Der Tag hatte für VfB-Coach Achim Kontermann nicht gut begonnen. Kaum aufgestanden erfuhr der Übungsleiter, dass sein Stammtorhüter ihm in der heutigen Partie gegen den Tabellenzweiten aus Krefeld nicht zur Verfügung stehen würde. Der Grund: Andreas Kossenjans, Torwächter der ersten Mannschaft des Vereins für Bewegungsspiele, hatte sich verletzt und konnte die Reise zum Oberliga-Spiel seiner Mannschaft beim MSV Duisburg II  nicht antreten. Sein Ersatzmann: Dominik Weigl, Etatmäßiger Keeper der Zweiten Mannschaft und wichtige Stütze im Team von Trainer Kontermann. [i]Ein Ortstermin[/i]

Bezirksliga 6: Ortstermin (VfB Homberg II-KTSV Preußen Krefeld)

Preußen untermauern Aufstiegsambitionen

Moritz Rieckhoff
04. März 2007, 17:57 Uhr

Der Tag hatte für VfB-Coach Achim Kontermann nicht gut begonnen. Kaum aufgestanden erfuhr der Übungsleiter, dass sein Stammtorhüter ihm in der heutigen Partie gegen den Tabellenzweiten aus Krefeld nicht zur Verfügung stehen würde. Der Grund: Andreas Kossenjans, Torwächter der ersten Mannschaft des Vereins für Bewegungsspiele, hatte sich verletzt und konnte die Reise zum Oberliga-Spiel seiner Mannschaft beim MSV Duisburg II nicht antreten. Sein Ersatzmann: Dominik Weigl, Etatmäßiger Keeper der Zweiten Mannschaft und wichtige Stütze im Team von Trainer Kontermann. [i]Ein Ortstermin[/i]

Wenig begeistert stellte der Linienchef kurz vor dem Anpfiff dann fest: "Das ist wirklich nicht ideal gelaufen, aber das ist halt das Schicksal einer zweiten Mannschaft." Sein Co-Trainer Dietmar Carstens sah die Sache da schon etwas entspannter und gab zu Protokoll: "Stimmt, wir hätten lieber mit Dominik gespielt, aber da müssen wir jetzt halt durch." Für Weigel stand dann beim Anpfiff Thomas Klömpkens zwischen den Pfosten der Gelb-Schwarzen. So viel vornweg: Der Goalie hielt, was zu halten war und war an den Gegentoren seines Teams schuldlos.

Bei optimalen äußeren Bedingungen - Sonnenschein und milde Temperaturen sorgten bei den gut 50 Zuschauern für Freude - zeigte die Kontermann-Truppe dann von Beginn an, dass sie sich nach dem 0:0-Unentschieden in der Vorwoche beim Tabellenvierzehnten aus Gartenstadt viel vorgenommen hatte. Bereits in der achten Spielminute wurde das Engagement der Hausherren dann auch das erste mal belohnt. Einen beherzten Distanzschuss von Christopher Balzert lenkte Pierre Drößmar unhaltbar für Gästekeeper Graziano Ruggeri über die Linie.

Der Tabellenzweite aus Krefeld, deren Trainer Michael Hackforth vor dem Spiel die Devise "Angriff" ausgegeben hatte, kam indes nur sehr langsam ins Spiel. Zwar spielte der Aufstiegsaspirant im Mittelfeld ansprechend und bemühte sich in Person von Sven Küsters um einen konstruktiven Spielaufbau, doch zählbares sollte zunächst nicht herausspringen.

Der VfB übernahm Mitte der Ersten hälfte nun vollständig das Kommando, verpasste es aber der angeknockten Elf vom Niederrhein den vorzeitigen K.o. zu verpassen. Dabei hätte Kevin Kontermann in der 25. Spielminute sein Team beinahe auf die Siegerstraße gebracht. Per Fernschuss bugsierte der Stürmer das Spielgerät nur knapp über das Gehäuse der Gäste. Diese zeigten in der 32. Spielminute dann ihrerseits, warum sie im Klassement so weit oben zu finden sind. Nach einem gelungenen Spielzug und einer herrlichen Flanke von Volker Yasemin vollendete Ingo Sommer zum 1:1-Ausgleich. Die jungen VfB'ler zeigten sich wenig beeindruckt und hätten noch vor der Pause in Führung gehen müssen. Doch Kevin Kontermann (40.), Christopher Balzert (43.) und Michael Tißen (44.) konnten ihre Chancen nicht nutzen. Letzterer testete kurz vor dem Gang in die Kabine die Qualität der Querlatte des Krefelder Tores.

Was die Duisburger Vorstädter nicht schafften, gelang nach der Pause dem Gast. Binnen zwei Minuten zeigte der KTSV in eindrucksvoller Manier seine Stärke. Die Homberger schienen noch gar nicht richtig auf dem Platz zu sein, da führte die Equipe aus der Samt- und Seidenstadt bereits mit 3:1. Zweimal hatte Ingo Sommer für die Gäste getroffen (47. und 48. Spielminute). Beide Male hatte der Preußen-Stürmer von kapitalen Abwehrschnitzern der Homberger Hintermannschaft profitiert.

Der VfB spielte auch jetzt unbeirrt weiter und kam über den stark spielenden Piere Drößmer immer wieder gefährlich vor den Krefelder Kasten. Während Murat Taheri (64.) und Ramazan Ünal (67.) ihre Chancen ausließen, brachte Christopher Balzert die Linksrheinischen mit seinem Anschlusstreffer zum 2:3 in der 82. Spielminute wieder in Schlagdistanz.

Doch der Gast war erneut nicht um die passende Antwort verlegen. Fünf Minuten vor Spielende erhöhte Christian Hackforth nach schöner Vorbarbeit des zuvor eingewechselten Raffael Rickfelder auf 4:2 für sein Team. Den neuerlichen Rückschlag konnte die Kontermann-Elf nun nicht mehr egalisieren und musste sich letztendlich einem, über die gesamte Spielzeit reiferen und im Abschluss gekonnter agierenden Gegner, geschlagen geben.

Preußen-Trainer Michael Hackforth attestierte seiner Mannschaft nach dem Schlusspfiff eine hervorragende Leistung: "Dafür das wir auf drei absolute Stammkräfte verzichten mussten (Frank Löchner (Muskelfaserriss), Lukas Wieczorek (Bandscheibenvorfall) und Andreas Rung (Knochenabsplitterung)), haben wir ein tolles Spiel abgeliefert. Ich bin mit der Leistung meiner Truppe voll zufrieden."

Für Achim Kontermann, der ob des "Torwartchaoses" und der anschließenden Niederlage seines Teams einen unschönen Fußball-Nachmittag erlebte, stand nach dem Abpfiff fest: "Wir haben zu viel durch die Mitte gespielt und haben uns in der Abwehr mal wieder riesen Schnitzer geleistet. Das ärgert mich schon sehr." Der Coach weiter: "Dennoch hat meine Mannschaft gekämpft und mit ein wenig mehr Fortune und Cleverness hätten wir den Platz auch als Sieger verlassen können".

In der Tabelle belegen die Krefelder weiterhin mit jetzt 44 Punkten den zweiten Rang. Der VfB Homberg muss sich nach dem fünften Spiel ohne Sieg in Folge nun mit Tabellenplatz Neun begnügen.

Autor: Moritz Rieckhoff

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