Nachdem sich die Bochumer Sportmediziner Matthias Manke und Jörn Heinze beim letzten Mal in ihrer Sportmedizin-Reihe auf reviersport.de mit dem Thema Achillessehnenriss auseinandersetzten, beantworten die beiden diesmal exklusiv für RevierSport online die User-Frage, wie die Grundausrüstung an medizinischem Equipment bei einem Spiel aussehen sollte. Über Desinfektionsspray, Pflaster und vergessene Krücken im Keller.

Die User-Frage: „Medizinisches Equipment“

Grundausrüstung für Fußballteams

Matthias Manke und Jörn Heinze
26. März 2007, 16:51 Uhr

Nachdem sich die Bochumer Sportmediziner Matthias Manke und Jörn Heinze beim letzten Mal in ihrer Sportmedizin-Reihe auf reviersport.de mit dem Thema Achillessehnenriss auseinandersetzten, beantworten die beiden diesmal exklusiv für RevierSport online die User-Frage, wie die Grundausrüstung an medizinischem Equipment bei einem Spiel aussehen sollte. Über Desinfektionsspray, Pflaster und vergessene Krücken im Keller.

User-Frage: „Wir alle wissen, wie rauh es manchmal auf dem Spielfeld zugehen kann. Hierbei kann man sich ja alle möglichen Verletzungen zuziehen. Welche medizinische Grundausrüstung zur Ersthilfe können Sie jeder Mannschaft empfehlen?“

[infobox-right]Kontakt
Sollten Sie Fragen zu diesem Thema haben, schreiben Sie bitte eine E-mail an: Matthias_Manke@web.de[/infobox]Fußball ist halt eine Kontaktsportart, bei der es innerhalb von Zweikämpfen immer wieder zu Verletzungen kommt. Aber auch ohne Gegnerkontakt kann man sich verschiedenste Blessuren holen, die dann einer (medizinischen) Versorgung bedürfen. Diese Versorgung kann in den meisten Fällen durch andere Mitspieler erfolgen.

[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/001/288-1305_preview.jpeg Große Wunden sollten auf jeden Fall im Unfall-Krankenhaus behandelt werden (Foto: firo)[/imgbox]Wer kennt es nicht: Man rennt auf dem Ascheplatz zum Ball – und beim Abbremsen rutscht man aus und zieht sich eine schöne große Abschürfung am Ober- und Unterschenkel zu. Natürlich kann man mit so einer Verletzung bis zum Ende der Halbzeit weiterspielen – spätestens dann aber sollte die Wunde gut versorgt werden: Nach einer gründlichen Reinigung mit Wasser, bei der möglichst alle Schmutzteilchen aus der Wunde gespült werden, sollte man die Wunde mit einem Desinfektionsspray oder einer Lösung desinfizieren. Anschließend sollte die Wunde mit einem Pflaster abgeklebt werden.

Bei großen, klaffenden oder tiefen Wunden sollte ein Arzt aufgesucht werden, der die Wunde ggf. zunäht. Hierbei ist zu beachten, dass eine Wunde nur innerhalb der ersten 6 Stunden genäht werden darf. Generell sollte sich jeder Spieler vergewissern, dass sein Impfschutz gegen Tetanus ausreichend ist.[infobox-left]Folgende Dinge haben sich in der täglichen Praxis bewährt:
- Ein Erste-Hilfe-Sofort-Koffer (mit Schere, Gummihandschuhen, Mullbinden, elastischen Fixierbinden, Verbandspäckchen, Pflaster, Desinfektionsspray, Kühlspray)
- Eine Eisbox (mit Eis, Eiskompressen, Eislollies)
- Unterarmgehstützen[/infobox]Alle 10 Jahre muss eine Tetanus-Auffrischungsimpfung erfolgen. Bei fehlendem Impfschutz können entsprechende Bakterien, die es in unserer Umwelt überall gibt, über Hautverletzungen in den Körper eindringen, und letztendlich bis zum Tode führen.

Auch wenn man die Fußballkollegen schon seit Jahren kennt – so sollte man bei allen offenen Verletzungen, bei denen man mit fremden Blut in Kontakt geraten kann, Einmalgummi-Handschuhe anziehen.

[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/000/593-597_preview.jpeg Die Sportmediziner Matthias Manke und Jörn Heinze bei der Arbeit (Foto: privat)[/imgbox]Neben Hautverletzungen kommen häufig Muskelzerrungen und Verstauchungen vor.
Entsprechend der P(ause) E(is) C(ompression) H(ochlagerung)-Regel
benötigt man für die Erstversorgung Eis bzw. kühlende Substanzen. Hierzu kann man Kalt-Warm-Kompressen, Eisspray oder sog. Eislollies verwenden. Zur Compression verwendet man Tapeverbände oder angewickelte elastische Fixierbinden.

Knickt jemand mit dem Fuß um und kann nicht mehr auftreten, so wird der eventuelle Transport in die Sportambulanz durch das Vorhandensein von 2 Unterarmgehstützen erleichtert. Irgendeiner aus der Mannschaft hat bestimmt 2 Krücken zuhause im Keller liegen – diese sollten daher am Sportplatz gelagert werden, um im Bedarfsfall schnell zur Stelle zu haben.

Autor: Matthias Manke und Jörn Heinze

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