenheiten die wichtigsten Personalentscheidungen öffentlich gemacht. So wird der Leverkusener Bernd Schneider die zentrale Rolle hinter den Spitzen für den verletzten Kapitän Michael Ballack einnehmen.

Schneider für Ballack - Jansen und Lahm beginnen

"Unser Ziel ist ein hoher Sieg"

31. Mai 2007, 14:56 Uhr

Bereits zwei Tage vor dem EM-Qualifikationsspiel am Samstag (19 Uhr) in Nürnberg gegen San Marino haben Bundestrainer Joachim Löw und sein Assistent Hans-Dieter Flick entgegen sonstiger Gepflogenheiten die wichtigsten Personalentscheidungen öffentlich gemacht. So wird der Leverkusener Bernd Schneider die zentrale Rolle hinter den Spitzen für den verletzten Kapitän Michael Ballack einnehmen.

[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/001/257-1274_preview.jpeg Löws "Assi" Hans-Dieter Flick. (Foto: firo)[/imgbox]Die Außenbahnen der Viererabwehrkette werden Philipp Lahm (rechts) und sein künftiger Münchner Teamkollege Marcell Jansen besetzen. Außerdem wird im Sturm neben Miroslav Klose, der von Löw trotz seiner jüngsten Formkrise eine Stammplatzgarantie erhielt, wohl Kevin Kuranyi den Vorzug vor Mario Gomez erhalten.

Offen ließ Flick am Donnerstag lediglich, wer im Mittelfeld über außen kommen wird. Auf links hat jedoch der frisch gebackene deutsche Meister Thomas Hitzlsperger die besten Karten, rechts dürfte der Bremer Clemes Fritz den Vorzug gegenüber Roberto Hilpert vom VfB Stuttgart erhalten.

Ein Jahr nach der Weltmeisterschaft verfügt der Bundestrainer auf jeden Fall über genügend Alternativen, obwohl gegen San Marino und auch am kommenden Mittwoch (20.30 Uhr/live in der ARD) in Hamburg gegen die Slowakei wichtige Spieler wie Ballack, Bastian Schweinsteiger, Lukas Podolski, Arne Friedrich oder Tim Borowski nicht zur Verfügung stehen.

"Es ist schön, dass wir so viele Möglichkeiten haben", sagte Löw, der den gestiegenen Konkurrenzkampf sehr positiv sieht: "Das ist doch von Vorteil, weil die Spieler selbst im Training immer an die Grenzen gehen müssen."

Als Beispiel für die Entwicklung seit der Weltmeisterschaft nannte Löw den Angriff. "Nach der WM haben doch alle gedacht, dass wir im Angriff nur Miro Klose und Lukas Podolski haben. Jetzt hat in dieser Saison Kevin Kuranyi zu seiner Form gefunden, und in Stuttgart hat sich Mario Gomez in den Vordergrund gespielt", erklärte der Bundestrainer. Zudem habe es im deutschen Fußball jahrelang Defizite auf den Außenbahnen gegeben. Jetzt, so Löw, "haben wir viele Alternativen". Lahm, Jansen, Gonzalo Castro, Fritz oder Hilpert hätten sich etabliert.

Auch die Spieler selbst finden, dass die Konkurrenzsituation durchaus das Geschäft belebt. "Wenn bei uns einer ausfällt, können wir ihn gleichwertig ersetzen. Das ist ein großer Vorteil", meinte Lahm. "Was so ein gesunder Konkurrenzkampf bewirken kann, hat doch die WM gezeigt. Jeder will an sein Limit. Jeder versucht, das höchste Niveau zu erreichen", sagte der 21 Jahre alte Jansen, der künftig bei Bayern München täglich mit diesem Druck konfrontiert wird.

Einer seiner "Rivalen" beim deutschen Rekordmeister wird dann auf der linken Verteidigerposition auch Lahm sein. In der Nationalmannschaft hat Löw das Problem derzeit elegant gelöst: Lahm wechselt von seiner angestammten linken Position nach rechts, links ist der Platz für Jansen frei. In München ist auf rechts aber normalerweise Willy Sagnol gesetzt. Für Lahm alles kein Problem: "Ich schaue auf mich. Wenn meine Leistung stimmt, dann spiele ich, egal ob links oder rechts."

Am Samstag gegen San Marino wird es über rechts sein. Von dieser Position aus, soll es "zügig nach vorne gehen". Dass er und seine Kollegen den Gegner nicht unterschätzen werden, betonte der 23 Jahre alte Lahm: "Wir werden die Aufgabe wie beim 13:0 im Hinspiel konzentriert angehen. Außerdem ist das ein guter Test für das Spiel gegen die Slowakei."

Auch Flick machte noch einmal deutlich, was der Trainerstab von der Mannschaft erwartet: "Wir haben San Marino bewusst nicht beobachtet. Unser Ziel ist ein hoher Sieg." Leicht angeschlagen ist derzeit nur Piotr Trochowski. Den Hamburger plagt ein leichter grippaler Infekt. Ansonsten stehen alle Spieler uneingeschränkt zur Verfügung.

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